Archiv für Januar 2001

Jan 31 2001

Reine Nervensache

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:43 unter Inside the Beast

Spätestens seit dem Film “Analyze This!” (auf deutsch unter dem Titel “Reine Nervensache” herausgekommen) wissen wir ja nicht mehr, ob die Abkürzung OCD für die Verhaltensstörung Obsessive Compulsive Disorder oder doch für das Organized Crime Department (Abteilung Organisiertes Verbrechen) steht.

Aber wie dem auch sei: Killer, mein schwarzes Riesensensibelchen, leidet eindeutig an OCD. Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, höre ich aus den entferntesten Ecken des Hauses jämmerliches Wehklagen der Art, mit der normale Katzen andeuten wollen, dass sie seit Jahren nichts anständiges mehr zu essen bekommen hätten und nun gefälligst gefüttert werden wollen. Nur dass es meinem Killerkater gar nicht aufs Essen ankommt (oder doch erst in zweiter Linie). Das furchterregende Gejammer hört erst auf, wenn ich einem ganz bestimmten Ritual folge.

Weshalb ich also jeden Abend nach der Arbeit mich auf die Liege in meinem Arbeitszimmer strecke, worauf der Kater am Fussende die Liege (und mich) betritt, mit seinem ganzen Gewicht von gewogenen 13,5 (US-)Pound auf mir zu meinem Gesicht marschiert, mir in dasselbe guckt und - geht. Das war’s. Deswegen diese Show. Jeden Abend.

Bescheuert. Aber gut, dass es wenigstens eine feste Grösse in meinem Leben gibt.

Technorati Tags

Comments Off

Jan 31 2001

Pleite, die zweite

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:44 unter Inside the Beast

Was für ein Dienstag! Im Auftrag der Wahrheitsfindung und der Deutschen Welle (”Keiner kann zween Herren dienen!” - M. Luther) zwei Themen professionell und gründlich zu Tode recherchiert (journ. Fachausdruck für “Haufen Arbeit gehabt, aber keine Story”). Währenddessen stundenlang das selbe Bild vom heimischen Schreibtisch gesehen. Schon befürchtet, dass DSL-Provider die Leitung gekappt hat (s.u.).

Irrtum. Rechner war am Morgen abgestürzt (was er zugegebenermassen eher selten tut), und weil ich auf einer Maschine Windows und Linux von einem Dual-Boot-Menu aus starte (und immer noch zu faul war, die Standardeinstellung “Linux” zu ändern), hat sich der Rechner eben nach Linux gebootet. Was zwar ehrenvoll ist, aber nichts bringt, weil Linux ein Password verlangt und ohne Password gar nichts tut (auch mit Password unterstützt es meine Webcam nicht - das Standbild wäre also so oder so gekommen).

Tja.

Dann ging meine Telefonleitung kaputt, was angesichts des drohenden DSL-Endes doppelt peinlich ist. Und dann wollte ich meine schwarze Katze erheitern und führte ihr einige Tricks mit dem YoYo vor. Jetzt hat sie ‘ne Beule am Kopf.

Sonst geht’s uns hier aber gut, und wir gehen freudig ins Bett. Was für ein Dienstag. Sinnvolles für treue Weblog-Leser gibt’s morgen wieder.

Comments Off

Jan 30 2001

Vor der Pleite

Abgelegt von Konstantin Klein um 00:30 unter Net Life, Reality Check

Wie wir aus der Gerüchteküche von Fuckedcompany täglich erfahren, müssen sich immer mehr Menschen in der new economy damit abfinden, dass ihr Arbeitgeber vor der Pleite steht. Als Freiberufler bin ich mein eigener Arbeitgeber und somit an diesen Zustand gewöhnt.

Neu ist dagegen, dass zumindest ein Teil von WorldWideKlein von einer bevorstehenden Pleite bedroht ist - die WebCam. Mein DSL-Provider (ein Link hat hier wenig Sinn) hat am 8. Dezember Gläubigerschutz beantragt - was bedeutet, dass er vorläufig weiterarbeiten kann, auch wenn eigentlich kein Geld mehr da ist (wo sind denn dann meine fünfzig monatlichen Dollar geblieben?). Das bedeutet aber auch, dass der Service jederzeit abgeschaltet werden kann. Und das bedeutet schliesslich, dass ich unter den Regeln des Gläubigerschutzes mich nicht einfach aus dem Vertrag verpfeifen kann, sondern brav warten muss, bis der Konkursrichter “Jetzt!” schreit.

Weil aber die WebCam abwechselnd über eine DSL-Leitung updated oder live übertragen wird, und weil ich nicht ständig neben dem PC sitzen kann, ist es möglich, dass eines Tages die WebCam stehen bleibt.

Frage: Wem kann ich dafür eigentlich die Schuld geben - dem neuen Präsidenten der US of A, oder dem Erfinder des Internet, Al Gore?

Technorati Tags

Comments Off

Jan 29 2001

Sentimental Radio

Abgelegt von Konstantin Klein um 01:18 unter Culture Vulture

Aufstehen in Berlin, schlafen gehen in Washington, Gepäck in Amsterdam. Noch Fragen?

Und der Tag hat sich doch gelohnt - in Sitz 32C habe ich endlich das Buch ausgelesen, das ich schon seit Weihnachten von Schlafenszeit zu Schlafenszeit mitschleppe: “Two O’Clock, Eastern Wartime” von John Dunning (übrigens: keine/r soll sich gezwungen sehen, diesen Link auch zu klicken - aber Amazon liefert auch nach Europa…). Und warum mag ich dieses Buch? Es ist bisher nur auf Englisch erschienen, vergleichsweise anstrengend, weil verwirrend (was ja auch wieder nicht falsch für einen Thriller ist), und es spielt unter anderem in einer Radiostation in New Jersey im Jahr 1942.

Und das ist der Moment, wo ich dahinschmelze. Weil in dieser Station Radio gemacht wird, wie es in Deutschland nie gemacht wurde (weil zu dieser Zeit in Deutschland andere das Sagen hatten), und weil darin Absätze vorkommen wie:

Erstaunlich, wie schnell das alles vorbei war. Wie etwas, das so gross und voller Lebenskraft war, zu einem Theater labernder Diskjockeys und aufgeblasener, überheblicher Talkmaster verkommen konnte… Harford starb, und seine Station wurde wieder und wieder verkauft. 1955 nannte sich der Sender WROK, “The Big Rock”, und eine neue Generation von sehr anderen Radiomenschen, keiner älter als dreissig, sass im oberen Studio, spielte Rock’n'Roll, redete über die Musik, sagte eigentlich nichts und füllten die Zeit mit pausenlosem Lärm. (Spontanübersetzung von mir)

Und warum ist das jetzt besonders lustig? Weil ich, noch nicht dreissig, Rock-Musik spielte, über die Musik quatschte, eigentlich nicht viel sagte und die Zeit… Nun ja.

Technorati Tags ,

Comments Off

Jan 28 2001

Mac Macken

Abgelegt von Konstantin Klein um 02:48 unter Inside the Beast, Net Life

Gelegentlich möchte ich doch gerne die verantwortlichen Chefarchitekten von Microsoft, Netscape, MacOS und noch so einige andere an den Ohren nehmen und mit den Köpfen zusammen rasseln lassen (etwas, das ich übrigens von Zeit zu Zeit auch gerne mit nationalen und/oder internationalen Politikern machen würde - die Liste ist jedoch lang und bei weitem nicht vollständig). Denn einer von denen (den Softwarefürsten, nicht den Politikern) ist schuld daran, dass die kleine, aber irgendwie erlesene Minderheit derer, die den Internet Explorer auf einem Mac verwenden, mit diesen Seiten Probleme haben.

Ich habe die Seiten immer wieder gecheckt, und unter Windows und Linux funktionieren alle Links einwandfrei. Sogar Mac-User haben keine Probleme, vorausgesetzt, sie verwenden Netscape. Nur der IEx macht Zicken, indem er die Links zwar als solche anzeigt (sprich: farblich abgehoben), aber hinterhältigerweise nicht als solche behandelt. Nun gilt der Internet Explorer für den Mac als besonders standard-treu; auf der anderen Seite sagt man das gleiche über Netscape 6 und Opera 5 - und die verhalten sich so, wie ich es gerne hätte.

Einen Hinweis des Schockwellenreiters habe ich noch, dem ich Anfang der Woche hoffentlich nachgehen kann - danach bin ich ratlos.

Aber das bin ich ja auch, wenn ich mir amerikanische Wahlergebnisse oder deutsch-amerikanische Scheidungsdramen angucke.

Technorati Tags , ,

Comments Off

Jan 26 2001

Alt und weise

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:28 unter Net Life

OK, meine ersten grauen Haare hatte ich mit 27 - jetzt habe ich kaum noch braune. Darüber hinaus finde ich Treue einen sehr befriedigenden Zustand und halte einen Volvo für ein schickes Auto.

All das deutet schon darauf hin, dass ich entweder vorzeitig senil oder vorzeitig weise geworden bin. Ihr habt die Wahl.

Nein, habt Ihr nicht. Denn es muss die Altersweisheit sein, die mich gepackt hat. Anders ist es nicht zu erklären, dass ich bei der folgenden Mail keinen Schreikrampf bekommen habe:

Von: Siemers, Dr. Helge
Gesendet am: Donnerstag, 25. Januar 2001 17:05
An: Alle Mitarbeiter der BLR
Betreff: Virus Warnung !!!

Virus Warnung !!!

Vor wenigen Minuten erreichte uns folgende Virenwarnung: Der Virus WOBBLER, trifft per E-Mail mit dem Titel “CALIFORNIA” ein. IBM und AOL haben mitgeteilt, dass dieser Virus praktisch “tödlich” ist, schlimmer als Virus MELISSA.

Virus CALIFORNIA löscht alle auf der Festplatte gespeicherten Informationen, zerstört Netscape Navigator und Microsoft Internet Explorer. Keine Post mit diesem Titel öffnen. Bitte diese Information auch an alle Bekannten, Mitarbeiter usw. weitergeben, die per E-Mail arbeiten.

Bisher sind wenige über diesen Virus informiert; daher bitte so schnell wie moglich alle anderen auch informieren. Wenn Sie elektronische Post mit dem Titel “Win A Holiday” erhalten, auf gar keinen Fall öffnen; alle auf der Festplatte gespeicherten Informationen gehen verloren.

O.g. Informationen wurden von Microsoft bekannt gegeben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr.Helge Siemers

Ach ja. Wann werden wir endlich so klug sein, Warnungen wie diese, so exklusiv, dass sie in keinem Online-Fachmagazin auftauchen, immer mit Bezug auf eine “authentische” Quelle wie Microsoft (ausgerechnet!) und immer ganz, ganz wichtig, als das zu erkennen, was sie sind: eine moderne Form des Kettenbriefes?? Und wann werden wir endlich soweit sein, dass es ohnehin selbstverständlich ist, unaufgeforderte Post von Unbekannten ungelesen zu löschen?

Ich fürchte: Niemals. Seufz.

Technorati Tags ,

Comments Off

Jan 24 2001

Der Präsident und ich

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:16 unter Net Life

Es gibt Unterschiede zwischen George W. und mir. Ich muss beispielsweise keine Cowboystiefel zur Arbeit tragen, weil mir sonst meine Wähler die Hölle heiss machen würden. Ich kenne den Unterschied zwischen Slowenien und der Slowakei. Und ich habe noch keine USA-weite Wahl verloren…

Wir haben aber auch was gemeinsam: eine Web Site. Und seine hat ungefähr soviel Inhalt wie meine. Frage: Spricht das jetzt gegen ihn - oder gegen mich?

Technorati Tags

Comments Off

Jan 22 2001

Nochmal Crypto

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:40 unter Net Life, Service Point

Vielleicht artet es langsam in Besessenheit bei Yours Truly aus, aber ich verstehe immer noch nicht, warum Menschen sich einerseits über mangelnde Datensicherheit beschweren, andererseits aber offenbar nichts daran finden, die persönlichsten Dinge per Email verschicken, dem digitalen Gegenstück einer Postkarte. Dabei ist es wirklich nicht sooo schwer, seine Mail zu sichern - durch Verschlüsselungsverfahren wie Pretty Good Privacy beispielsweise. Das hat auch nichts mit Paranoia zu tun oder damit, dass mensch glaubt, nichts zu verbergen zu haben; wenn das wirklich so wäre, dann lasst Euch doch künftig beispielsweise das Ergebnis des nächsten HIV-Tests, den Ihr als (hoffentlich) verantwortungsbewusste Erwachsene macht, per Lautsprecherwagen in der Nachbarschaft mitteilen!

Es gibt eben Dinge, die andere nichts angehen. Email gehört dazu. Und noch ein Tip für alle, denen die Installation eines eigenen Programms zu umständlich oder zu unheimlich ist (was für Windows-User verständlich wäre…): Verschlüsselung ist in den gängigsten Mail-Programmen (MS Outlook, Outlook Express, Netscape Mailer, Eudora) schon eingebaut; um sie zu nutzen, müsst Ihr Euch nur den Public Key Eures Mail-Freundes besorgen und ihm Euren geben. Und diese Keys finden sich beispielsweise in den “Persönlichen Zertifikaten”, wie sie von Web.de oder Thawte kostenlos ausgestellt werden.

Ich weiss, ich wiederhole mich - und ich werde es solange tun, bis Ihr mir glaubt.

Mehr zu dem Thema gibt es in dem Buch, das ich derzeit lese: Crypto : How the Code Rebels Beat the Government - Saving Privacy in the Digital Age (OK, viel länger dürfte der Titel wohl nicht sein). Das Buch ist ein Fest für Verschwörungstheoretiker (die böse, böse NSA ist an allem schuld und hätte beinahe über die Guten gesiegt!), erklärt aber auch, warum Kryptografie eben doch wichtig ist, und was man damit erreichen kann. Etwas mehr Sicherheit eben.

BTW: Vielen Dank an den Schockwellenreiter für die freundliche Erwähnung in seinem Web Log - wenn ich danach nicht reich und berühmt werde, dann muss es an was anderem liegen…

Technorati Tags , , , ,

Comments Off

Jan 21 2001

Eine dunkle und stürmische Nacht

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:17 unter Net Life

“It was a dark and stormy night…” - dies ist (für alle, die es natürlich auch ohne diesen Hinweis gewusst hätten) eine Hommage an Charles M. Schulz, den Autor der in ihrer gelegentlichen Humorlosigkeit sehr erheiternden “Peanuts” und den Mann, der das “M” mit Stolz im Namen tragen konnte. Diese dunkle und stürmische Nacht (naja, eigentlich nur dunkel und regnerisch) sieht George W. Bush, den Mann, der warum auch immer auf das “W” in seinem Namen so stolz ist, von einem Amtseinführungsball zum nächsten hetzen. Mich sieht diese Nacht am Computer, die Webseite eines Freundes aktualisieren.

Frage: Wem von uns beiden geht’s besser?

Antwort: Mir. Weil ich morgen einerseits keinen Kater haben werde (ausser natürlich “Killer”, mein schwarzes Riesensensibelchen), und weil ich andererseits auch morgen noch sagen und schreiben kann, was ich will, ohne dass die Weltpresse und die Opposition über mich herfallen. Obwohl das vielleicht sogar eine reizvolle Vorstellung sein könnte… Einmal von der Washington Post in der Luft zerissen werden!

Houston, ich habe ein Problem.

Comments Off

Jan 18 2001

Was andere machen…

Abgelegt von Konstantin Klein um 09:28 unter Inside the Beast

Andere verbringen ihre Nächte mit dem/der Liebsten oder wenigstens dem/der Lebensabschnittsgefährten - ich verbringe meine Nacht damit, einem neuen Notebook alles beizubringen, was es wissen muss, um im Kollegenkreis bestehen zu können. Und was lernt uns das? Auch Computer sind Lebensabschnittsbegleiter.

Das falsche “lernt” war übrigens Absicht.

Comments Off

Nächste »