Archiv für April 2001

Apr 15 2001

Happy Oysters!

Abgelegt von Konstantin Klein um 04:30 unter Net Life

Und weil’s so schön blöd ist, stellen wir uns jetzt einen Korb fröhlicher Austern vor… Nee, lieber nicht.

Alter österlicher Brauch: Webseiten bunt anmalen. Oder jedenfalls ein wenig bunter als bisher. Das monochromatische Wetter ist schliesslich auch vorbei. Hier an der Ostküste, was, Haider, immer noch und ausschliesslich ein geografischer Begriff ist und mit österreichischer Innenpolitik nix zu tun hat.

Wie komme ich jetzt darauf?

Ostern 2001 steht ganz im Zeichen der Gleichberechtigung der Geschlechter. Während Männer (oder zumindest einer; er heisst Lucas Tyler, ist 33 Jahre alt und war zuletzt Anlageberater - warum er jetzt wohl arbeitslos ist?? - Link via SWR) inzwischen bei NakedNews endlich nackt Nachrichten vorlesen dürfen, gibt es seit heute die erste US-Frauenfussballliga (das kann doch nicht der Sinn der Rechtschreibreform gewesen sein: “Fussballliga”? Pu-leeze!). Und bin ich jetzt ein Chauvi, wenn ich mir die Berichte vom ersten Spiel gerne angucke?

Wahrscheinlich.

Und jetzt noch ein Hinweis von Killer, was mein hochsensibler Kater ist (er leidet immer noch unter dem Namen, den er wirklich nicht verdient hat). Frank von Argh soll sich nicht ins Bockshorn jagen lassen: Katzen sind gar nicht so. Sie denken gar nicht daran, ihren menschlichen Besitz umzubringen (auch wenn es dann wie ein Unfall aussieht). Denn wer macht dann die Dosen auf?

Quod erat demonstrandum. Muss jetzt das Katzenklo saubermachen.

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Apr 14 2001

Reality Check

Abgelegt von Konstantin Klein um 18:10 unter Net Life, Reality Check

Jetzt weiss ich, warum in Kriminalfilmen aller Epochen der Held/Bösewicht, egal, wie eilig er es hat, sich immer die Faust mit einem Hemdfetzen/Jackett/Mantel/Putzlumpen umwickelt, bevor er/sie ein Fenster einschlägt.

Gut, ich wollte das Fenster gar nicht einschlagen, sondern nur öffnen, was sich angesichts der frischen Farbe als schwieriger herausstellte als gedacht. Aber immerhin weiss ich jetzt, warum… (s.o.)

Zu blöd übrigens, dass ich meine digitalKnipse verliehen habe: rotes Blut auf schwarzweiss karierten Küchenfussboden ergäbe sicher einen anheimelnden Hintergrund für diese Seiten. Aber bevor meine Katzen vampirische Instinkte entwickeln, habe ich die Sauerei lieber aufgewischt.

Ebenfalls aus der Abteilung reality check: Langsam wird mir klar, warum die ISPs mit dem dollen Angeboten alle pleite gehen und die, bei denen man dann notgedrungen arbeiten lässt, alle weniger dolle Angebote haben. Argh!

Und weil ich das Netz gerade im Fussgängertempo durchzockele, weil es draussen nach frischgemähtem Gras riecht und ich deshalb sowieso keine neuen Entdeckungen im Netz machen will, gibt es heute auch keinen Link des Tages. Die Seite mit der bescheuerten Domain, dem stockhässlichen Design und der umfassenden Volksliedsammlung habe ich ohnehin in dem Moment vergessen, als ich entdeckte, dass zu den angeblichen Volksliedern auch die Nazihymne auf den Zuhälter aus dem Wedding (oder war es Pankow?) gehört…

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Apr 13 2001

Von Männern und Frauen

Abgelegt von Konstantin Klein um 21:50 unter Net Life

“Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen”. Als sie das sagte, meinte sie zwar etwas anderes (nämlich, dass ein ganz bestimmer Mann - ich - und eine ganz bestimmte Frau - sie - nicht zusammen passten); und doch kommt mir dieser Satz gelegentlich wieder hoch - obwohl es schon fünfzehn Jahre her ist, dass sie diesen Satz gesagt hat.

Wäre beispielsweise in einem von Frauen dominierten Internet (ich weiss, das Internet wird - wie der Rest der Welt - von Frauen dominiert; wir haben es nur noch nicht gemerkt) so etwas wie browser wars überhaupt möglich - nicht der Krieg zwischen Internet-Ex und Netscape, sondern die vielen kleinen Kriege zwischen den Anwendern der jeweiligen Browser (“Explorer suxx”, “Netscape ist doch Scheisse” etc.)?

Ganz ernsthaft: Derartige Sätze habe ich, wenn ich mich recht erinnere, nur von Männern und Jungs jeden Alters gehört und gelesen. Nicht, dass Frauen der Unterschied nicht bewusst wäre (gell, Simone?); sie regen sich aber wertfrei über Inkompatibilitäten auf, ohne gleich persönlich zu werden.

Oder täusche ich mich da? Spielt sich der Kampf Internet-Ex/Netscape etwa nicht auf der gleichen Ebene ab wie das Duell Golf GTI/Kadett GSE (sorry, weiss nicht, welches Opelprodukt inzwischen den Platz in dem Duell übernommen hat; als ich das letzte Mal hinguckte, war es noch der Kadett) oder auch der Dreikampf Linux/Mac/Windows?

Doch. Irgendwie schon. (BTW: Linux rules, and Opera rocks. Aber das nur nebenbei…)

Der Link zum Tage: Karl Freitag.

Update: Eine Frage hat sich vor zwei Stunden von selbst beantwortet, und eine Ankündigung hat sich damit erledigt. Sorry!

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Apr 12 2001

John Philip Sousa

Abgelegt von Konstantin Klein um 19:07 unter Net Life

Heute ist CNN-Tag in den US of A. Rechtzeitig zur Lunchpause landet die freigelassene Besatzung des Spionageflugzeugs auf Hawaii, und CNN berichtet live von der Luftwaffenbasis und live aus dem Haus der Eltern des Piloten und live von anderen glücklich heulenden Amerikanern, weil sich der Pilot mit einer der Technikerinnen an Bord verlobt hat. Und unter allem liegt die Musik von John Philip Sousa, der zwar fast ausschliesslich Marschmusik komponiert hat, die aber trotzdem hörbar ist, weil sie weder bedrohlich noch sonstwie bierernst ist. Fröhliches Ufftata. Sachen gips.

Vielleicht, weil die Amerikaner Kriege und Militär ohnehin etwas leichter nehmen als der davon betroffene Rest der Welt?

Aber darauf wollte ich gar nicht hinweisen. Stattdessen an dieser Stelle ein wenig Werbung für Jeanne Moos, CNN-Reporterin und eines meiner grossen Vorbilder. Sie hat es richtig gemacht: Nach Jahren als UN-Korrespondentin für CNN hat sie den grauen Männern in den grauen Anzügen Good Bye gesagt und macht jetzt nur noch schräge Reportagen (die natürlich auch auf Jeannes Web Site zu sehen sind).

Sowas will ich auch mal machen. Stattdessen bereite ich mich auf die Frühjahrstagung von IWF und Weltbank vor…

Programmhinweis: Ostern steht bevor, incl. aller damit verbundenen Kurz- und sonstiger Urlaube. Trotzdem will ich die noch bestehende DSL-Leitung nutzen und plane zum Beginn der nächsten Woche wieder eine Show des WebLogRadio. Voraussichtlicher Termin: Montag, 16. April, 22.00 bis 23.00 Uhr MESZ. Mehr in den nächsten Tagen an dieser Stelle. Stay tuned!

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Apr 11 2001

Gesucht wird

Abgelegt von Konstantin Klein um 16:43 unter Culture Vulture

Aus aktuellem Anlass (= Deutschlandreise mit Autoradio) wird/werden gesucht:

Anbieter (von Programm wie Aufträgen - man will ja schliesslich auch leben…) aus dem Bereich der elektronischen Medien, die sich der fortschreitenden Gleichmacherei nicht unterworfen haben und das auch nach Kräften verhindern wollen.

Ich erwarte:

  • den Mut, komplexe Sachverhalte in der angemessenen Zeit/Länge darzustellen;
  • den Mut, Ideen zu haben und umzusetzen;
  • den Mut, lieber keine Comedy zu produzieren als schlechte;
  • den Mut, auch Inhalte zu verbreiten, die die focus group nicht auf Anhieb verstanden hat;
  • den Mut, Programmentscheidungen durchzusetzen, die den Horizont der Publikumsforschung überschreiten;
  • den Mut, (im Radio) auch Musik zu senden, die es nur bis auf Platz 41 irgendwelcher Charts geschafft hat;
  • den Mut, es anders zu machen - und sich trotzdem nicht in die elitäre Schmollecke zu verziehen.

Ich biete:

das Eingeständnis, das obiges nicht ganz gerecht ist; schliesslich weiss ich selbst, dass es noch journalistische Biotope in der Formatwüste gibt - aber ein paar mehr dürften es doch sein.

Aber was ist schon von einer Medienlandschaft zu halten, in der ausgerechnet Franz Josef Wagner, der Bild-Briefeschreiber vom Spiegel kind of gefeiert wird - nur weil er einer der letzten Unberechenbaren der Branche ist?

Wobei ich gerne zugebe, dass deutsche Printmedien die o.a. Anforderungen (mit Ausnahme der gespielten Musik, ha, ha…) in meinen Augen erheblich besser erfüllen. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich, was Print angeht, reiner Konsument bin. Was irgendwie schade ist.

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Apr 10 2001

User friendly

Abgelegt von Konstantin Klein um 21:37 unter Culture Vulture, Net Life

Worüber man sich so seine Gedanken machen muss… Da gibt es jetzt also eine Diskussion über Form und Inhalt eines neuen Weblogs, dessen Bewertungen von “Gut, aber…” bis “Gut, auch weil…” reichen, wobei für die drei Punkte jeweils ein bissiger Satz über die user friendlyness des genannten Weblogs einzusetzen ist. Stein des Dreipunkteanstosses ist die Tatsache, dass dieses Weblog weitgehend unformatiert und noch dazu dunkelgrau (oder schwarz, meine Augen helfen mir da nicht weiter) auf nichtganzsodunkelgrau daherkommt - mit voller Absicht. Was vor allem den ansonsten verehrungswürdigen Monsieur Praschl begeistert, den ich wegen der augenpulverhaften Schriftgrösse seines Sofablogs an dieser Stelle auch schon mal angepinkelt habe. Praschl findet es offensichtlich gut, wenn der Leser resp. die Leserin sich geistig wie optisch bemühen muss, einen Text zu begreifen.

Aber ich kann mir nicht helfen: Ich bin einfach zu neugierig auf das, was in einem Weblog drinsteht, um vor einer dunkelgrauen Fläche zu erwarten, dass sich mir der Sinn auf andere, nicht-optische Weise mitteilt. Trotzdem sei Wehrlos probehalber auch von hier aus verlinkt.

Gebe hiermit zu: Finde Experimentelles (so vor kurzem bei Isore) meistens eher spannend als beunruhigend. Freue mich trotzdem, wenn mir dabei die Augen nicht weh tun. Und bemühe mich gleichzeitig, selbst nicht zu apokryph zu werden.

Rätselhaft ist dagegen folgendes: Mein alter DSL-Provider ist pleite und aus dem Geschäft. Mein neuer DSL-Provider dagegen schafft es seit Wochen nicht, den versprochenen Anschluss zu aktivieren. Bloss gut, dass der alte - aus Vergesslichkeit - noch nicht abgeschaltet ist. Umso mehr, als der neue Provider angeblich auch kurz vor der Pleite steht.

Jedenfalls denke ich darüber nach, den derzeitigen Schwebezustand (wer bezahlt eigentlich meinen Internet-Anschluss, und an wen, wenn der Provider gar nicht mehr existiert, der Anschluss aber schon?) für eine neue Folge von WebLogRadio zu nutzen. Bleiben Sie dran!

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Apr 09 2001

Rock’n'Roll

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:47 unter Culture Vulture

Song zum Tage von Chuck Berry.

Unverfrorene Mitteilung, um Verfrorene neidisch zu machen: Hier hat es heute 28° (Celsius - in Fahrenheit sind es sogar 82, was noch beeindruckender klingt!), und für heute nacht sind Wärmegewitter angesagt. Ätsch!

Jetzt aber zum Thema. Offenbar - auch wenn ich es schon lange nicht mehr wahrhaben will, gibt es doch noch den Unterschied zwischen Ossies und Wessies (wobei ich nicht einmal wüsste, ob das “ie” original oder ein von mir gerade eingeführter Anglizismus ist). Dieser Unterschied hat kaum noch mit dem Wohnsitz und auch nur bedingt mit Geburtsort und Sozialisation zu tun - was sollte das denn auch?. Ganz deutlich zeigt sich dieser Unterschied jedoch im Kleinen - bei der Auswahl und Gutheissung von Satire beispielsweise.

Wie ich darauf komme? Ich, alter, unkritischer Anhänger der Titanic (die man ja schon allein wegen ihres bemerkenswert unprofessionellen Web-Auftrittes ganz furchtbar knuddeln müsste…), bekam von an sich liebender Seite das aktuelle Exemplar des Eulenspiegel (juhu, noch mehr Unprofessionalität! Aber hier soll es ja um die Printausgaben gehen…) auf den Nachttisch gelegt. Zum Angucken und Gutfinden.

Kurz gefasst: Ich bin sprachlos.

<GEMECKER STYLE=”subjektiv”>Es ist schon sagenhaft, wie eine Mischung aus schwachbrüstigen Wortspielen, Witzblattcartoons vom Schlage Uli Steins, schlecht recherchierter Humor- und Medienkritik und dem (im Jahre 2001!) immer noch im Hintergrund schwebenden Geist des einzigen zugelassenen Satireblattes der DDR - irgendwie ein Widerspruch in sich, oder auch nicht - auch heute noch als Satireblatt durchgeht.</GEMECKER>

OK. Ist nicht Pflicht, die Titanic gut zu finden. Und irgendwie ist Satire ohnehin schwer greifbar seit den späten Tagen von “pardon” sel., als der Herausgeber ganz ernsthaft auf Transzendentale Meditation (zur Erinnerung: “yogische Flieger” bzw. Matratzenhopser!) abfuhr, ganze Ausgaben damit füllte und das gutwillige Publikum lange Zeit im Unklaren liess, ob das nun besonders perfide Satire war - oder doch nur das tragische Ende eines guten Blattes.

Gut, weiss wieder keiner, wovon WorldWideZausel (soll ich mir einen eisgrauen Bart wachsen lassen?) faselt. Aber ich bleibe dabei: Solange das gesamtdeutsche Humorverständnis noch zwei derart unterschiedliche, fast möchte ich sagen: diametrale (auch wenn das so gar nix bedeutet) Ausprägungen von gedruckter Satire zulässt, solange wächst auch nicht zusammen etc. etc.

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Apr 06 2001

Ich will…

Abgelegt von Konstantin Klein um 16:50 unter Sad and Beautiful

Ich will auch 129345 Page Hits in einer Woche!

Ich will, dass man das hier bei Yahoo! unter dem Suchbegriff “USA” findet. (Einem ist das schon gelungen! Echt jetzt, ohne Scheiss.)

Ich will was zu lesen.

Für mich soll’s tote Hosen segnen.

Ich will (aus gegebenem Anlass), dass die italienische Bürokratie (erfunden in der Renaissance, seither nicht mehr erneuert) allgemein eingeführt wird - es geht doch nichts über erholsame Stunden auf zugigen Korridoren; sie geben einem einen Begriff von der Unendlichkeit!

Ich will, dass alle, die es nötig haben, ein wunderschönes Wochenende verbringen können. Und die, die’s nicht nötig haben, auch.

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Apr 05 2001

Bild dir meine Deinung

Abgelegt von Konstantin Klein um 17:46 unter Reality Check

Entweder ist nix los in der Welt, oder ich habe mal wieder die Rolle der Bedeutung bzw. die Bedeutung der Rolle nicht mitgekriegt. Any way: Die Süddeutsche Zeitung, die es übrigens geschafft hat, ihren beeindruckenden papierenen Umfang überzeugend ins Netz zu übertragen (fast eine Minute Ladezeit mit einem durchaus wackeren 56k-Reisemodem!), brüllt mich heute morgen in ihrer gewohnt dezenten Art über die ganze Titelbreite an wie folgt:

“Springer und Telekom verbünden sich”

Zwei Spalten auf der Titelseite, zwei Vierspalter auf der Seite 2, dazu ein Kommentar (mit der beissenden Überschrift “Problematisches Bündnis” - whoa! Nicht so brutal, bitte!).

Entschuldigung, aber ich raff’s nicht. Where is the news? Dass die Zeitung, die in dieser Republik die meisten Exemplare verkauft, sich zusammentut mit dem ISP, der in dieser Republik die meisten Accounts verkauft - logisch. Und der Vorwurf ist nicht diesen beiden erfolgreichen Anbietern von billiger, allerhöchstens viertelguter Massenware zu machen, sondern den andern, den wirklich guten Zeitungen (doch, die gibt’s!), den wirklich professionellen ISPs und Diensteanbietern, die es eben nicht schaffen, ihr Angebot attraktiv genug für ein Millionenpublikum zu machen.

These 1: Das Publikum en masse ist eben nicht grundsätzlich zu blöde, um ernstgenommen und mit hochwertigen Inhalten versorgt zu werden.

These 2: Es ist bequem, sich in eine elitäre Kuschelecke zu verziehen und über die Verblödung des Massengeschmackes zu schmollen.

Und wenn wir schon mal beim Stichwort “elitär” sind: Es ist seit mindestens einem Jahr Mode, Jungspundautoren wie Christian Kracht (”under construction” - juhu, ein Fall für den Baustellenverein!) oder Benjamin von Stuckrad-Barre zu hassen. Speziell die von den Genannten und anderen verkündete Abschaffung der Ironie hat viele getroffen, die mit dieser Ausdrucksform selber so ihre Probleme haben. Ich habe von den Herren nichts gelesen (kann auch so schon nicht mehr mit meinen Bücherkäufen mithalten), schlage aber trotzdem folgendes vor:

Lasst sie (Kracht, Stuckrad-B. & Co.) im Sinne der obigen (Bild, Telekom) in Ruhe weiterarbeiten. Sie werden auch künftig ihr Publikum haben. Und ich werde auch künftig nicht darunter zu finden sein.

Ist das nun elitär or what?

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Apr 04 2001

Banale Grande

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:29 unter Culture Vulture

Preisfrage: Wovon ist im Folgenden die Rede?

Irrsinnige Investitionen, fragwürdige Geschäftspläne, überschaubare Gewinne.

Wenige Millionäre, viele Arbeitslose. Autos auf Pump. Windige Versprechen.

Blühende Landschaften kommen vor, sind aber nicht garantiert.

Leerstehende Fabriketagen, sinkende Mietpreise.

Grundnahrungsmittel: Pizza, Burger und Cola.

Rechtsradikale äussern sich ungebremst. Volksverdummung ist nicht strafbar, sondern ein Grundrecht.

Im Kampf der Systeme überlebt das stärkste, nicht das beste.

Die Revolution findet vorerst nicht statt. Der Mächtige aus dem Westen ist dagegen.

Na…?

Richtig, ich spreche von der New Economy, ihrer populärsten Erscheinungsform, dem WWW, und der Softwareindustrie.

Wovon denn sonst?

Zitat: “Das papierlose Büro ist genauso weit weg wie das papierlose Klo.” (Heinrich von Pierer, Siemens, auf dem Deutschen Wirtschaftskongress) Soll aber beides schon vorgekommen sein…

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