Ist nicht mehr erforderlich

2. Juli 2009 - Kein Kommentar

Die Anwendung, die solche Hinweise produziert, ist ja auch erst zweieinhalb Jahre auf dem Markt. Da kann sowas schon mal passieren.

Ja, es ist Lotus Notes. In der Version 6.5. Ausgereift, sozusagen.

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Mit deiner Unterschrift in den Bundestag!

Der Müll, das Netz und der Tod

2. Juli 2009 - 3 Kommentare

Ich kann dieses Gejammer nicht mehr hören. Das Geheule von Plattenfirmen, dass die Kunden den billigst abgemischten Kommerzpop inzwischen billiger beziehen, als er hergestellt wird – das ist in meinen Augen nur angemessene Preisfindung. Die Klagen von Herrn Burda, seine wertvollen Inhalte würden schleichend enteignet – was meint er damit? Auf Focus.de finde ich den gleichen Infomüll wie überall, angereichert mit einem “Strandführer Ibiza” und “Richtungsstreit in der Busenpartei“. [...] Warum sollten Leser und Google nicht genauso wurschtig, beliebig und desinteressiert sein, wie die Inhalte, die man ihnen darbietet?

Don Alphonso via faz-community.faz.net

Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich nochmal Don Alphonso zitieren würde. Hätte auch nicht gedacht, dass ich ein FAZ-Community Blog zitieren würde. Aber für Klartext bin ich ja immer anfällig.

Wahrscheinlich ist es einfach meine Begeisterung darüber, dass auch noch ein anderer die Industriemusik der Musikindustrie als wertfreien Ramsch erkennt und benennt. Zeit wird’s.

Kurzer Zwischengedanke: Waren es nicht Stock/Aitken/Waterman, die die maschinelle Musikproduktion erfunden oder zumindest perfektioniert haben?

Und immer wieder fällt mir in diesem Zusammenhang George Orwell ein. Weil der in seinem “1984″ nicht nur den Überwachungsstaat (und übrigens auch sowas wie das Internet) vorausgesehen hat, sondern auch die Industriemusik der Musikindustrie, mit der das Volk, das blöde, ruhiggestellt werden sollte.

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Wobung?

1. Juli 2009 - Kein Kommentar

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Plädoyer für Kartoffelsalat

1. Juli 2009 - 3 Kommentare

Attend to the details. Teach your children manners. Write cogent paragraphs. Drive carefully. And make a good potato salad, one with some crunch, maybe accompanied by a fried drumstick with crackly skin — the humble potato and the stupid chicken, ennobled by diligent cooking — and is this not the meaning of our beautiful country, to take what is common and enable it to become beautiful?

Garrison Keillor via salon.com

Wahrscheinlich ist es eine Alterserscheinung, aber immer wieder ertappe ich mich dabei, mit dem noch einen kleinen Zacken älteren Garrison Keillor in Fragen übereinzustimmen, die Grundwerte betreffen. Wie Bücher lesen oder Kartoffelsalat machen.

Disclaimer: Habe es tatsächlich geschafft, bis zum 50. Lebensjahr nicht einmal Kartoffelsalat selbst zu machen. Diese Zeiten sind aber vorbei.

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Abbey Road Street View

1. Juli 2009 - Kein Kommentar

Cedric Rolland via gizmodo.com

Beatles 2.0

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“Eingemauert!”

30. Juni 2009 - Kein Kommentar

Seit Monaten arbeiten Kollegen an, und reden wir übrigen im Büro über die 3D-Simulation/Animation/Dokumentation der Berliner Mauer – seit heute ist sie öffentlich: Wie war die Mauer wirklich?, eine Produktion der Deutschen Welle.

Update: Ein Making of “Eingemauert” gibt es natürlich auch.

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Linkschleuder

30. Juni 2009 - 2 Kommentare

Bookmarks vom 9. Juni bis 30. Juni:

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Post vom MdB, Folge 2

30. Juni 2009 - Ein Kommentar

Warnhinweis: Auch der folgende Beitrag wird nicht zur Gänze ein ächzfreier Raum bleiben können.

Eins muss man Wolfgang Thierse, MdB, Vizepräsident des Deutschen Bundestags, alssen: Er hat ein gut organisiertes Büro, und wer ihm schreibt, kann mit einer Antwort rechnen – oder sogar mehreren.

Was bisher geschah: Am 8. Mai schrieb ich einen offenen Brief an Thierse, der nicht nur Vizepräsident des Bundestages ist, sondern auch SPD-Abgeordneter für meinen Wahlkreis ist. In diesem Brief bat ich ihn und seine Partei dringend, ihre damals noch völlig unkritische Position zum sog. Zensursula-Gesetz, also dem Gesetz, das den Kampf gegen Kinderpornografie mit Internetblockaden vorsieht, zu überdenken.

Am 22. Mai fand ich Post von Wolfgang Thierse in meiner Mailbox, in der er mir seine Sichtweise darlegte und darauf verwies, dass auf Betreiben der SPD am 27. Mai noch eine Anhörung des Wirtschaftsausschusses stattfinden solle. Am 18. Juni dann verabschiedete der Bundestag mit 389 zu 128 Stimmen bei 18 ENthaltungen das Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen (Zugangserschwerungsgesetz – ZugErschwG).

Heute nun: ein weiterer Brief, wieder als PDF an eine Mail aus Thierses Wahlkreisbüro angehängt. Darin versucht Thierse, mir seine Zustimmung zu dem Gesetz zu erklären.

Ich bin überzeugt davon, dass auch die Kritiker der jetzigen gesetzlichen Regelung die Verbreitung von Kinderpornographie verhindern wollen. Insofern ist unser Ziel ein gemeinsames, gleichwohl sind die Vorstellungen über die Wege und Mittel, wie wir dieses Ziel erreichen können, unterschiedlich.

Ich setze bei der Diskussion über Zugangssperren im Internet voraus, dass das Internet ein freier Kommunikations-Raum sein soll, aber eben kein rechtsfreier Raum sein darf.

Autsch. Eigentlich dachte ich, wir hätten zumindest das geklärt: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, war nie einer und soll auch keiner sein. Aber natürlich kann einem vielbeschäftigten Politiker eine solche Phrase schon mal durchrutschen, zumal sie sich ja auch als so wirkungsvoll beim Wahlvolk erwiesen hat. Richtig ist sie deshalb immer noch nicht.

Im weiteren Verlauf seines immerhin zweiseitigen Briefes versucht Thierse, mich davon zu überzeugen, dass das schließlich verabschiedete Gesetz ein ganz anderes sei,

als Frau von der Leyen und CDU/CSU gewollt haben!

Er erwähnt den Grundsatz “Löschen vor Sperren”, der das Gesetz angeblich präge, und er erwähnt auch den Bundesbeauftragten für den Datenschutz, unter dessen Aufsicht möglicherweise zu sperrende Inhalte bewertet werden sollen. Er erwähnt nicht, dass Peter Schaar diese Idee für Unsinn und nicht in sein Aufgabenfeld fallend hält. Er erwähnt auch nicht, dass auch diese Regelung, sollte sie überhaupt umgesetzt werden, dem Prinzip der Gewaltenteilung, festgeschrieben im Grundgesetz, nicht wirklich entspricht – denn auch ein unabhängiges Gremium bei einem Bundesbeauftragten kann nicht Aufgaben übernehmen, die klar der Justiz zuzuordnen sind. Stattdessen erwähnt er tröstend, dass das Gesetz ja nur bis Ende 2012 in Kraft bleiben und danach neu bewertet werden solle.

Und dann schreibt Wolfgang Thierse:

Ich hoffe, dass ich mit meinen Erläuterungen Ihre Sorgen und Kritik entkräften und Ihnen verdeutlichen konnte, dass ich mir meine Entscheidung – auch vor dem Hintergrund meiner DDR-Biographie – nicht leicht gemacht habe. Ich weiß, dass ich mit dieser meiner Haltung nicht immer Verständnis wecken kann. Gleichwohl möchte ich Sie bitten, diese Überzeugung zu respektieren und sich an einer Diskussion über die weitere Entwicklung zu beteiligen.

Herr Dr. Thierse, darauf können Sie und Ihre Kollegen im Bundestag sich verlassen. Das Thema bleibt auf meiner Agenda.

Ach ja, und danke für die Antwort.

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Antrag zur Geschäftsordnung

29. Juni 2009 - 13 Kommentare

In Sachen “Die Piratenpartei vs. Sascha Lobo” (war das nicht eher umgekehrt: S.L. vs. Piraten?) ist inzwischen so ziemlich alles gesagt worden.

Nur noch nicht von jedem.

Ich schlage deshalb vor, dass wir die Diskussion an dieser Stelle beim Stand: “Lobo findet das Programm der Piratenpartei unzureichend, weil auf den Punkt ‘Kostenfreie Downloads’ reduzierbar, findet die Partei und ihre Vertreter vor allem kindergartig und findet außerdem, dass eine Partei mehr als ein Thema haben sollte, um eine Partei sein zu können; die Piratenpartei findet im Gegenzug Sascha Lobo doof, käuflich und was nicht alles” beenden. Begründung: Die Diskussion langweilt mich schon wenige Tage nach ihrem Beginn. Ganz fürchterlich.

Stattdessen sollten wir uns mal ernsthafte Gedanken über die Zukunft des Urheberrechts, der Vergütung für Kreative, der kommerziellen Be- und Verwertung von Inhalten machen.

These are the facts:

  • Neue Technologien haben die Expropriateure expropriiert. Karl Marx selbst würde sich nicht darüber freuen, dass die Maschinen zur Vervielfältigung von Inhalten am Beginn des 21. Jahrhunderts unkontrolliert in den Händen der Massen (das sind wir, folks!) sind; auch er hat seinen Lebensunterhalt u.a. damit verdient, dass Verleger ihn für seine Schriften bezahlten und ihrerseits für die Vermarktung sorgten.
  • “Das Wesen aller IT ist die Kopie”, sagt Kris Köhntopp und trifft damit den Nagel auf denselben. Während Kopien in den vergangenen Jahrhunderten immer nur mehr oder weniger nahe an das Original herankamen und damit fast immer als minderwertig anzusehen waren (und so ein kalkulierbares Risiko für den Inhaber der Rechte am Original darstellten), werden durch IT-basierte Systeme 1:1-Kopien ohne Qualitätsverlust möglich und verlustbehaftete Kopien in einer Qualität machbar, die den Vergleich zum Original schwer macht.
  • Damit – sorry, Jungs und Mädels in den Verlagen, in den Plattenfirmen, in den Filmverleihs – ist eine ganze Industrie, die distribuierende Industrie nämlich, quasi über Nacht weitgehend überflüssig geworden. Wir brauchen euch nicht mehr. Ihr habt es nur noch nicht gemerkt.
  • Distribution hat neue, distribuierte Wege gefunden. Der iTunes Music Store und andere legale Downloadmöglichkeiten auf Bezahlbasis haben das gemerkt und sich in dieser distribuierten Welt strategisch geschickt positioniert. Aber auch sie werden sich fragen lassen müssen, wie lange sie noch dazu beitragen wollen, dass Künstler von ihren alten Vertragspartnern ausgebeutet werden.
  • Weiterhin für kreative Leistung bezahlt werden müssen natürlich die, die diese Leistung erbringen: Autoren, Komponisten, Musiker, Schauspieler. Und wenn wir schon mal dabei sind: Vielleicht können sie endlich mal angemessen bezahlt werden?

Und da wird’s sauschwer. Die Möglichkeit, ohne Druckerpressen, Kopierstraßen, Logistikzentren geistiges Gut zu vervielfältigen und an den Verbraucher zu bringen, ist so plötzlich über uns gekommen, dass wir es bisher nicht geschafft haben, das jahrhundertealte, in der Vergangenheit durchaus bewährte und so plötzlich obsolet gewordene Verleger-System durch etwas neues, adäquates zu ersetzen. Deswegen schwirren jetzt Ideenfetzen hektisch durch den politischen Raum, von der Kulturflatrate über Micropayments bis hin zur Alternativen Künstlervergütung (wie auch immer die aussehen soll), sollen das über Jahrhunderte gewachsene System aus dem Stand ersetzen und können das nicht. Wie auch?

Auch die Piratenpartei hat in dieser Sache, denke ich, noch nicht ihr letztes Wort gesprochen – zumal ich persönlich den Eindruck habe, dass erst jetzt, nach dem Überraschungserfolg bei der Europawahl, in den Diskussionen in und um diese Partei beide Seiten, Kreative wie Konsumenten, gleichermaßen das Wort ergreifen.

Kann auch sein, dass diese Frage die junge Partei gleich wieder zerreißt. Aber das ist nicht die einzige Zerreißprobe, durch die sie in den nächsten Monaten gehen wird. Denn:

  1. Bisher waren die Piraten eine kleine Truppe, die, unbeobachtet von der Welt, ihr Programm aufstellten.
  2. Seit der Europawahl sind sie auf dem politischen Radar ihrer Konkurrenten von der etablierten Politik und auf dem der Medien angekommen. Jetzt kommt der Wind von vorne, und da muss durch, wer länger als nur ein paar Wochen Politik machen will.
  3. Und schon befindet sich die Partei dort, wo auch die Grünen sich – allerdings ein wenig später in ihrer Geschichte – bald befanden: am Kreuzweg zwischen Realpolitik und Fundamentalismus. Bei den Grünen ist der Streit bis heute nicht wirklich entschieden, und überlagert wird er inzwischen vom Machtwillen beider Fraktionen. Bei den Piraten sehe ich die Aufteilung in Downloader und Bezahler (oder wie die Fraktionen dann heißen werden) schon kommen; mal sehen, wie gut das der programmatischen Diskussion tun wird.
  4. Den Piraten ihren engen Themenfokus vorzuwerfen, finde ich dagegen ein wenig verfrüht, denn: siehe 1.

Für mich – als Arbeitnehmer im öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem, als Kreativer und als Pirat – stellt sich jetzt die Frage, ob die Diskussion um Sinn und Unsinn einer Piratenpartei weiterhin nur die bisherige, mehr oder weniger gelungene programmatische Arbeit dieser Partei zum Thema hat, oder ob wir uns, verdammtnocheins, mal zusammensetzen und das eigentliche Problem angehen – das bisher bestehende völlige Fehlen eines globalen, gerechten und durchsetzbaren Urheberrechts nämlich.

Und nein, ich habe auch noch keine Idee, wie das aussehen könnte. Ich weiß nur, wie es nicht aussehen wird: wie das gegenseitige Herumkritteln, wie es unter anderem in der oben erwähnten Diskussion zwischen dem Herrn mit der bekloppten Frisur und der Partei mit dem bekloppten Namen zu beobachten ist.

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KiPo-Ring gesprengt. Und wieder was gelernt.

28. Juni 2009 - Kein Kommentar

Federal Police spokeswoman Eva Zwahlen says authorities were monitoring a Web site with a provider in the Swiss canton Vaud, acting on a tip from Interpol.

She says the site was devoted to hip-hop music. But unknown individuals used a forum on the site to hide illegal child pornography films.

Im Grunde haben wir ja nur auf einen Fall wie den des jetzt gesprengten Kinderporno-Rings aus der Schweiz gewartet. Denn das illegale Material war zwar auf einem Webserver geparkt – aber ohne das Wissen des Betreibers.

Eine leyenhafte Zugangssperre hätte also entweder den Zugang zu dem Material nicht erfasst – oder hätte das absolut legale HipHop-Forum, das unwissentlich als Host gebraucht wurde, gleich mit gesperrt.

Wieder was gelernt. Bzw. nicht, wenn man sich für Fakten nicht so interessiert.

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