Archiv für Dezember 2007

Dez 31 2007

YESH!

Abgelegt von Konstantin Klein um 14:24 unter Politics R Us

Vorratsspeicherung: 30.000 klagen in Karlsruhe - größte Verfassungs-Beschwerde aller Zeiten

Dem ist nichts hinzuzufügen. Ein gutes Gefühl, einer von rund 30.000 zu sein.

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Dez 30 2007

Prost Neujaaaahr!

Abgelegt von Konstantin Klein um 18:26 unter Inside the Beast

Prost Neujahr!

Das hat man nun von Prokrastination in Gesundheitsdingen: Das neue Jahr beginnt mit einem Krankenhausaufenthalt. Länge voraussichtlich kurz, aber nix Genaues weiß man nicht. Bis bald in diesem Theater, und trotz alledem: Prost Neujaaaahr!

Und world peace, versteht sich.

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Dez 30 2007

Nichts zu verbergen?

Abgelegt von Konstantin Klein um 17:46 unter Net Life, Reality Check

Im Zeitalter der Vorratsdatenspeicherung wird der Mensch hellhörig, wann immer es um den so nicht vorhergesehenen und schon gar nicht beabsichtigten Gebrauch von Daten geht. Entsprechend hellhörig las ich (OK, die Bilder sind feiertagsgemäß nicht ganz sauber…), wie die New York Times anhand der nicht ganz neue Geschichte der High-School-Lehrerin Stacy Snyder aus Pennsylvania beleuchtet, wie unbedachte Online-Aktivitäten einem die Karriere ruinieren können.

Obwohl: So unbedacht war es wohl gar nicht, als Ms. Synder ein Foto vom Maskenball auf ihre MySpace-Seite packte. Sie konnte sich wohl nur nicht vorstellen, dass ein Bild von ihr im Piratenkostüm, komplett mit Plastikbecher und Unterschrift “Drunken pirate” schließlich zu ihrer Kündigung führen konnte - auch wenn das Arbeitsverhältnis auch sonst nicht so ganz unbelastet gewesen zu sein scheint.

Im Schutze unseres Arbeitsrechts können Arbeitnehmer induLa (”in diesem unseren Lande”) solche Geschichten (noch) mit wohligem Schauer lesen. Aber das ändert nichts daran, dass das Argument “Ich habe ja nichts zu verbergen”, das Befürworter der Vorratsdatenspeicherung oder solche, denen die Sache wurscht ist, schon lange ungültig geworden ist.

Am Eingang zum Internet sollte künftig eine riesengroße Warntafel stehen:

Sie werden darauf hingewiesen, dass alles, was Sie hier tun oder nicht tun, gegen Sie verwendet werden kann. Am besten, Sie nehmen sich gleich einen Anwalt, oder Sie gehen ganz rasch wieder aus dem Netz.

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Dez 28 2007

Zoll!

Abgelegt von Konstantin Klein um 17:01 unter Reality Check

Dass Du Dich einmischst, wenn die Bücher-Amazonen mir zwei Bücher direkt aus USAland schicken, ist verständlich - ist schließlich Dein Job. Dass Du mich deshalb durch die halbe Stadt jagst, weil Du nur ein Zollamt für solche Zwecke unterhältst, und das am Innsbrucker Platz liegt - nun ja. Dass ich vor den gestrengen Augen eines Deiner Repräsentanten das Paket aufschlitzen muss, damit er drinnen sieht, was außen draufsteht (”2 Books”) - OK, Du bist eine Behörde mit entsprechend bürokratischen Neigungen. Dass Dein Repräsentant beanstandet, dass keine Rechnung mit Preisangabe im Paket ist, obwohl eine Rechnung mit Preisangabe auf dem Paket klebt - ach Gott ja.

Aber dass Du dann erst einen Zoll von € 4,89 erhebst und ihn mir dann erlässt, weil alles unter fünf Öre für umme durchgeht - das war der Moment, als es doch ein wenig absurd wurde. Mal abgesehen davon, dass zwei luxuriöse Bildbände in einem unhandlichen Paket schon aasig schwer durch die Stadt zu karriolen sind. Ach egal.com.

Ach ja, nochwas: Ich hatte die Bücher im Oktober bestellt, um sie zu Weihnachten zu verschenken. Und Amazon hat das Paket am 8. November aufgegeben. Nun ja. Hab ich eben schon was für Weihnachten 2008.

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Dez 26 2007

Feierdachs

Abgelegt von Konstantin Klein um 01:43 unter Reality Check

Woran erkennt man, dass es Weihnachten ist?

  • Die Straßen sind leer.
  • Es gibt in der Schönhauser Allee massenweise Parkplätze.
  • Der Busfahrer der Linie 248 trägt eine rote Zipfelmütze.
  • Momo und der Grinch.
  • Die IM-Kontaktlisten sind entvölkert.
  • Mario Sixtus liest seinen Feedreader leer.
  • Truthahn. Lecker. Und nicht trocken.
  • Schmackige Beerenpampe. Mehr!
  • Wham. Seufz.

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Dez 24 2007

Happy Holidays!

Abgelegt von Konstantin Klein um 01:43 unter Inside the Beast

Tatsache ist doch, dass jeder an den Jahresendfesttagen so seine eigenen Wunschvorstellungen, Pläne und Vorsätze hat. Tatsache ist auch, dass ich über diese grundlegende Feststellung keine Ahnung habe, ja, haben kann, worin diese Wünsche, Pläne, Vorsätze nun eigentlich bestehen - ich kenne Sie ja gar nicht.

Weil ich aber - zumindest in dieser Phase des Jahres - allen Menschen nur das Allerbeste wünsche, möge dieser Eintrag als eine Art Blanko-Festtagsglückwunsch dienen: Mögen Sie alle friedliche Feiertage erleben, und möge 2008 Ihnen bringen, was Sie sich am sehnlichsten wünschen, world peace eingeschlossen.

Raum für eigene Wünsche:

Frohes Fest beisammen!

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Dez 18 2007

Spammer’s Poetry

Abgelegt von Konstantin Klein um 10:33 unter Sad and Beautiful

Why not a Streetcar?

(Konkrete Poesie aus dem Spamaufkommen der letzten vier Tage)

Looking for perfect gift?
Why not a streetcar?
One by one, these women died,
Watching the recipe for disaster take shape.
We do not know what to do and we very afraid
And the cuisine left much to be desired
No matter how much money flowed.
Get a hold of your life, kuhhalte.

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Dez 16 2007

danah boyd, phd (demnächst)

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:45 unter Net Life

Unsereiner macht sich noch Gedanken, ob man jenseits des Stadiums eines “15yo girls” überhaupt noch in Facebook sichtbar sein sollte (doch, man sollte, in a way), und wie man sich gegen das Übel schützt, das von dannen kommen wird. Anderswo, wie die Lokalzeitung berichtet, ist man schon weiter und macht Facebook zum Forschungsgegenstand (Update: Die NYT berichtet auch). Auch wenn man sich über die zuständige Fakultät noch nicht so klar ist.

The race is on — to an extremely obscure wing of the ivory tower. Who will own the study of the social networking sites? Is it computer science or behavioral science? Is it neuropsychology or artificial intelligence? PhDs around the country are trying to figure out, in their esoteric and socially awkward way, how to get in while the getting’s good.

Die von der Post als “riot grrrl/boho, with arm warmers and funky glasses” beschriebene Vordenkerin ist danah boyd, Doktorandin in Berkeley. Die Kleinschreibung ist Programm, und als ehemaliger Student der Kommunikationswissenschaft kommt mir der Vorgang doch sehr bekannt vor: “Es ist schon viel erforscht worden. Wir wissen noch viel zu wenig. Es muss noch viel geforscht werden.” Oder auch:

It’s the myopia of academia in any discipline, but especially so in a nascent one where a body of work (a canon!) is still TBD, where plum jobs and tenure tracks can be determined by early elbow rubbing.

Schön formuliert. Und ein Fall für das nächstliegende Institut für Wissenschaftsgeschichte.

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Dez 16 2007

Online-Spiele

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:51 unter Net Life, Workload

Herrschaften, können wir reflexhaftes Google-Bashing mal für fünf Minuten einstellen? Gut.

Also, die Sache ist so. Man muss nicht alles glauben, was einem an buzzwords um die Ohren gehauen wird. Man muss auch nicht die bereits viel und oft gelesene Behauptung glauben, dass Anwendungen wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulationen schon bald nur noch im Netz residieren, immer auf dem neuesten Stand sind, alle (wesentlichen) Funktionen teurer Desktop-Office-Suiten übernehmen und dabei auch nichts kosten (gerade schreibt die New York Times mal wieder was Ähnliches).

Man, also ich, sollte sich die Sache aber doch mal angucken. Und das ist, was ich derzeit mache.

Das beispielhafte Angebot: Google Text & Tabellen, was als (deutscher) Titel schon nicht mehr ausreicht, seit auch eine Präsdentationsanwendung (für Microsofties: PowerPoint!) dazugekommen ist. Der Client: Mein treuer Mac, eine schnelle (reale 14,5 Mb/sec) DSL-Leitung, Camino als Ort der Handlung (für Microsofties: das ist ein Firefox speziell für Mackies!).

Well, I’m impressed, um es kurz zu fassen.

Ich bin kein echter Power-User von productivity software. Ich bin froh, wenn mir meine Excel-Formeln nicht um die Ohren fliegen, und wenn Word mit den Änderungen, die ich in einem OpenOffice-Dokument gemacht hat, nicht beleidigt abraucht. Ich formatiere nicht bis zum Gehtnichtmehr, schreibe keine Bücher (warum eigentlich nicht?), und Präsentationen baue ich (übrigens lieber in Keynote oder OpenOffice Impress als in PowerPoint) vor allem deshalb, weil andere sowas immer noch für die beste Art halten, einen Punkt zu machen.

Ein echter Durchschnittsuser also.

Und als solcher bin ich mit den grundlegenden Funktionen, die Online-Anwendungen bieten, ausreichend gut bedient. Doch, wirklich: Was zu tun ist, kann ich im Zweifelsfall auch in einem Google-Dokument erledigen; die Leitung ist schnell genug, und der ganze Scripte-Zauber hinter den Kulissen hält mich auch nicht wesentlich auf. Was aber alle mir bekannten Office-Suiten bisher den von Google aufgewirbelten Staub fressen lässt, ist die Möglichkeit, mit mehreren Mitmenschen gleichzeitig an einem Dokument zu arbeiten. Was SubEthaEdit-Nutzern bekannt ist, ist im Büroalltag nur ein feuchter Traum, der durch das fleißige Hin- und Herschicken von Word-Dokumenten mit eingeschalteter Änderungsmarkierung nur unzureichend gelebt wird.

Und das alles für umme. Man könnte vom Glauben abfallen.

Bloß gut, dass mir meine Geheimniskrämerei verbietet, arbeitsbezogene Dokumente im halböffentlichen Bereich zu speichern und zu bearbeiten. So nutze ich Googles Anwendungen vorerst nur testweise und komme nicht in Gewissens- und andere Konflikte, die mit Google-Bashing und seinen Anhängern zu tun haben.

Stay tuned.

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Dez 15 2007

Du weisst…

Abgelegt von Konstantin Klein um 04:21 unter Net Life, Politics R Us

…dass Deine mahnenden Worte der letzten Monate zumindest im Familienkreis schon auf offene Ohren gestoßen sind, wenn das Buch über “Das Ende der Privatsphäre - Der Weg in die Überwachungsgesellschaft” plötzlich nicht mehr eingeschweißt auf Deinem Schreibtisch liegt, sondern offen auf ihrem.

…dass Du somit ab sofort in der realen Gefahr steckst, in Deinem staats- und netzbürgerlichen Mahnertum nicht mehr die No. 1 in diesem Haushalt zu sein.

…dass das aber auch ganz OK ist.

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