Archiv für Oktober 2007

Okt 31 2007

Hallo Wien!

Abgelegt von Konstantin Klein um 17:50 unter Culture Vulture

Folgende Schreckensgestalten heute schon vor dem Dunkelwerden gesichtet:

  • Den Arbeiterdarsteller in der U8, der schon morgens um 8:45 eine Fahne vor sich her trug, die sich (im Gegensatz zu ihrem Träger) gewaschen hatte
  • den Gehbierträger, der nicht mit einer offenen Bierflasche, sondern mit deren zwei mein Ärgernis erregte
  • den Schnauzbart- und Herrenhandtaschenträger, der in aller Seelenruhe zusah, wie eine junge Frau ihren vollbesetzten Kinderwagen alleine die steilen Stufen einer Rekotram emporwuchtete, um dann kopfschüttelnd einzusteigen und seine BLÖD-Zeitug zu entfalten (doll, gleich mehrere Feindbilder in einem!)

Jetzt reichts dann auch, und morgen ist dann bitte wieder weniger gespenstisch.

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Okt 30 2007

Web vs. Desktop

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:16 unter Net Life, Tech Nation

Aufmerksamen Lesern (also allen dreien) ist es nicht entgangen: Ich schwanke schon wieder zwischen GMail und richtiger Mail hin und her; neben der Datenschutzproblematik beschäftigt mich dabei aber vor allem die Entscheidung zwischen Mail als Desktop-Anwendung (das wäre dann also Mail.app) und Mail als Web-Anwendung (also GMail).

Ich habe eigentlich immer Webmail als irgendwie zweitklassig empfunden. In Bezug auf Erweiterungen wie PGP- oder auch S/MIME-Verschlüsselung stimmt das auch, und den großen Vorteil von Webmail (universale Verfügbarkeit) kann der User dank IMAP auch mit dem Mail-Client auf dem Desktop genießen. Auf der anderen Seite sind Webmail-Anwendungen wie GMail mehr als genügend für den täglichen Bedarf, man spart sich die Konfiguration der Clients auf mehreren Maschinen (wenn man sie nicht ohnehin, z.B. mit einem .Mac-Account oder ähnlichem synchronisiert) - und ist Mail nicht eigentlich die Netz-Applikation schlechthin und damit im Rahmen einer Web-Oberfläche durchaus zuhause?

Aber ich schweife ab - denn eigentlich geht es um das Zusammenwachsen von Desktop- und Web-Computing.

Personal computing is currently in a state of transition. While traditionally users have interacted mostly with desktop applications, more and more of them are using web applications.

…heißt es im Mozilla Labs Blog, und mit diesen klugen Sätzen beginnt die Vorstellung neuer Aktivitäten der Mozilla-Leute:

Mozilla Labs is launching a series of experiments to bridge the divide in the user experience between web applications and desktop apps and to explore new usability models as the line between traditional desktop and new web applications continues to blur.

Erstes Projekt: Prism - ein Versuch, Webapplikationen wie Desktop-Anwendungen aussehen zu lassen. Die Webanwendung, also eine Webseite, wird dabei einfach in einen Fensterrahmen ohne die übliche Browseroberfläche, also ohne Adress-Zeile, Navogationsknöpfen etc. gepackt und soll wie eine lokale Anwendung durch Doppelklick auf das dazugehörige Icon gestartet werden.

Was das soll? Hm. Leute beruhigen, denen die Idee von Anwendungen im Browserfenster irgendwie unheimlich ist, nehme ich an. Ausprobieren kann ich die Sache nicht, da Mozilla Labs zunächst an einer frühen Windows-Version von Prism (Obacht, Link lädt eine .exe-Datei herunter!) arbeiten; die Versionen für Macs und Linuxbüchsen kommen später.

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Okt 30 2007

Ich (ver)schwöre

Abgelegt von Konstantin Klein um 08:26 unter Reality Check, Sad and Beautiful

Für einen entspannten Einstieg in den Arbeitstag: die schönsten Verschwörungstheorien, gesammelt von den Theoretikern bei wired.com:

Die Mondlandungen waren gefälscht, die US-Regierung steckte hinter 9/11, Hollywood wird von Scientologen angeführt, Paul (McCartney) ist tot, echsenartige Aliens (darunter George Bush jr.) regieren die Welt. Oder doch die Illuminaten. Mehr am angegebenen Ort, gerne auch im PDF-Format.

Nur der Vollständigkeit wegen: Es sind weder Echsenleute noch die Illuminaten, die die Welt regieren, sondern mein Kater Marlon. Behauptet er jedenfalls ständig.

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Okt 29 2007

Vollzugsmeldung

Ach ja. OSX Leopard auf zwei von drei Intel-Macs in meinem Haushalt installiert (die PowerMacs sind zu langsam dafür). Keine Probleme; noch kein Programm entdeckt, das unter Leopard nicht läuft oder mittelbeschissen aussieht. Was aber wirklich nicht gefällt, ist das Wallpaper für den Login-Screen und (per default, aber änderbar) für den Desktop: Weltraum-Wallpapers sind ja sowas von Neunziger Jahre und mit Recht seit Jahren abgeschafft.

Jetzt offensichtlich wieder angeschafft. Nun ja. Nobody’s perfect. Jetzt geht es darum, sich an den neuen, noch kühleren Look zu gewöhnen.

Ach ja, eins noch: Wow! (Kicher!)

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Okt 29 2007

Stinker

Abgelegt von Konstantin Klein um 14:13 unter Reality Check, Tech Nation

Das wird Ferdinand Piëch aber gar nicht gefallen: Der VW Touareg ist das umwelt-unfreundlichste Fahrzeug, das es derzeit auf dem US-amerikanischen Markt gibt. Sagt das American Council for an Energy Efficient Economy, und das sollte es ja wissen. Hofft der umweltbewusste Fahrer jedenfalls.

Wie Rebecca Clarren in Salon.com schreibt, nutzt das ACEEE für seine Berechnungen allerdings veraltete Standards. Nach den neuesten Standards der US-Umweltbehörde FEA stellt sich am anderen Ende der Skala überraschend heraus, dass Hybridfahrzeuge nicht automatisch die besten Autos für die Umwelt sind. Wir können aber davon ausgehen, dass der Touareg auch nach den neuen Standards nicht ganz oben auf der grünen Liste steht.

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Okt 29 2007

GNachtrag

Nachtrag zum Thema “GMail und ich“: Es gibt - aus meiner Sicht - doch tatsächlich einen guten Grund für die Arbeit mit GMail: den Java-Client für meine Mobilquatsche, entdeckt, heruntergeladen, installiert und ausprobiert heute morgen auf dem Weg zur Arbeit.

Ergebnis: Dieser Client packt, so gut es geht, die GMail-Oberfläche (wir erinnern uns: in ihrer AJAX-haftigkeit schon ein besonderes Stück Benutzeroberfläche) auf die wenigen Quadratzentimeter des Displays meines K600i. Inbegriffen sind die übersichtliche Darstellung der Konversationen (oder threads, wie wir alten Säcke immer noch sagen), die Verwaltung von Labels (oder Ordnern, wie wir alten Säcke noch sagen würden, wenn es denn welche wären) und natürlich die Suche, ohne die gar nichts geht beim GMail-Prinzip, alles auf einen Haufen zu kippen. Alles in allem ist das mehr, als die doch etwas simple WAP-Ausgabe von GMail bietet, und sehr viel besser als der eingebaute Mail-Client meines Sony-Ericsson.Sozusagen produktionsreif.

Photo gibts aber keins, weil die Digiknipse derzeit auf’m Land ist, und weil es mir selbst mit Auf-den-Tisch-steigen und Beim-Abdrücken-runterspringen nicht gelingt, mit der in die Funkquatsche eingebauten Kamera Bilder von deren Bildschirm zu machen.

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Okt 29 2007

Letzte Warteschleife

Abgelegt von Konstantin Klein um 08:54 unter Inside the Beast, Tech Nation

Morgenlektüre: Die Leopard-Besprechung von John Siracusa auf ars technica, die Nachricht vom ersten Update für das taufrische OS, live aus Much, plus der Aufreger der Geier von El Reg darüber, dass Leopard die aktuelle Ausgabe von Java nicht mag. Und dann fahre ich zur Arbeit, wo mich eine CD mit besagtem Betriebssystem erwartet. Heute abend werde ich vermutlich nur peripher ansprechbar sein. So wie eigentlich jeden Abend. (Folgt: Albernes Gekicher)

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Okt 26 2007

Warteschleife

Abgelegt von Konstantin Klein um 14:59 unter Tech Nation

…und weil ich wegen der Folgen eines Zahnarztbesuches heute nicht uff Arbeet bin, liegt meine Ausgabe von OSX Leopard eben bis Montag in der Poststelle meines Arbeitgebers. Und ich werde die Upgrade-Erfahrungen anderer, lässig zurückgelehnt, im RSS-Reader verfolgen. Ist das cool oder was?

Update, einen Tag später: Und diese Geschichte bei Slashdot und anderswo bestätigt mich im Abwarten: Es sieht so aus, als ob ein sog. Application Enhancer, also ein Trumm Software von einer Drittfirma, beim Upgrade für Probleme sorgen kann. Und jetzt dürfen wir alle raten, welche Software sich bis heute auf meinem Mac befand. Na, welche?

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Okt 25 2007

Zwei Herzen…

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:11 unter Net Life, Reality Check

…wohnen, ach, in meiner Brust (J.W. von Goethe), oder: Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern? (unbekannt, evtl. K. Adenauer)

Aber ganz von vorne: Von Januar bis Juli 2006 war ich intensiver Nutzer von Google Mail (oder, wie wir early adopters gerne sagen: Gmail), wickelte mein gesamte Mailerei darüber ab, und grad pfundig war’s (L. Trenker). Dann, nicht ganz, aber doch fast von einem Tag auf den anderen, war Schluss mit lustig, und ich verabschiedete mich komplett von Gmail. Unter den Gründen die mangelnde Unterstützung meines Lieblings-Mailprotokolls IMAP, mit dem ich Gmail auch mit einem Mail-Client wie Opera Mail oder Apples eigenem Mail.app hätte betreiben können, aber vor allem:

…ich fühle mich nicht sonderlich wohl bei dem Gedanken, dass meine Mail irgendwo auf der anderen Seite der Welt gesammelt und indiziert wird. Nicht, dass ein Maildienst in Europa oder die Mailfunktion des gemieteten Servers sehr viel sicherer wären - aber dort werden die Daten nur gespeichert, nicht auch noch verarbeitet.

Vor allem letzteres hat mich gestört: dass Google die Mail von einer Maschine indizieren und (u.a.) für die kontextsensitive Werbung auswerten lässt. Auf fremden Servern gespeichert (und damit theoretisch wie praktisch Zugriffen z.B. von Behördenseite ausgeliefert) ist jegliche Mail, egal, wie der Provider heißt.

Zurück in die Gegenwart: Zu meinem demonstrativen Auszug aus der Gmail-Welt nebst konsequentem Google-bashing gehörte der lautstarke Umzug in eine kleine, aber unabhängige community irgendwo im schönen Texas. Ich konfigurierte dort meine Mail nach Herzenslust, liess immer noch alles auf dem Server, aber es störte mich nicht, weil der Einzige, der sich dort darum kümmerte, ich selbst war. Ich hatte weder Angst vor europäischen noch vor amerikanischen Heimatschützern, weil ich, wohl zu Recht, annahm, dass alles, was ich dort tat, unter dem offiziellen Radar durchging.

Schade nur, dass kleine Server auch nur kleine Leistung bringen, und dass man in der community auf die Hilfe anderer angewiesen ist, sie aber nicht einfordern kann.

Wickle ich also meine Mail inzwischen längst wieder über einen kommerziellen Dienst ab (via IMAP, versteht sich!), und die einst unabhängige, inzwischen kaum noch genutzte texanische Mail-Adresse ist seit gestern aus Gründen von Performanz und Zuverlässigkeit auf - Achtungachtung! - Gmail umgeleitet (.forward ist Dein Freund!) - weil sowieso nichts relevantes dort zu finden ist, weil das Gmail-Interface nach wie vor genial ist, und weil Gmail demnächst auch für meinen Account IMAP-fähig wird.

Ja, Gmail ist bei den Webmail-Anbietern technisch wieder ganz vorne - und bei den Web-Applikationen (Textverarbeitung, Tabellenkalkulationen, Präsentationen) auch, was mich nach einem Jahr konsequentem Google-Ignorieren (wenn wir von Google-Suchen und Google-Maps absehen) doch sehr überrascht hat. In der Hinsicht bin ich wohl der letzte, der den Weg von heimischen hin zu netzbasierten Anwendungen gezeigt bekommen hat - quasi IMAP für Büroanwendungen. Manchmal lebt man eben unter einem Felsbrocken.

Das grundsätzliche Problem bleibt: Meine Daten, ob nun Mail, Text oder Tabelle, liegen bei Nutzung dieser Dienste dort, wo ich sie nicht bis ins letzte kontrollieren kann. Sie liegen bei einem Anbieter, der in Sachen Kunden-Datenschutz ein, sagen wir, widersprüchliches Bild abgibt. Aber sie sind überall verfügbar, und sie lassen sich in einer Art be- und verarbeiten, wie sie dem Durchschnittsuser vollauf genügt.

Ich sehe Google nicht als meinen künftigen Lieblingsprovider für alles - dazu ist mir das Google-bashing inzwischen zu sehr zur Gewohnheit geworden, und die sogenannten sensitiven Daten habe ich doch lieber da, wo ich sie sicher glaube. Aber das, was Google uns da vormacht, ist schlicht die künftige Art der Arbeit mit dem Rechner, bald so oder so ähnlich auch von anderen angeboten. Und Anbieter von Desktop-Software können sich warm anziehen.

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Okt 16 2007

Das Wort zum Tage

Abgelegt von Konstantin Klein um 18:04 unter Culture Vulture, Reality Check

Dieses Zitat macht jetzt wohl die Runde, aber was wahr ist, ist wahr, und muss zitiert werden:

Es gibt zwei wirklich wichtige Produkte aus der Universität Berkeley: LSD und Unix. Ich glaube aber nicht, daß es da einen Zusammenhang gibt. (Jeremy Anderson)

(Via SWR.)

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