Archiv für August 2006

Aug 31 2006

Im Fieberwahn

Abgelegt von Konstantin Klein um 19:36 unter Sad and Beautiful

Kein wirklich gutes Zeichen, sich dabei zu ertappen, wie man ernsthaft darüber nachdenkt, ob der Besitzer eines (real existierenden) “Hotel Meier” nicht in Wirklichkeit Oberbrenndobler heißt und sein Etablissement nur im Lichte seines puren unternehmerischen Genius “Meier” genannt hat.

Und nein, ich weiß auch nicht, wie ich auf den Namen “Oberbrenndobler” gekommen bin.

2 Kommentare

Aug 30 2006

Krankmeldung

Abgelegt von Konstantin Klein um 15:37 unter Inside the Beast

Es ist schon unglaublich, wie flach einen ein grippaler Infekt legen kann. Live and learn.

4 Kommentare

Aug 25 2006

Wg. Terrorismus, nochmal

Abgelegt von Konstantin Klein um 12:50 unter Politics R Us, Reality Check

Ganz meine Rede, was Patrick Smith, Berufspilot und Salon.com-Kolumnist (”Ask the pilot”) da schreibt:

We seem to be losing our grip, sliding from a state of reasonable anxiety to one of mass hysteria. At this rate, we’re making the task of the terrorist easier by the day; nobody needs to actually destroy a plane anymore to ignite a debilitating plague of panic and foolishness. Merely planning the act is liable to get the job done, encouraging an entire population to act like lunatics, surrender its dignity (and liberties), and squander away millions of dollars.

Ich schüttele mich bei dem Gedanken, diesen Lieblingssatz der berufsmäßigen Angstmacher zu verwenden, aber es ist so: Wenn wir der Terror-Angst nachgeben, dann (und jetzt kommt der Satz) “haben die Terroristen gewonnen”. Denn dann wird Terror immer einfacher: man braucht dazu keine freiwilligen Selbstmörder mehr, keinen Sprengstoff und auch keine Teppichmesser - ein einfacher, bedrohlich klingender Satz, an der richtigen Stelle und zur richtigen Zeit gesprochen oder geschrieben, reicht schon, um uns wieder ein bisschen mehr lahmzulegen.

Nicht mit uns.

Comments Off

Aug 24 2006

Nasowas

Abgelegt von Konstantin Klein um 13:50 unter Culture Vulture, Sad and Beautiful

Andere Länder, andere Sitten: China verbietet Striptease-Auftritte bei Beerdigungen, berichten die Geier von El Reg. Und um ganz sicher zu gehen, haben die zuständigen Verbotsbehörden sogar eine Hotline für unzüchtige Darstellungen bei Trauerfeiern geschaffen.

Erst ein Kommentar

Aug 24 2006

Ansichtssache

Abgelegt von Konstantin Klein um 08:42 unter Reality Check

Und wenn wir schon mal dabei sind, an den 11. September zurückzudenken - und es muss ja nicht unbedingt in Form eines Ratgebermagazins zum Thema “Was tun gegen Terroristen?” sein, wie ich es gestern abend im ZDF unter der Überschrift “Abenteuer (!) Wissen” gesehen habe - wenn wir also uns schon mal einkrampfen vor dem zu erwartenden Ansturm von Erinnerungs- und Hintergrundstücken in Netz, Funk und Fernsehen, wäre es denn nicht eine gute Idee, zumindest gelegentlich das Wort “Terroristen” durch das ungleich schlichtere, aber auch ungleich treffendere Wort “Mörder”, ggf. auch “Massenmörder” zu ersetzen?

In diesem Zusammenhang bitte ich darum, mir jetzt den Grundkurs Journalismus, Teil 43 (”Man muss einen M. bis zur rechtskräftigen Verurteilung als ‘mutmaßlichen M.’ bezeichnen!”) zu ersparen. Dankeschön.

Comments Off

Aug 23 2006

Hilferufe

Abgelegt von Konstantin Klein um 18:42 unter Reality Check

Fast fünf Jahre nach dem 11. September 2001. Der Schock sitzt immer noch tief in den Knochen, und dass das auch so bleibt, dafür sorgen schon die Interessierten auf beiden Seiten in hübsch gleichmäßigen Abständen. Es reicht ja schon, dass Mensch A am 11. September 2006 lieber frei nimmt und zuhause bleibt, Mensch B am Flughafen die Mitnahme von Baby-Öl verteidigen muss und Mensch C ab sofort Regionalzüge meidet. A, B und C fügen sich dem Willen derer, die Hass predigen oder Angst schüren, egal ob auf der Seite der Urheber oder der der möglichen Ziele.

Mit immer neuen Anschlägen, mutmaßlichen, geplanten, ausgeführten und auch danebengegangenen, halten sie die Angst in uns wach - gerade soweit, dass wir unser Leben nicht mehr so leben, wie wir es gewohnt waren. Der schwerste Schlag dagegen, dieser sonnige Dienstag im September, der die westliche Welt veränderte, gerät zum Abstraktum. Die Bilder der brennenden Türme, der Staubwolken in den Straßen Manhattans, der ungeheuren Trümmerhaufen im Herzen des financial district von New York sind längst schon Ikonen des jungen Jahrtausends, und es wird nicht mehr lange dauern, bis ein neuer Warhol sie verfremdet, in Siebdrucktechnik vervielfältigt und handsigniert unters Volk bringt.

Währenddessen nutzen Regierende in dieser Welt den 11. September, um ihre politischen Ideen damit zu begründen. Aber das wissen wir ja schon.

So nicht, sagte der amerikanische Erzähler Garrison Keillor und fordert, auf die Stimmen der Toten zu hören - buchstäblich. Die Notrufe der Eingeschlossenen in den obersten Stockwerken der Türme sind aufgezeichnet, sind archiviert - und werden der Öffentlichkeit vorenthalten, angeblich aus Datenschutzgründen. Nun ist der Datenschutz möglicherweise das letzte, worum sich die Hinterbliebenen der Toten vom 11. September Sorgen machen.

It was painful to hear the woman in anguish on the 83rd floor of the World Trade Center, crying, “I’m going to die, aren’t I? I’m going to die.” Melissa Doi was 32, beautiful, with laughing eyes and black hair. She was lying on the floor of her office at IQ Financial, overwhelmed by smoke and heat, calling for help. And then there was Kevin Cosgrove on the 105th floor, moments before it collapsed, gasping for breath, saying, “We’re young men, we’re not ready to die.” And then he screamed, “Oh my God” as the building started to collapse.

Es hilft den Opfern und ihren Familien nichts, wenn wir noch einmal über diesen Septembermorgen in New York und Washington nachdenken, uns vorstellen, was an diesem Tag auf dieser Welt geschehen ist (in meinem Fall sogar in mittelbarer Nachbarschaft - auf dem Weg ins Büro sah ich die schwarzen Wolken über dem Pentagon aufsteigen). Aber es hilft uns, Klarheit zu bekommen über Menschlichkeit und Unmenschlichkeit, über Unschuld und Schuld. Und vielleicht wird dadurch unser Verhältnis zu dieser Welt auch ein bisschen klarer.

2 Kommentare

Aug 23 2006

Verbloedung 2.0

Abgelegt von Konstantin Klein um 09:16 unter Sad and Beautiful

Inkontinentalklima = Sch***wetter.

Und damit ist, was das Niveau angeht, ein neuer Tiefpunkt in der Geschichte dieser Seiten erreicht. Ist doch was.

Comments Off

Aug 22 2006

Traumberuf

Abgelegt von Konstantin Klein um 08:33 unter Culture Vulture

Beobachtungen beim Frühstück - heute: Verpackungsingenieur als Traumberuf. Wieviele unterschiedliche Arten, Dreiecks-Schmelzkäse zu verpacken, wird sich der menschliche Erfindergeist noch einfallen lassen? Wie viele Hüllen braucht ein solches Käsedreieck, um seinen ohnehin für die Ewigkeit designten Geschmack zu behalten? Wie kriegt man es hin, Folienverpackungen so zu konstruieren, dass man mit einem Zug entweder den ganzen Käse an den Fingern hat oder den Joghurtbecher in diesem Leben nicht mehr aufzukriegen? Und wieso gehen Papp-Verpackungen überall kaputt, nur nicht an der Stelle mit der Aufreißlasche?

Und wenn wir schon mal dabei sind: Wie ist es möglich, dass ein Produkt wie Dreiecks-Schmelzkäse sich jahrzehntelang am Markt behaupten kann, Cassata aus der Tüte aber nicht?

Fragen über Fragen.

Comments Off

Aug 21 2006

Versuchsanordnung

Abgelegt von Konstantin Klein um 08:24 unter Sad and Beautiful

Mal einen Tag lang versuchen, immer dann “Arsch” zu sagen oder denken, wenn man eigentlich “Hals” sagen oder denken will:

  • Den Kollegen bedauern, der unter Arschweh leidet
  • Ihn erinnern, dass eine verrenkte Arschwirbelsäule noch viel mehr schmerzt
  • Oder ein Oberschenkelarschbruch
  • Ihm “Arsch- und Beinbruch” wünschen
  • Sich über einen anderen Kollegen so aufregen, dass man “sooo’n Arsch” Kriegt
  • Dieses Halsloch, dessentwegen einem die Probleme jetzt bis zum Arsch stehen
  • Aber den Arsch nicht vollkriegen
  • Dieser Arschabschneider
  • usw.

Dabei aber drauf achten, nicht in unkontrolliertes Kichern auszubrechen. Kommt besonders in Meetings eher schlecht. Und dann ist man am Hals.

10 Kommentare

Aug 19 2006

Nur eine Theorie…

Abgelegt von Konstantin Klein um 14:16 unter Culture Vulture

Auch Linksliberale haben - an guten Tagen - ein Faible für Verschwörungstheorien. Beispiel: Die Redaktion von Salon.com mit ihrer These, Jessica Simpson, Christina Aguilera und - grusel! - Paris Hilton seien nichts anders als Teil einer Verschwörung der Republikaner zur Machterhaltung.

All three “singers” are “blonde.” At least two have had nose jobs, and at least two have had breast enhancements. Two are more famous for having sex than they are for singing. One is more famous than the other two for urinating in taxicabs because she dislikes public restrooms. And none of them are Ashlee Simpson — but, squinting with both eyes and ears until only the clap track, white head and boobies are apparent … can it really be said that any of them are actually not Ashlee Simpson?

Quod erat demonstrandum.

Comments Off

Nächste »