• Reality Check

    Veröffentlicht am
    15. November 2006

    Von Konstantin Klein

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    Bruahahahaha: E-Mail-Konto nur noch gegen Personalausweis? lautet die Überschrift einer Heise-Meldung über Pläne der Bundesregierung (oder jedenfalls eines ihrer Referenten), E-Mail-Konten nur noch gegen Vorlage eines Personalausweises eröffnen zu lassen. Und einen Account bei GMail oder einem anderen ausländischen Dienst zu nutzen, ist künftig verboten, wa?

    Rolling on the floor laughing my ass off. Buchstäblich.

    Und auch wenn solche Vorschläge ungefähr so realitätsfern sind wie die Idee, man könnte zur Abwechslung jemand Sachkundigen mit der Führung des Bundesjustizministeriums betrauen - irgendwie habe ich doch ein gutes Gefühl bei dem Wissen, auf einer Insel der Anarchisten wie der Super Dimension Fortress noch einen Reserve-Account zu haben.

    Dieser Eintrag wurde am 15. November 2006 um 15:41 veröffentlicht und unter Reality Check abgelegt. Sie können der Diskussion unter RSS 2.0 folgen. Trackbacks sind zur Zeit nicht erlaubt.
  • 5 Kommentare

    Lesen, was andere zu sagen hatten.

    1. Menschen, die so etwas fordern, haben weder aus der Geschichte gelernt, noch die Funktionsweise des Internets verstanden… eigentlich traurig für einen Industriestaat!

    2. Das wär unheimlich lustig, wenn die Gefahr nicht so groß wär, dass es trotz allem soweit kommen wird. Mehrere Bundesministerien haben in den letzten acht Jahren gezeigt, dass eigentlich kein Entwurf lächerlich genug ist, ihn trotzdem umzusetzen — allen voran BJM und BMI.

    3. Im Grunde ist es doch sehr lustig, wenn man nicht gerade 1&1 oder web.de heißt. Diesen Firmen und ihren Mitbewerbern wird schlicht ein Kerngeschäft schwierig oder sogar unmöglich gemacht. Wir User gehen inzwischen zu einem internationalen Anbieter (habe testweise gestern erfolgreich einen Mail-Account bei Lycos Italy aufgemacht) oder - wenn wir unsere eigenen Server, ob gehostet oder real, betreiben - legen uns selbst den Personalausweis vor.

      Kurz: Bürokraten schlagen zu und produzieren Arbeit für Bürokraten. Auch eine Art, die eigene job security sicherzustellen.

    4. Man muss auch mal das positive sehen: immerhin ist noch keiner auf die Idee gekommen, das Ladenschlussgesetz auf amazon und ebay anzuwenden! Die hätten dann jetzt um die Zeit zu.

    5. Nicht in Berlin. Ich zitiere aus dem Nachrichten-Newsletter (dem Nachrichten-Nachrichtenbrief?) meines Arbeitgebers:

      Berlin gibt Ladenschluss frei

      BERLIN: Nach 50 Jahren nundesweiter Regelungen gibt die Hauptstadt an diesem Freitag als erstes Bundesland die Öffnungszeiten von Läden weitgehend frei. Geschäfte können danach montags bis samstags rund um die Uhr öffnen. Sonn- und Feiertage bleiben zwar grundsätzlich geschützt. Das vom Abgeordnetenhaus beschlossene Gesetz sieht allerdings vor, dass der Verkauf an bis zu zehn Sonntagen im Jahr gestattet werden kann. Als nächstes Bundesland startet in Nordrhein-Westfalen eine Freigabe des Ladenschlusses. Während der Handel die Lockerung begrüßt, haben Kirchen und Gewerkschaften Bedenken.

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