Anderthalb Tage Landluft, gutes Essen und Wellness 2.0 satt, und ein klein wenig nachgedacht über das, was sich, auf diesen Seiten in den letzten Tagen widergespiegelt, derzeit im Netz tut. Was ist es, das an social software (oder wie zweinullig man das auch nennen will) sogar gestandene Alte Zausel™ - im Plural, ich bin da ganz und gar nicht alleine - so fasziniert?
Twitternd und das Facebook auf- und umbauend, bin ich natürlich nicht zum Nachdenken gekommen - man hat schließlich auch noch einen anspruchsvollen Job und muss zumindest den Eindruck machen, als habe man den Haushalt einigermaßen im Griff. Beim Durchgeblubbertwerden in der Salzlake von Bad Saarow dagegen durchfuhr es mich wie der Blubb Blitz:
Social Porn!
Flickr, Twitter, Plazes, Facebook, StudiVZ, OldieVZ - alle diese communitiy-orientierten Seiten machen süchtig, wie Pornografie süchtig macht (habe ich mir sagen lassen…). Es erfordert - zumindest in meinem Alter - durchaus Mut, sich zum möglicherweise sogar intensiven und produktivitätsmindernden Gebrauch von Facebook & Co. zu bekennen. Und genauso, wie Porno - arg vereinfacht gesagt, zugegeben - durch die virtuelle Darstellung von Sex wirklichen Sex ersetzt, ersetzen die sozialen Beziehungen im Social Porn… wirkliches soziales Leben.
Autsch.
Stimmt so natürlich auch wieder nicht, weil Social Porn möglicherweise das soziale Leben der Echtzeit 1:1 wiederzuspielen in der Lage ist, gleichzeitig aber Mehrwert schafft, der beispielweise in der Unabhängigkeit von Ort und Zeit bestehen kann. Aber als Gedanke zum Weiterverfolgen und als Schlagwort bei der Google-Suche ist Social Porn doch schon mal recht tauglich.


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Halte ich für einen Trugschluss, wenn auch für einen reizvollen
Das SocialDings *ersetzt* Sex, äh, soziales Leben ja in keinster Weise, sondern ergänzt es. Die Übergänge sind fließend: Oft genug führen Web-Interaktionen ja zu Resultaten, die in der Kohlenstoffwelt stattfinden, privat, beruflich, wie auch immer. Komplementation statt Substitution.
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Fühle mich noch nicht widerlegt. Zwar gibt es tatsächlich mehr als genügend traurige Fälle, in denen Pornografie nichtvorhandenes Sexleben ersetzen muss; ich denke jedoch nicht, dass das der einzige Zweck von Pornografie ist. Nein, sie “…ergänzt es. Die Übergänge sind fließend… Komplementation statt Substitution”, um einen klugen Kopf zu zitieren.
Wobei ich die Auswirkungen von good old porn auf die Berufswelt nicht abzuschätzen weiß, und auch nicht wirklich Lust zum Abschätzen habe.
Vielleicht sollten wir noch drei Schritte zurückgehen und Pornografie erst einmal definieren. Wenn dabei auf einmal jegliche erotische Kunst inbegriffen ist, dann trifft, was Du über SocialDings sagst, auch auf Pornografie zu, und ich bin bestätigt, nicht widerlegt.
Von wegen Trugschluss. Ha!