Archiv für November 2000

Nov 30 2000

Postgeheimnis

Abgelegt von Konstantin Klein um 04:19 unter Net Life, Service Point

Wer würde schon vertrauliche, persönliche oder gar geschäftlich entscheidende Mitteilungen auf einer Postkarte verschicken? Na?

OK, alle, die jetzt ihre Hand gehoben haben, müssen sich für ein paar Minuten mitleidig angucken lassen von denen, die ihre Hand vorsichtshalber unten gelassen haben. Und jetzt würde mich nur noch interessieren, wer von denen, die die Hand unten liessen, genau die erwähnten Mitteilungen als Email verschickt haben…

Ich merke es ja selbst in meiner Inbox: Kaum jemand macht sich die Mühe, seine oder ihre Mail zu sichern. Das mag daran liegen, dass Verschlüsselungsverfahren wie PGP kompliziert zu installieren sind - ich habe es beispielsweise nicht geschafft, PGP mit meinem Mail-Client zum Laufen zu bekommen. Es kann auch daran liegen, dass zu wenig Menschen wissen, dass man von internationalen Anbietern wie VeriSign/Thawte oder nationalen Anbietern wie WEB.DE gratis sogenannte Personal Certificates bekommt, die es ermöglichen, mit Mailprogrammen wie Netscape Messenger, MS Outlook oder Outlook Express Mail zu signieren und zu verschlüsseln - mit bis zu 2048 bit Schlüsselstärke!

Das Problem: Auch der Empfänger der Mail braucht ein derartiges Zertifikat, um die Mail wieder entschlüsseln zu können. Was wohl der Grund ist, dass ich zwar seit anderthalb Jahren ein Thawte-Zertifikat habe, in dieser Zeit aber keine 50 Mails verschlüsselt habe.

Nun geht aber das Gerücht, das Yahoo! Mail sich mit Zixmail zusammengetan hat, um allen problemlos verschlüsselte Mail anzubieten. Entweder funktioniert das System aber noch nicht, oder es wird stufenweise eingeführt - bisher lässt mein Yahoo!-Account diese Option noch nicht zu.

Aber es besteht Hoffnung. Menschen, klebt Eure Email zu, damit nicht jeder drin rumschnüffelt!

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Nov 29 2000

Mittwoch = Mülltag

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:40 unter Net Life, Reality Check

Gerade die Mülltonne und die Recycling-Kisten an den Strassenrand gestellt. Frage: Wann wird das Internet uns erlauben, die Dinge, die wir online bestellen, auch online zu entsorgen?

Antwort: Das ist jetzt schon Normalität. Denn schon jetzt sind unglaubliche Mengen von uploads der reine Müll.

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Nov 28 2000

NaziNetz

Abgelegt von Konstantin Klein um 02:28 unter Net Life, Politics R Us

363 Email-Messages in etwas mehr als einer Woche Abwesenheit vom WorldWideSchreibtisch. Kurze Durchsicht der newsletters, speziell derer von wired.com, ergibt die Erkenntnis, dass der französische Ableger von Yahoo! offensichtlich in Schwierigkeiten steckt - weil er dazu verpflichtet werden soll, rechtsradikale Inhalte von seinen Seiten zu löschen und den Zugang zu anderen Nazi-Seiten zu blockieren.

Nun gut; ich habe gerade 10 Tage dort verbracht, wo Bomberjacken und extrem kurze Haarschnitte fast schon zum guten Ton gehören. Ich habe am vergangenen Samstag meine Tour zur Arbeit im DeutschlandRadio so geplant, dass mir die Sperrungen rund um die rechtsradikale Demo gegen das NPD-Verbot und die angekündigten Gegendemos in Berlin nicht den Zeitplan vermasselten. Und ich habe den Eindruck gewonnen (der aber auch täuschen kann, worauf ich inständig hoffe, es aber nicht wirklich glaube), dass Nazismus in Deutschland nicht mehr so pfui ist, wie er es mal war und immer noch sein sollte.

Pfui - nicht, weil es unsere Eltern, die gebrannten Kinder, uns so gepredigt haben, sondern weil jeder durch ein klein wenig Nachdenken selbst drauf kommen sollte, wie pfui es ist.

Nun bin ich wieder in den USA, dem Land, das zwar nicht im Stande ist, anständig einen Präsidenten zu wählen, aber trotzdem eine Verfassung hat, die eine ganze Menge Demokratie garantiert. Und jetzt grübele ich darüber nach, ob es tatsächlich richtig ist, rechtsradikale Inhalte aus dem Netz zu filtern.

Ich befürchte: Nein.

Denn erstens lässt sich im Netz nichts wirklich verbieten oder filtern - was sich ja schon am Streit um Musik-Raubkopien zeigt; wenn schon bei so Relevantem wie den kommerziellen Musikverwertungen das Netz nicht in den Griff zu bekommen ist, wie soll es dann bei etwas so Nebensächlichem wie Demokratie und/oder Menschenrechten in den Griff zu bekommen sein? (= Sarkasmus, gell?)

Zweitens hat Verbotenes immer einen besonderen Reiz - in der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz und anderswo.

Drittens ist die rechte Szene bei der Mitgliederwerbung nicht auf das Netz angewiesen - dafür gibt es Dorfkneipen, Sportklubs, Jugendgruppen.

Und viertens - ja, viertens wüsste ich einfach gerne, was andere denken, um nicht dann davon zu überrascht werden, wenn es zu spät ist.

So einfach ist es. Weshalb ich es zwar für eine politisch korrekte, aber keine gute Idee halte, Nazi-Inhalte aus dem Web zu filtern.

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Nov 21 2000

Werbung

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:32 unter Net Life

Wenn’s schon sonst nix Neues aus dem Netz gibt (was vor allem daran liegt, dass ich diese Woche ein wenig davon abgeschnitten bin), dann fülle ich diesen Platz heute eben mit etwas Werbung. Für die aktuelle Ausgabe der Müllseite. In der Hoffnung, dort nicht erwähnt zu werden.

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Nov 19 2000

Aus der Radiowelt

Abgelegt von Konstantin Klein um 16:36 unter Sad and Beautiful, Service Point

Worüber habe ich mich gestern nacht noch aufgeregt? Richtig, über das bundesdeutsche Radio(un)wesen. Wobei das schon wieder ungerecht ist. Denn bundesdeutsche Radiomacher sind ja nicht von Grund auf blöd - aus zwei Gründen:

  1. weil ich selbst zu dieser Bevölkerungsgruppe gehöre, wenn auch nicht mehr ganz so intensiv wie früher
  2. weil sie es nicht sind.

Nein, Radio- und auch Fernsehmacher wissen ja ganz genau, was sie tun, und warum sie es tun. Meinungsforscher und andere kluge Menschen sagen ihnen, wie sie ihr Programm zu gestalten haben, um anderen Sendern das Publikum wegzunehmen. Das heisst: Was wir in bundesdeutschen Programmen sehen, ist genau das, was das Publikum will.

Und darüber kann ich mich aufregen. Denn ich weigere mich zu glauben, dass das Publikum tatsächlich stundenlang dumpfe Plastikmusik aus Massenproduktion hören will. Aber wahrscheinlich gehöre ich mit meinem Musikgeschmack längst zu den Sauriern.

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Nov 17 2000

Im Geschwindigkeitsrausch

Abgelegt von Konstantin Klein um 04:55 unter Reality Check, Tech Nation

Whoa! Hoffentlich hat mein Computer Airbags (zusätzlich zu dem, der davor sitzt und gerade Nichtigkeiten tippt)! Auch Sicherheitsgurte vermisse ich sehr. Klein ist im Geschwindigkeitsrausch.

Keine Panik. Es ist alles in Ördning. Ich bin nicht schneller unterwegs im Netz als sonst auch. Es ist nur dieser Browser…

Dass ich seit ein paar Tagen reumütig in den Schoss der Netscape-Gemeinde zurückgekehrt bin, hat sich ja wohl herumgesprochen. Dass ich seit ein paar Minuten Netscape 6 auch wieder benutzen kann, nachdem es sich gestern morgen wortlos verabschiedet hatte, ist neu, nur bedingt befriedigend, aber immerhinque. Und dass Netscape 6 schneller ist als viele andere Browser, das trompetet Netscape ja schon seit der ersten Preview-Fassung im April hinaus.

Und was macht Klein? Er geht zu C|Net und testet die tatsächliche Geschwindigkeit. Glaubt er jedenfalls. Solange, bis der Test sagenhafte 1027.9 kbps ergibt, was für einen 384-kbps-DSL-Anschluss nun wirklich beachtlich wäre.

Was lernt uns das? Geschwindigkeit ist eben relativ, und Netscape 6 ist vielleicht einfach so verspoilert und tiefergelegt, dass einem die Internet-Richtgeschwindigkeit wie mindestens 180km/h vorkommt.

Und um die Analogie auch wirklich totzureiten: So schnell wie der Browser ist, so lahmarschig (das darf ich auf meiner eigenen Webseite sagen!) ist das Mailprogramm. Eben ein Postauto.

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Nov 15 2000

Fortsetzung

Abgelegt von Konstantin Klein um 05:24 unter Inside the Beast, Tech Nation

Und wenn sich jetzt noch einer wundert, worüber ich vor einem Arbeitstag hier geschwafelt habe: Ich habe den Weg gefunden, auch Netscape 6 davon zu überzeugen, dass die gelben Rechtecke auf jeder Seite tatsächlich Rechtecke sind (und nicht etwa Zebrastreifen in den Vatikanfarben): Es ist ein CSS-Kommando, das von keinem anderen Browser bisher unterstützt - und von diesen anderen Browsern deshalb ignoriert - wird.

Und? Interessiert das etwa jemand? Nein? Dann brauche ich ja auch nicht erzählen, dass Netscape 4.x noch Probleme mit dem Zeilenabstand hat, weshalb… schnarch.

Morgen fällt mir dann vielleicht wieder was interessantes ein.

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Nov 14 2000

Überraschung am Morgen

Abgelegt von Konstantin Klein um 13:11 unter Net Life, Tech Nation

Wache ich doch nichtsahnend auf und tapere unrasiert und auch sonst unvorbereitet an den Rechner für die Frühmail. Erste Erkenntnis: Netscape 6 ist final! Erste Tat: Die Beta-Version vom Rechner schmeissen, die finale Version installieren.

Fein, fein. Schon wieder ein Netscape-Browser, der zum Laden länger braucht als sein IEx-Gegenstück. Aber endlich ein Netscape-Browser, der schneller ist als das Gegenstück aus dem Hause Microsoft.

Und natürlich gibt es ein Problem: Die bereits angedeuteten Schwierigkeiten mit der Darstellung der gelben Fläche auf jeder Seite bleiben auch in der finalen Version. Weshalb ich an dieser Stelle um etwas Geduld bitte - ich kriege das Problem schon in den Griff.

Oder auch nicht.

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Nov 13 2000

Politische Gartenarbeit

Abgelegt von Konstantin Klein um 14:34 unter Sad and Beautiful

Mein Laubbläser ist kaputt. Jetzt muss ich das Laub manuell zusammenkehren. Macht mich das zu einem Vorgarten-Demokraten??

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Nov 13 2000

dot dot

Abgelegt von Konstantin Klein um 05:09 unter Net Life

ICANN, das Internationale Konsortium für die Verteilung von Namen und Nummern und als solches zuständig für die Zulassung sogenannter Top-Level-Domains (das ist das, was bei Internetadressen hinter dem Punkt kommt - also .de, .com und so…), hat sich so gut wie entschieden. Und wir können uns schon mal auf neue TLDs gefasst machen.

.biz (wie business) hat gute Chancen, .museum komischerweise auch, und sogar .dot soll es geben, was nur komisch ist, wenn man es englisch ausspricht (siehe Überschrift!). Was es jedoch nicht geben soll, ist .xxx (wie die amerikanische Bezeichnung für Pornofilme), aber auch .kids für kindergerechte Seiten. Angeblich, weil man im letzteren Fall ja nicht feststellen kann, ob es wirklich Kinder sind, die die Seiten besuchen. Dürfen Erwachsene jetzt auch keine Kinderbücher mehr lesen?

Egal. Worauf private Homepage-Besitzer jetzt warten - nach Unterverzeichnissen (http://www.anbieter.de/besitzer), Subdomains (http://besitzer.anbieter.de) und Second-Level-Domains (http://www.besitzer.de) -, ist natürlich die eigene TLD. Aber solange http://www.konstantin.klein (bzw. der .klein-Anteil) noch Registrierungsgebühren von mehreren zehntausend Dollar bedeuten, werde ich mir das verkneifen. Und Sie auch.

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