Archiv für März 2001

Mrz 30 2001

Ich staune

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:29 unter Politics R Us

Nach einer Nachtsendung des DeutschlandRadio Berlin zum Thema “Nationalismusdebatte” muss ich zugeben, dass es in dieser Bundesrepublik offensichtlich doch möglich ist, sachlich über das Thema - und über die andauernde Debatte - zu diskutieren.

Respekt.

Hatte ja schon geglaubt, diese Debatte wäre nur noch mit Skinhead-Vergleichen und Rücktrittsforderungen zu führen. Herr Meyer, Herr Trittin und all die anderen Vögel: Nehmen Sie sich ein Beispiel! Und halten Sie bitte solange den Rand, bis Sie etwas Substantielles zu sagen haben.

Gleiches werde auch ich tun - meine Lektüre von Friedrich Reck-Malleczewens “Tagebuch eines Verzweifelten” wird noch ein/zwei Tage andauern. Nur soviel schon jetzt: Es ist - da hat Monsieur Praschl recht - schwer einzuordnen, und es bereitet trotz beeindruckend gewalttütiger Formulierungen nicht ein bisschen Freude, es zu lesen. Und das soll es auch nicht.

Technischer Hinweis: Dieses Weblog lädt zu Kommentaren ein (mit der kleinen Sprechblase, auch unter diesem Absatz); die Kommentare aber bitte mit einem schlichten, einfachen (im Gegensatz zum Doppel-) Klick abschicken, sonst verschluckt sich der Server an dem Kommentar und zeigt ihn nicht an. Thank you for your cooperation.

Technorati Tags ,

Comments Off

Mrz 28 2001

Fortsetzun

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:25 unter Reality Check

Schämen sollen sich des weiteren die von mir sonst sehr geschätzten Einwohner der Bundeshauptstadt, und zwar für ihren Radiogeschmack.

Und niemand hat Ute Vogt erlaubt, ihre Schämung vorzeitig zu beenden.

Und überhaupt ist dies nur ein Vorwand, um mitzuteilen, dass ich mir eine Lesepause nehme. Bin Monsieur Praschls Empfehlung gefolgt und habe mir das “Tagebuch eines Verzweifelten” besorgt. Jetzt gehen mir viele Gedanken im Kopf rum, die ich aber erst rauslassen möchte, wenn ich das Buch zu Ende gelesen habe. Dann mehr.

Comments Off

Mrz 27 2001

Aufforderung

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:17 unter Politics R Us

Folgende Personen bzw. Personenkreise sollen sich jetzt bitte was schämen:

  • die baden-württembergische SPD, weil sie ihre Spitzenkandidatin in der gerade abgelaufenen Landtagswahl Ute Vogt als “frisch”, “unverbraucht” und überhaupt “erfrischend anders” vermarktet hat
  • die bundesdeutsche Presse (und da beziehe ich bis zum Beweis des Gegenteils auch die elektronischen Medien mit ein), weil sie diesen Wahlkampfscheiss ernst genommen und Frau Vogt entsprechend vorab gefeiert hat
  • die Wählerinnen und Wähler von Frau Vogt, die diese Kampagne geglaubt und Frau Vogt deshalb ihre Stimme gegeben haben (sozialdemokratische Überzeugungswähler seien hier ausnahmsweise und ausdrücklich ausgenommen)
  • Ute Vogt.

Begründung: Frau Vogt ist zwar erwiesenermassen jünger als Erwin Teufel, gehört einer anderen Partei und sieht selbst für Nicht-Sexisten hübscher aus. Ihr Dankesgeblubber im Fernsehen jedoch (”Zuerst möchte ich mich bei denen bedanken, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben, dann möchte ich meinem Gegenkandidaten zu seinem Wahlsieg gratulieren, und inzwischen habe ich Ihre Frage leider vergessen, aber das macht auch nix, denn es hört ja wohl sowieso keiner hin bei diesen Interviews, gell?” - Nein, hat sie nicht ganz so gesagt, habe ich aber so gehört) - ihr Dankesgeblubber hat sie jedoch verraten: Sie gehört wie alle anderen zu der Kaste der Berufspolitiker, die sich durch formelhafte Reden, falsch verstandene Staatsmännischkeit (nein, Frau Vogt, eine weibliche Form haben Sie nicht verdient!) und eklatante Phantasielosigkeit auszeichnet.

Warum ich so sauer bin? Weil ich durch die Berichterstattung vor der Wahl doch tatsächlich auf die verschrobene Idee gekommen war, hier träte wirklich eine Vertreterin eines neuen Politiktypus an.

Auf was für blöde Ideen man so fern der Heimat kommt…

Technorati Tags ,

Comments Off

Mrz 26 2001

MESZ

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:21 unter Sad and Beautiful

Selten steckt in nur vier Buchstaben soviel Hohn. MESZ! Ha!! (Und dabei verachte ich doppelte Ausrufungen!! Aber anders lässt sich meine Verachtung für diesen Frühlingsanfang nicht ausdrücken!!)

Spätschicht in der Redaktion. Taxifahrt nach Hause. Schlitterschlitter. Die letzten 500 Meter zu Fuss, weil das Taxi nie wieder losgekommen wäre, hätte es erst einmal am Hang angehalten. WinterWaldSpaziergang.

Und ich habe jetzt die Wahl: Entweder ein geistreiches LogPosting zusammenschrauben, oder mich einfach ans Fenster setzen und zusehen, wie der Schnee durch den Lichtkegel der Strassenlaterne tanzt.

Ratet mal, wie ich mich gleich entscheide. Nur eins noch: Vor ein paar Tagen habe ich eine Frage gestellt - und an anderer Stelle eine Antwort gefunden, auf die ich selbst nie gekommen wäre, die aber einleuchtend ist.

So. Jetzt Schneegucken in der Nacht.

Comments Off

Mrz 25 2001

Ad absurdum

Abgelegt von Konstantin Klein um 04:22 unter Reality Check

Vielversprechende, wenighaltende Überschrift, I’m sorry.

Über Sinn und Unsinn verbreiteter Verhaltensformen ist in verschiedenen deutschen Weblogs (kein Link, Grund weiter unten im Text) schon ausführlich diskutiert worden. Inzwischen wird es schick, nicht zu linken und sich dem community-Verhalten bzw. der allgemeinen Eierschaukelei/Eierstockschaukelei (??? Grund weiter unten im Text) zu entziehen. Womit eine der Ideen eines Weblogs schon in gewisser Weise ad oder zumindest in die Nähe von absurdum geführt wird.

Aber was ist von einem zu halten, der (zur Beruhigung: ausnahmsweise) nicht auf fremdes Wirken linkt, sondern nur auf eigene Übersetzungsarbeit auf eines Mitmenschen Seite?

Nix. Ist von dem zu halten.

Grund für Fehlen des gestrigen Eintrages, Inkohärenzen, Inkonsistenzen und Inkontinenzen im heutigen: Habe die letzte Nacht transatlantisch verbracht und leide noch unter Jet Lag und den Folgen eines bummsvollen Fluges.

Wer mir jetzt sagen kann, wieviele der 30 Rules for Good Writing ich gerade eben verletzt habe, wird an dieser Stelle demnächst lobend erwähnt. Traurig finde ich dagegen, dass es offensichtlich nur wenige nicht ganz schlechte Menschen gibt.

Comments Off

Mrz 23 2001

Gruselwusel

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:32 unter Culture Vulture

Sollte mir wirklich abgewöhnen, die Glotze als Nebenbeimedium zu nutzen; ich komme dabei nur auf dumme Gedanken.

Gerade läuft Spawn bei Fox, die Adaption eines B-Comics, die mit einem A-Budget als C-Movie endete. Viel Krawall, viel Effekte, viel Gedöns, eigentlich nichts, was mich wirklich interessiert - ein Film eben, wie ich ihn - von der Brutalität mal abgesehen - in einem Flugzeug auf dem Weg über einen grossen Ozean (sprich: ohne Fluchtmöglichkeit) erwarten würde.

Einzige Frage, die mir dabei in die Quere kommt: Warum finden Gruselfilme immer im Dunkeln statt? An schlammigen, modrigen Orten, möglichst bei Regen, und in fast jedem Fall mit etwas derartig Langweiligem wie körperlicher Gewalt verbunden?

Wäre es nicht viel spannender, eine horror story in einer heiteren Frühlingslandschaft anzusiedeln, die angefüllt ist mit herzigen Kuscheltieren, hochintelligenten, ehrlichen und aufrechten Menschen, und mit Hauptpersonen, die allesamt dem Genre “Gutmensch” entstammen?

Das fände ich wirklich gruselig.

Anmerkung, ohne Bezug zum Vorhergehenden: Ich bin ja nur neidisch auf Menschen, die Beunruhigende Suchanfragen in ihren Refererlogs finden. Die Menschen, die auf diesen Seiten landen, haben fast immer so umfassende Suchbegriffe wie “Fernsehen” oder “Washington” eingegeben (immer einzeln, nie in Kombination!). Die sind hier genau richtig.

Technorati Tags ,

Comments Off

Mrz 22 2001

Zehn Thesen

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:49 unter Reality Check

1. Jeder hat das Recht, die eigene Meinung ungehindert in Wort, Schrift und Bild zu verbreiten.

2. Jeder hat die Pflicht, hinzuhören.

3. Keiner hat das Recht, es hinterher nicht so gemeint zu haben.

4. Keiner hat das Recht, hinterher nichts gewusst zu haben.

5. Unüberlegtes Geschwätz ist seltener, als man denken sollte.

6. Jeder hat das Recht, sich mit dem eigenen Wertesystem lächerlich zu machen.

7. Ironie und Sarkasmus sind zulässig, aber keine Entschuldigung.

8. Eine Beleidigung ist besser als keine Beleidigung - sie sagt mehr über den Beleidiger als über den Beleidigten aus.

9. Jeder hat das Recht, sich seine Gegner selbst auszusuchen.

10. Verantwortung ist nicht fakultativ.

Technorati Tags

Comments Off

Mrz 21 2001

Zitronen quälen

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:58 unter Culture Vulture

Zugegeben, es ist schnöde Werbung, aber für simple Gemüter wie mich, die zusätzlich auch noch gerne alkoholisierte Brause süffeln (wie gerade jetzt, beispielsweise), doch ein Heidenspass: Zitronen quälen.

OK, es ist einfach nur simpel. Zum Ausgleich höre ich jetzt noch Strength in Numbers (heute kein Kommerzlink zu Amazon - keine Lust!) und fühle mich wieder etwas erwachsener.

Nicht viel. Nur etwas. Nichts, was man nicht mit einem Schluck MHL wieder kaputtmachen könnte.

Gibt so Abende. Zu schlapp, wichtige Gedanken zu haben. Spannende Diskussionen? Heute anderswo. Sucht selber (Tipp: nicht unterm Sofa). Gute Nacht.

Ach so, ja: “Er ist durch unsere Butter gelatscht!” Wer weiss, wo dieser Satz zu finden ist, kann kein ganz schlechter Mensch sein.

Comments Off

Mrz 20 2001

Windows BW

Abgelegt von Konstantin Klein um 02:57 unter Reality Check

Manchmal ist es schwer, herauszufinden, was schlimmer ist. Ist es die Tatsache, dass die bundesdeutsche Bundeswehr allen Ernstes glaubt, auch nur einen Verteidigungskrieg unter Windows gewinnen zu können (“Fatal error - Press Ctrl-Alt-Del to restart your war…”)? Oder ist es das (bisher dementierte) Gerücht, dass man an zuständiger Stelle nach einer Alternative sucht - nicht aus den Gründen, aus denen wir alle nach Alternativen suchen, sondern weil die NSA (nicht zu verwechseln mit dem Waffendeppen-ADAC NRA) angeblich Hintertüren in das Betriebssystem eingebaut hat.

Nicht, dass der NSA das nicht zuzutrauen wäre. Aber stellen wir uns doch mal die Alternativen vor: Knallbunte iMacs in passend lackierten Geländewagen. Oder Obergefreite, die versuchen, für ihr Flugabwehrsystem den passenden Linux-Treiber zu finden. In Newsgroups wie alt.linux.krach.bumm, oder wie? Oder findet die nächste NATO-Grossübung unter BeOS statt (übrigens tatsächlich ein lustiges kleines, unheimlich schnelles und stabiles und darüber hinaus reichlich nutzloses OS - weil es so gut wie keine Software dafür gibt; aber ein nettes Spielzeug für eine ungenutzte Ecke einer Festplatte. Aber ich schweife ab)?

Format BW:?

Aus der Abteilung “Nutzlose Informationen”: Mein Preis für den schönsten Ortsnamen in den USA geht auch in diesem Jahr wieder nach New Mexico. Dort liegt die Kleinstadt Truth or Consequences (etwa: “Die Wahrheit, oder es setzt was!”). Und besonders schön ist die Geschichte, wie die Stadt Hot Falls, NM, zu diesem Namen kam: Ralph Edwards, Moderator einer 40er-Jahre-Radioshow namens “Truth or Consequences” versprach, in der Stadt jährlich eine USA-weite Sondersendung zu veranstalten, die ihren Namen nach der Show benennen würde.

Und jetzt warte ich auf Mail aus “Big Brother” in Sachsen-Anhalt oder “Wetten, dass…”, der Hauptstadt von Schleswig-Holstein…

Comments Off

Mrz 19 2001

On the Radio…

Abgelegt von Konstantin Klein um 00:23 unter Reality Check, Tech Nation

So. Mein Arbeitszimmer sieht wieder wie ein Arbeitszimmer aus - und nicht mehr wie die Höhle eines Senderpiraten, der einen Piratensender betreibt. Eine Stunde WorldWideKlein live (courtesy of Live365) ist vorbei, Zeit für die Selbstkritik:

Radio sollte man im Radio machen, mit dem Equipment eines Radios. Mit meinem Korrespondentenstudio eiert es immer knapp am Systemabsturz (digital und analog) vorbei; zwei/drei technische Hänger waren drin.

Radio sollte man für ein Publikum machen, und das muss natürlich wissen, dass Radio da ist. Weshalb die nächste WorldWideKlein Radio Show (doch, es wird wieder eine geben; es hat mir viel zu viel Spass gemacht, eigene und fremde Texte aus dem Ostküsten-Sonnenuntergang in die mitteleuropäische Nacht zu senden, als dass ich das jetzt einfach wieder bleiben liesse!) mit etwas mehr Vorwarnung kommen wird. Nicht weiter schwer: Werktags kann ich nicht, und die nächsten drei Wochenenden bin ich auf Reisen. In der Zwischenzeit wird BluePixel (schönen Dank auch für die Werbung!), die ganz begeistert von Live365 ist, vielleicht schon ihre eigene Radio-Show aufgezogen haben…

Inhaltliche Kritik? Die überlasse ich denen, die die Show gehört haben. Vielleicht können wir ja zusammen ein Konzept entwickeln, wie man Weblogs und Radio miteinander verbinden könnte…?

Yeah, right. Als ob wir nicht schon genug zu tun hätten… (Nehme nach den Abendnachrichten wieder den Kampf gegen einige Feinheiten von NewsPro auf - für ein WWK-freies Projekt).

Technorati Tags

Comments Off

Nächste »