Archiv für Dezember 2000

Dez 24 2000

…und Frieden auf Erden!

Abgelegt von Konstantin Klein um 00:30 unter Inside the Beast

Wer diese Seiten kennt, erwartet vermutlich jetzt Zynisches von mir. Wer mich kennt, weiss es besser: Ab und an ist Klein ein weichherziges Tränentier, sentimental bis zum Anschlag und auch noch zufrieden damit.

Weshalb ich jetzt, wenige Stunden vor Heiligabend, mich auf diesem Weg bei allen bedanken möchte, denen ich in diesem Jahr über den Weg gelaufen bin, die mir über den Weg gelaufen sind, mit denen ich Geschäfte oder einfach nur Blödsinn gemacht habe. Vielen Dank dafür, und nicht nur Euch/Ihnen, sondern wirklich allen Menschen, Tieren und Pflanzen auf diesem kaputten Planeten die allerbesten Wünsche für das Jahr 2001 (Regie: Stanley Kubrick)!

Es wird ein gutes Jahr. Sag ich mal so. Warum auch nicht. Und ich freue mich darauf, alle, die diese Worte jetzt lesen, im neuen Jahr hier und im wirklichen Leben wieder zu begrüssen.

Was das wirkliche Leben bringt, ist noch nicht raus. Hier wird es im neuen Jahr (wenn auch vielleicht nicht gleich am 1. Januar frühmorgens) neue Seiten geben - für die Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen, und für alle anderen auch.

Wir sprechen uns noch!

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Dez 23 2000

Mail & Netscape

Abgelegt von Konstantin Klein um 05:33 unter Inside the Beast, Net Life

Hätte mir ja auch mal einer Bescheid sagen können, oder? Ist doch wahr…

Also: Baue ich doch heute in diese Seite die Möglichkeit ein, sich meine bedeutenden Erkenntnisse auch in die Mailbox schicken zu lassen, um sich den mühsamen Trip hierher zu ersparen; und wie sich das gehört, teste ich die umgebaute Seite und die Funktion in den verschiedensten Browsern - denn, wie wir wissen, ist das Wort “Standard” in der Welt der Browser sehr relativ (was ich als temporärer Linux-User durchaus weiss). Gehe ich also die Liste der Browser durch, die sich auf meiner Maschine drängeln: Netscape 6, Internet Explorer 5.5, Opera 5.01 (herzlichen Glückwunsch übrigens an die Opera-Normannen, die fast schon ein Netscape/Microsoft-verdächtiges Verhalten an den Tag legen: keine vier Wochen nach dem Erscheinen des neuen Browsers schon einen Patch nachliefern! Tsk, tsk…)

Nun, es sieht so aus, als hätte ich diese Seiten schon länger nicht mehr mit einem Netscape 4.x-Browser angeguckt.

Der Horror!

Offensichtlich hat Netscape 4.x mit Inline-Styles so seine Probleme. Was das ist, muss ich jetzt nicht erklären; wer’s nicht weiss, den wird es auch (mit Recht) nicht interessieren. Nun habe ich bei dem Ausbau der Seiten exzessiv Inline-Styles verwendet, um nicht jedesmal die externen Stylesheets ändern und ergänzen zu müssen (nochmal: für die meisten ist die Technik wenig interessant). Die Folge: ein wüstes Durcheinander auf dieser und einigen anderen Seiten, wenn mit Netscape 4.x betrachtet.

Was mich wundert: Offensichtlich gucken sich Menschen das Durcheinander an (das sagen mir die Besucherlogs), und anstatt “Himmel und Hölle” zu schreien, denken sie nur, dass der Klein keine Ahnung von HTML hat.

Nu sagt doch was. Bitte. Hier oder hier. Aber lasst mich doch nicht wie der letzte Depp dastehen (schluchz)!

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Dez 22 2000

Yahoo! und die Yahoos

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:47 unter Net Life, Politics R Us

Ein “Yahoo” ist laut Langenscheidts Handwörterbuch ein “brutaler Kerl”, ein “Saukerl” (das ist nicht erfunden; ich beziehe mich auf die Ausgabe von 1996!). Yahoo! fällt nicht unter diese Definition - ganz im Gegenteil: die Yahoos von Yahoo! gehen ausgefuchste juristische Wege. Weil sie müssen.

Wir erinnern uns: Yahoo! France ist in Schwierigkeiten; ein französisches Gericht hat es erst dazu verurteilt, innerhalb des eigenen Angebotes alle Links zu neonazistischen Seiten zu blockieren, und jetzt sollen auch alle Angebote von Nazi-Paraphernalien von den Auktionsseiten von Yahoo! USA verschwinden, oder…

Weshalb besagte Yahoos sich jetzt von einem US-Gericht bescheinigen lassen wollen, dass Gerichte auswärtiger Rechtsprechung keinen rechtlichen Zugriff auf die Geschäftspraktiken im Inland (= USA) haben. Das ist von besonderem Interesse, weil ja auch der Bundesgerichtshof die Verbreitung nazistischer Inhalte von Servern im Ausland (= die ganze Welt ausser Deutschland) als strafbar bezeichnet hat.

Das ganze ist jetzt schon Thema in der Washington Post, die sich sonst wenig mit deutschen Themen abgibt - schliesslich ist Deutschland ein befreundetes Land ohne grosse Probleme (jedenfalls aus der Sicht der Post).

Ich habe mich heute mit ein paar Nachbarn über die bundesdeutsche und auch die französische Rechtsprechung gegen Nazis im Internet unterhalten. Sie haben verstanden, warum ein deutsches Gericht einen derartigen Spruch geradezu fällen muss; sie sind aber auch der Meinung, dass Urteile wie die aus Frankreich und Deutschland wenig Sinn haben. Nicht nur, weil die USA ohnehin machen können, was sie wollen, und sich um Gerichtsurteile aus dem Ausland generell wenig scheren, wenn sie (die Urteile) ihnen (den USA) nicht in den Kram passen; nein, besonders wichtig ist Amerikanern nach wie vor die Redefreiheit, festgelegt im Ersten Anhang zur US-Verfassung.

Und ich kann es verstehen. Denn - Entschuldigung, aber es ist so: Was ist eine Demokratie wert, die glaubt, Gedanken - und seien sie noch so krank - verbieten zu müssen - und zu können? Wir sehen es ja am Beispiel von “Mein Kampf”: das Buch ist seit dem zweiten Weltkrieg in Deutschland verboten und - dank dem lobenswerten Einsatz des Freistaates Bayern als “Erben” des Urheberrechts - auch sonst nirgendwo legal herzustellen. Und trotzdem hat jeder Alt- und Neonazi das Ding im Regal stehen. Und ausrotten liess sich die Nazerei durch die Verbote offensichtlich auch nicht.

Gedanken oder Gegenargumente dazu? Ab ins Gästebuch damit!

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Dez 21 2000

Noch’n Button

Abgelegt von Konstantin Klein um 02:07 unter Net Life

Es ist gerade mal drei Tage her, dass ich mich bei aller Begeisterung lustig gemacht habe über das Projekt, mit verteilter Rechenzeit auf vielen, vielen PCs nach extraterrestrischer Intelligenz zu suchen. Und ich habe mir Gedanken gemacht, ob das Prinzip auch auf sinnvolle Projekte anzuwenden ist.

Es ist. Siehe den Button oben auf dieser Seite. Und sobald SETI die laufende Recheneinheit beendet hat, bekommt Fight AIDS @ home überflüssige Rechenzeit von mir geschenkt. Nicht nur, weil bald Weihnachten ist.

Und sollten Sie sich entscheiden, ebenfalls ungenutzte Rechenzeit zu spenden, dann geben Sie doch beim Anmelden “worldwideklein” als Team-Namen an - ich habe nichts davon, aber gemeinsam sind wir stärker…

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Dez 20 2000

Vorweihnachtlicher Schrecken

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:40 unter Politics R Us

Nur wer eine Tochter oder einen Sohn im schlumpffähigen Alter hat, weiss, was ich auszustehen habe…

“Schlumpfhausen ist ein weisses Märchenland…”. Tirili, tirilo.

Aber das gehört nicht hierher.

Wirklich unheimlich finde ich nämlich, was der nächste Präsident der Vereinigten Staaten gesagt hat (er hat es schon gestern gesagt, aber ich hatte es bis eben erfolgreich verdrängt). Auf einer Pressekonferenz sprach er Staatsmännisches zum Thema “Überparteilichkeit”, was nach dem Nachwahlkampf auch herzlich nötig ist. Alles wäre gut und ich wäre sogar beeindruckt gewesen, wenn er nicht noch einen draufgesetzt hätte:

“Es wäre alles verdammt viel einfacher, wenn wir eine Diktatur hätten - solange ich der Diktator bin.”

Har. Har. Har.

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Dez 19 2000

Wenn es Nacht wird im Netz…

Abgelegt von Konstantin Klein um 02:48 unter Net Life

Von Zeit zu Zeit wird es richtig unheimlich im Netz. Wenn man von einem an sich ganz netten Menschen eine unangekündigte Mail samt Attachment bekommt (etwas, das man als sicherheitsbewusster Mensch ohnehin ablehnt), und wenn sich dann beim Öffnen dieser Mail DigiBlondie zeigt und einem die Mail vorliest. Mit einer Kälte, wie sie in einem hitzeanfälligen Pentium-Chip so nicht zu vermuten wäre…

OK, was ist das hier? Das Ganze heisst “FaceMail”, was uns irgendwie einleuchtet, und wurde von LifeFX entwickelt (download für die ganz Unerschrockenen über die Seite der Firma oder über C|Net). Es ist ein Gratis-Service (sehen wir hier mal wieder ein Beispiel des begnadeten business plans, mit einem Produkt Millionen zu verdienen, das nichts kostet?), und es soll selbstverständlich noch stark ausgebaut werden - im Endstadium soll es mehr als nur fünf Gesichter und zwei verschiedene Stimmen geben, und der furchtlose User soll sogar ein eigenes Passphoto digitalisieren und animieren lassen können…

Die Idee dahinter ist ja nicht falsch: Eine Mail mit Gesicht und Stimme frisst zwar Bandbreite, dass es eine wahre Pracht ist, wirkt aber doch netter und vor allem 21.-Jahrhundert-mässiger als der reine Text.

Nur dass das eigentlich nichts neues ist. Wer eine Webcam besitzt, weiss, dass sich damit auch VideoMail produzieren und verschicken lassen. Die hat den Nachteil, dass sie meistens noch mehr KiloBits auf die Waage bringt, aber den Vorteil, dass sie das Original zeigt und deshalb nicht gespenstischer wirkt als der Absender persönlich (was manchmal schon gespenstisch genug sein kann, aber das ist eine ganz andere Geschichte…).

Nun gut, mein Geld isses ja nicht. Macht, was Ihr wollt. Und wer FaceMail ausprobieren will, kann mir ja eine schicken - ich habe noch Platz auf der Festplatte und werde deshalb den dazugehörigen Player nicht sofort löschen…

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Dez 18 2000

E.T. or not E.T.

Ein kleiner Button, 90×32 Pixels gross, verteilt auf diesen Seiten, verrät es: Klein ist übergeschnappt. SETI@home, die Suche nach ausserirdischer Intelligenz am heimischen Computer? Wie jetzt?

Um es klarzustellen: Ich glaube nicht an E.T., kleine grüne Männchen und fliegende Untertassen (solange ich sie nicht selbst geworfen habe, zumindest). Und ich glaube auch nicht daran, dass die SETIs von der Universität in Berkeley tatsächlich einen E.T. mit ihrer auf Millionen von heimischen PCs verteilten Suche finden werden.

Warum unterstütze ich das Projekt dann mit einem Button auf diesen Seiten und mit Rechenzeit auf meinem PC?

Weil ich die Idee unheimlich faszinierend finde, durch das Zusammenschalten vieler Standard-PCs die Rechenleistung eines Supercomputers spielend zu übertreffen. Darum.

Und vielleicht findet sich ja auch bald eine wirklich sinnvolle Aufgabe für dieses weltumspannende Rechenzentrum. Oder die Rechner tun sich zusammen und unterjochen uns.

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Dez 17 2000

Mehr Post im Fach

Abgelegt von Konstantin Klein um 18:01 unter Net Life

Anstatt an diesem windigen Sonntagvormittag zu arbeiten, habe ich die letzte Stunde auf den Seiten von FuckedCompany und DotComFailures verbracht. Und irgendwie fehlt es mir jetzt an Motivation…

Das ist nicht fair.

Jetzt habe ich die Newsletters beider Seiten abonniert - damit ich jeden Tag mit der gleichen Motivation in den selben gehen kann.

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Dez 17 2000

Sachstand

Abgelegt von Konstantin Klein um 08:04 unter Inside the Beast

Keine grossen Neuigkeiten heute. Habe den Abend damit verbracht, diese Seiten vollends Opera-tauglich zu machen (da gab es noch kleinere Probleme mit der Darstellung des Menus in Listenform - auch CSS-Konformität ist offensichtlich nur relativ!).

Das bedeutet, dass diese Seiten jetzt in den aktuellen Versionen der beiden Gigantenbrowser und in der ersten “Gratis”-Version (auch das ein relativer Begriff: gratis ist Opera nur, wenn man sich Bannerwerbung anguckt!) des europäischen Rebellenbrowsers gleich aussehen. Solange noch genügend Versionen von Netscape 4.x im Umlauf sind, wird es auch noch Menschen geben, die diese Seiten leicht verändert sehen - die Sache mit dem Zeilenabstand sehen die älteren Netscapes eben noch individualistisch.

Es gibt viel zu tun. Lassen wir’s sein!

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Dez 15 2000

Breiter Arsch

Abgelegt von Konstantin Klein um 05:05 unter Under Pressure

(Woll’n wa doch mal sehen, ob die Überschrift nicht zum Lesen reizt…)

Es ist später Abend in Washington, DC. Der Arbeitstag war überraschend kurz, verglichen mit den letzten Wochen. Aber für freiberufliche Familienväter gibt’s auch nach dem Abendessen noch zu tun. Einen aktuellen Beitrag für einen Abnehmer in Deutschland schreiben, produzieren und überspielen, beispielsweise. Oder endlich (nach dem ganzen präsidentialen Dreck der letzten fünf Wochen) nach Weihnachtsgeschenken suchen.

Habe ich alles gemacht, heute abend. Was den Beitrag angeht, erfolgreich (landet nach der Sendung am Wochenende aus aktuellem Anlass auf der Works-Seite), was die Weihnachtsgeschenke angeht, leider weniger.

Und was hat das alles mit dem angesprochenen breiten Arsch zu tun?

Den habe ich mir heute abend wieder ersessen. Weil ich alles, inklusive der Wahrnehmung der Fernsehnachrichten, an meinem Computer gemacht habe und mich eigentlich nur zum Kühlschrank bewegt habe, um eine neue Cola zu holen. Diet Coke, aber das hilft auch nix mehr.

Ich finde Computer ja grundsätzlich klasse, vor allem, weil meiner sich Windows-untypisch verhält und meistens tut, was man ihm sagt. Und meiner natürlichen Faulheit kommt es entgegen, dass ich mich eigentlich nicht weit bewegen muss, um alles zu erledigen. Und was habe ich davon?

Ich darf mit Salaten und so versuchen, vor Weihnachten noch etwas weniger zu werden. Weia!

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