Archiv für September 2006

Sep 17 2006

Yesss!

Abgelegt von Konstantin Klein um 19:52 unter Politics R Us

Demokratie kann richtig Spaß machen. Man sollte Wahlergebnisse nicht unbedingt wie Lotto-Ergebnisse betrachten, obwohl es den Spaßeffekt steigert - aber ernsthafte Demokraten freuen sich ja nicht über Punktverluste (der anderen) und -gewinne (der eigenen), sondern über die politischen Möglichkeiten in den nächsten Jahren.

Yeah, right.

Bin ich halt kein ernsthafter Demokrat, ich. Ich freue mich nun mal über zwei ganz bestimmte Punktverluste - und die Gründe sind meine Privatsache.

Der Punktgewinn einer gewissen anderen Partei, die zum ersten Mal in den Landtag von MV einzieht - ach Gott ja, hässlich ist das schon. Aber bis jetzt haben sich Jungabgeordnete solcher Couleur noch immer selber demontiert - hoffen wir, dass es auch diesmal so geht.

Comments Off

Sep 14 2006

BASIC thinking

Abgelegt von Konstantin Klein um 10:12 unter Tech Nation

Salon.com, das Netzblatt der linksliberalen Amerikaner (doch, die gibt es!) kann auch anders: Why Johnny can’t code ist eine wehmütige Erinnerung an die Zeit, als BASIC noch auf jedem PC zu finden war und Kinder - Interesse vorausgesetzt - auf diese Weise programmieren lernten.

Comments Off

Sep 13 2006

Achtung Bureau

Abgelegt von Konstantin Klein um 14:09 unter Politics R Us

Da ist er also, der lange erwartete Nazi-Vergleich für das US-amerikanische Heimatschutzministerium, das Department of Homeland Security. Er kommt aus der linksliberalen Ecke, aus der mit sowas zu rechnen war, aber er macht sich nicht, wie erwartet, an der Politik dieses Achtung Bureau fest, sondern am Namen:

It all began with the name Homeland Security. Somebody with a tin ear came up with that, maybe the pest exterminator from Texas, or Adm. Poinduster, because, friends, Americans don’t refer to this as our homeland. It’s an alien term, like Fatherland or Deutschland or Tomorrowland. Irving Berlin didn’t write “God Bless Our Homeland.”…

“Homeland” was a word you heard shrieked by a cruel man flicking his riding crop against his shiny black boots: “Zie homeland — ve shall defend it at all costs, achwohl!”

Achwohl?

Comments Off

Sep 12 2006

Nicht einfach. Sozusagen schwierig.

Abgelegt von Konstantin Klein um 16:49 unter Net Life

Deutsche Strafverfolgungsbehörden haben zehn Server des Anonymisierungsnetzwerks TOR beschlagnahmt, berichten die Geier von El Reg. Das ist schlecht, denn jeder sollte das Recht haben, im Netz unterwegs zu sein, ohne Spuren zu hinterlassen. Dem Bericht eines nicht direkt Betroffenen, der seinen TOR-Server aber trotzdem nach dem Zugriff der Polizei abgeschaltet hat, zufolge geschah die Sache in Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Kinderpornografen. Das ist gut, denn Kinderpornografen sollten ihr Unwesen ohnehin nicht treiben, sich aber schon gar nicht hinter Anonymisierern verstecken können.

Und da wird es zweideutig. Einerseits gut, andererseits schlecht. EInerseits pro TOR, andererseits contra Drecksäue. Nicht einfach. Sozusagen schwierig zu entscheiden. Geht es wirklich um Kinderpornografie? Geht es darum, TOR aus anderen Gründen (war on terror, anyone?) zum Schweigen zu bringen - wie die beginnende Diskussion hier andeutet? Oder haben da ein paar übereifrige Staatsanwälte erstmal grundlegend keine Ahnung und kompensieren das mit Aktionismus?

Nicht einfach, eben.

Erst ein Kommentar

Sep 11 2006

Ja doch!

Abgelegt von Konstantin Klein um 17:33 unter Under Pressure

Ja doch! on Flickr

Oder doch nicht wg. anderes Thema.

Comments Off

Sep 11 2006

Noch eine Ansage

Abgelegt von Konstantin Klein um 17:12 unter Under Pressure

Noch eine Ansage on Flickr

Kunststoff-Folie auf türkisen Fliesen, leicht angefressen, Ende des 20. Jhd.

Comments Off

Sep 11 2006

Klare Ansage

Abgelegt von Konstantin Klein um 17:01 unter Under Pressure

Klare Ansage on Flickr

Rot/weiß auf gelbem Grund, ca. 2003

Comments Off

Sep 11 2006

Wechseljahr

Abgelegt von Konstantin Klein um 12:56 unter The Switch

Nur für die Statistik: Nach einem guten, sogar sehr guten Vierteljahr mit einem MacBook und einem wiederbelebten Cube habe ich beschlossen, das gesamte home office nach und nach auf Apple-Maschinen umzustellen. Nächstes Opfer: ein dreieinhalb Jahre alter Medion-PC, der durch einen aufgemotzten (RAM, HD) Mac Mini ersetzt wird.

File under: Interessiert keine Sau außer den absoluten Fans.

4 Kommentare

Sep 11 2006

Richtigstellung

Rechtzeitig zum Jahrestag stört mich eine Kettenmail in meiner Mailbox. Sie stammt aus konservativen US-Kreisen und bedient ein dito Publikum mit der schönen Geschichte, wie während der Anhörungen im Iran-Contra-Skandal der seither heftig umstrittene (um es vorsichtig auszudrücken) Oberstleutnant Oliver North vor der Gefahr warnt, die der Welt von Osama bin Laden droht, dem bösesten Menschen, den er kenne. Die Geschichte, zu sehen angeblich auf einem Videomitschnitt der Anhörung, geht weiter und berichtet davon, dass Norths Gegenüber in der Anhörung diese Aussage lächerlich gemacht habe; Norths Gegenspieler sei damals ein Senator namens Al Gore gewesen.

…the senator continued. Why are you so afraid of this man?” the senator asked.

“Because, sir, he is the most evil person alive that I know of”, Ollie answered.

“And what do you recommend we do about him?” asked the senator.

“Well, sir, if it was up to me, I would recommend that an assassin team be formed to eliminate him and his men from the face of the earth.”

The senator disagreed with this approach, and that was all that was shown of the clip.

Und mit dieser Begebenheit ist klar: Die Konservativen haben es schon immer gewusst, und die Clintonites haben bin Laden schon immer verharmlost.

Nun ja. Ein wenig Quellenforschung hilft ja oft, auch wenn dadurch die schönste Geschichte kaputtzugehen droht. Oberstleutnant North warnte nämlich nicht vor Osama bin Laden, sondern vor Abu Nidal, dem damaligen Topterroristen. Es war auch nicht Al Gore, der sich über seine Aussage lustig machte, noch überhaupt ein Senator: die Vernehmung hatte ein Staatsanwalt übernommen. Und im Übrigen - aber das nur nebenbei - kämpfte Osama bin Laden zur Zeit von Norths Aussage noch mit finanzieller Unterstützung der USA gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans.

Woher ich das alles weiß?

Aus dem Protokoll der Sitzung (PDF!), herunterzuladen über die Website des U.S. Senates.

Und was lernen wir daraus? Nicht jede Information im Netz, und schon gar nicht jede, die per Kettenbrief kommt, ist wahr (ach gar?). Aber schön wäre es doch, jetzt einmal das Video zu sehen, auf das sich der Kettenbrief bezieht, nicht?

Comments Off

Sep 11 2006

Jahrestag

Abgelegt von Konstantin Klein um 00:32 unter Reality Check

An alle, die mir heute in der einen oder anderen Form begegnen: Sollte ich im Laufe dieses Tages einen abwesenden Eindruck machen, dann bin ich wieder in Washington, an diesem strahlenden Spätsommertag, in den ein Anruf aus der Redaktion in Berlin schrillte, und an dem plötzlich alles anders war.

Ich bin wieder auf dem Weg ins Büro und sehe die schwarze Wolke über dem Pentagon aufsteigen. Ich sehe wieder die blassen Gesichter meiner Mitarbeiter, sehe im Fernsehen die rauchenden Türme, sehe sie einstürzen. Ich sehe das Objektiv der Kamera, in die ich hineinspreche, ohne selbst zu verstehen, was wirklich geschehen ist. Ich sehe die Panik auf den Straßen Washington, die abgelöst wird von eine gespenstischen Ruhe. Ich sehe die Panik in New York (im Fernsehen), sehe die Bilder, die mich seit fünf Jahren nicht mehr loslassen, brauche heute keine Fernseh-Dokus oder Zeitschriften-Specials, denke nicht an das, was seither schiefgelaufen ist, sondern denke nur an den Tag, als die Flugzeuge zu Waffen wurden, als Tausende starben und Tausende verloren, was ihrem Leben Sinn gab.

Wenn ich also etwas abwesend heute bin: Ich bin wieder bei den Opfern des 11. September. Und es hilft nicht mir und auch niemand sonst, mich da wegholen zu wollen. Ich will weder bedeutende Analysen noch überraschende Erkenntnisse noch hohle Theorien noch die fünfhundertste mediale Aufbereitung.

Dieser Tag gehört den Toten, niemand sonst.

Erst ein Kommentar

« Vorherige - Nächste »