Archiv für Januar 2008

Jan 31 2008

UI!

Abgelegt von Konstantin Klein um 15:02 unter Reality Check

Machte meinen Tag:

The original point-and-click interface was a Smith & Wesson. (Aus einer Email, schon auf mehr als 1000 Seiten verewigt, aber mir bis gerade eben neu.)

Und schon damals konnte man mit einem Klick Fenster zerschießen, anders als heute aber auch den Nutzer selbst.

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Jan 30 2008

Datenkollision

MIST. Da will ich die re:publica 08 in meinen Kalender eintragen, und da steht für den ersten der drei Veranstaltungstage schon etwas anderes drin - etwas, auf das ich seit bald einem Jahr gewartet habe, und das ich nicht verschieben kann oder will. Vorausgesetzt, der allgemeine Gesundheitszustand (nebst möglicherweise genau dann stattfindender Kur) lässt eine Teilnahme auch nur an einer der beiden Veranstaltungen überhaupt zu.

Frage: Karte im Vorverkauf kaufen oder gleich verzichten?

MIST, as I said before.

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Jan 29 2008

Verträumte Frage

Abgelegt von Konstantin Klein um 12:32 unter Inside the Beast

Wann wohl der hochdotierte Sponsoringvertrag für meine schaumlose Schleichwerbung für mein Lieblingsgetränk eintrifft?

Ach nein, ich vergaß: Dies ist ja eine nichtkommerzielle Veranstaltung. Dann will ich auch nichts gesagt haben, schon gleich nicht über Spreequell Apfel-Schorle herb.

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Jan 28 2008

Umweltbilanz

Abgelegt von Konstantin Klein um 04:12 unter Reality Check, Under Pressure

Verträumt an einer Plastik-Pfandflasche (Spreequell Apfel-Schorle herb) nuckelnd, lese ich bei Salon, wie sich PET-Flaschen und Getränkedosen aus Sicht der Umwelt darstellen. Die Bilanz treibt mich zum Wasserhahn, da im Kühlschrank derzeit nur ein Getränk in einer Glasflasche vorkommt, und ich trinke um diese Zeit nun mal kein Weizenbier. Auch kein alkoholfreies.

Leseprobe:

The manufacture of PET requires about 6.5 kilograms (kg) of petroleum inputs per kilogram of plastic. Most of the petroleum, about 5.5 kg, does not end up in the final bottle. It is consumed in manufacturing and is out-put in the form of greenhouse gas emissions (about 16.5 kg).

Endergebnis des Artikels: Aludosen werden zwar öfter recyclet. Aber insgesamt verursachen sie in Produktion und Transport zur Abfüllerei noch mehr Schadstoffe als PET-Flaschen.

Da Erfrischungsgetränke in den US of A nicht in Glasflaschen abgefüllt werden, kommt die Glasflasche in der Rechnung gar nicht vor. Aus meiner Zeit als Staplerfahrer bei einem Coca-Cola-Abfüller (ca. 1978) glaube ich mich jedoch an enorme Umläufe von Glasflaschen zu erinnern - sprich: um die gleiche Menge an Getränken zu transportieren, müssen viel weniger Behälter überhaupt produziert werden. Und: Glas lässt sich gut recyclen.

Das sollte argumentativ eigentlich genügen, um künftig auf den Erwerb von Getränkedosen insgesamt und dem von Plastikflaschen möglichst weitgehend (sprich: wenn es Alternativen im Glas gibt) zu verzichten. Soweit meine grünen fünf Minuten für diese Woche.

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Jan 28 2008

Generation Tweet

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:46 unter Net Life

Scott Karp, Schreiber für Publishing 2.0 (argh, ein Zweinull!) hatte es vor sechs Wochen oder so schon ganz treffend formuliert:

[...] Twitter has turned distraction into an art form. It’s like hanging out at a bar with a bunch of interesting people (some of whom are talking on their cellphones) and forgetting that you have to go home. Which, when done in moderation, is a very GOOD thing.

Karp schreibt dann weiter, dass die Sache mit der Mäßigung (moderation) eben sein Problem sei, und dass Twitter für ihn zu einer Zeitverschwendung erster Sorte geworden sei, weshalb er aufgehört habe damit.

Mit der Sicherheit des in der dritten (und hoffentlich letzten) Woche Krankgeschriebenen begge ich to differ. Seit ich meinen schon lange bestehenden Twitter-Account auch tatsächlich nutze (altes Verhaltensmuster von mir: beim Account-Erstellen bin ich immer early adopter, die tatsächliche Nutzung findet erst dann statt, wenn die Meinungsführer schon wieder weg sind), empfinde ich Twitter weniger als Kneipe - ohne damit Karps Vergleich zu entwerten -, sondern eher als Großraumbüro, in dem ein Haufen freundlicher Kollegen sitzt, arbeitet und ab und zu Laut gibt.

Das mag damit zu tun haben, dass auf der Liste derer, die ich auf Twitter verfolge, vor allem Menschen stehen, die bei der Arbeit von der Arbeit twittern. Das mag auch damit zu tun haben, dass ich schon oft in Großraumbüros gearbeitet habe und dort immer die beschriebene Atmosphäre vorgefunden habe: Alle arbeiten konzentriert, und ab und zu sagt einer was, das die Laune aufrecht erhält. Ich habe diese Atmosphäre immer als sehr angenehm empfunden und werde das nach dem Ende der Krankschreibung auch wieder tun. Und deshalb mag ich es, ein Twitter- oder IM-Fenster offen zu haben und mitzulesen, was die anderen so tun.

Wobei der ganz große Witz ist, dass ich von den 27 Twitterern, denen ich folge, erst sieben in carbon world gesehen habe, mit dem achten gelegentlich kurze IM-Konversationen betreibe und mit Nummern neun und zehn die letzten Mails von meinem Schreibtisch in Falls Church, VA getauscht habe, also vor mehr als vier Jahren.

It’s a sad and beautiful world.

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Jan 25 2008

Psht!

Abgelegt von Konstantin Klein um 13:54 unter Inside the Beast, Net Life

Abt. Wald vor lauter Bäumen: Als ich mich vor einigen Monaten dafür entschied, meinen gesamten Mailkram doch wieder über den Maildienst der Datenkrake abzuwickeln (weil die Maildienste der von mir nach wie vor geschätzten Festung ähnlich oft arbeitswillig waren wie bundesdeutsche Lokführer zur gleichen Zeit), verlor ich dadurch mehrerlei:

  • das Vertrauen mindestens eines der Leser, die mir offenbar nur aufgrund meiner Tendenz zu Verschwörungstheorien die Treue halten
  • die Möglichkeit, Mails ohne großen Aufwand mit GnuPG zu signieren und zu verschlüsseln

Zwar bot Apples mail.app mit einem Plugin genau diese Möglichkeit an, aber zunächst bot GMail mein Lieblings-Mailprotokoll IMAP nicht an, und als es dann soweit war, hatte Leopard das GnuPG-Plugin zerschossen.

Alles kein Problem mehr. Denn das GnuPG-Plugin gibt es jetzt in einer Beta-Version auch für Leopard; die Sache installiert sich zwar nur manuell, aber funzt. Und für die GMail-Weboberfläche, die für viele ja der Grund für den Wechsel ist, gibt es eine Firefox-Extension, die auch dort das Signieren und Verschlüsseln per Mausklick ermöglicht. Die Oberfläche ist zwar eher schlampig ins Deutsche übersetzt, aber die bisherigen Erfahrungen stimmen fröhlich.

Wer mir also nicht mehr mailt, weil er seine Mails nicht von Google durchsuchen lassen will, hat nun eine Entschuldigung weniger. Denn Plugin wie Extension entschlüsseln nur lokal, und an verschlüsselten Mails beißt auch Google sich die Zähne bis auf weiteres aus. Also: GnuPG installieren, meinen öffentlichen Schlüssel laden und kryptisch mailen!

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Jan 24 2008

Stimmung!

Abgelegt von Konstantin Klein um 18:50 unter Inside the Beast

Das Telefon klingelt. “Ja, hallo?” (Man sollte sich vielleicht doch wieder angewöhnen, den eigenen Namen aufzusagen, aber für dieses Mal ist es zu spät.)

Junge Frauenstimme, geschätzte 25 Jahre or less: “Hallo, hier ist [unbedeutenden weiblichen Vornamen einsetzen] vom Frisiersalon [unkomischen Namen eines Friseurbetriebes einsetzen]. Ist denn Deine Mutti da?”

Inhaber dieses Weblogs, 49 Jahre alt und bis heute von seiner männlichen Stimme durchaus überzeugt: “Ja, also… Meine Mutti ist vor zwei Jahren im Alter von 86 gestorben, aber wenn Sie mit meiner Frau sprechen wollen - die ist da.”

Danach Weiterreichen des Telefons nebst anschließendem Platzen vor Lachen. Guter Wiedereinstieg nach einer unkomischen gesundheitsbezogenen Erfahrung, die in vielerlei Hinsicht zum Umdenken mahnt.

Welcome back, world!

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Jan 17 2008

Der Tipp für Betablogger

Abgelegt von Konstantin Klein um 09:18 unter Inside the Beast

“Ich schreibe sowieso nur für mich selbst” ist sowas von frühes 21. Jahrhundert. Der ebenso selbstbewußte wie nicht gelesene Blogger nennt sein Weblog ab sofort “Geheimtipp” und behauptet, es sei ein kleiner finnischer Club.

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Jan 16 2008

Justiz im digitalen Zeitalter

Abgelegt von Konstantin Klein um 18:23 unter Reality Check

Bis vor fünf Minuten wusste ich noch nicht einmal, dass es sowas wie ein forbidden trilemma gibt, jetzt weiß ich dank eines Berichtes meiner ehemaligen Lokalzeitung sogar schon, was das ist: eine Lage, in die selbst ein dringend Tatverdächtiger nicht von der Justiz gedrängt werden darf:

On Nov. 29, Magistrate Judge Jerome J. Niedermeier ruled that compelling Sebastien B[...] to enter his password into his laptop would violate his Fifth Amendment right against self-incrimination. “If Boucher does know the password, he would be faced with the forbidden trilemma: incriminate himself, lie under oath, or find himself in contempt of court,” the judge said.

Anders ausgedrückt: Wenn besagter B. (der im Original übrigens ausgeschrieben wurde, aber hier ist das bundesdeutsche Recht anders: bis zum Urteil gilt die Unschuldsvermutung und damit in Deutschland bei der Berichterstattung der Persönlichkeitsschutz) dazu gezwungen werden kann, verschlüsselte Dateien auf seinem Laptop zu entschlüsseln, belastet er sich selbst - wozu er im US-Strafrecht nicht gezwungen werden kann. Wenn B. behauptet, er wisse das Passwort nicht mehr, läge der Verdacht des Meineids nahe; wenn er aber das Passwort nicht eingibt, wäre es Mißachtung des Gerichts.

Und deshalb, so Richter Niedermeier, darf die Justiz B. gar nicht erst zum Entschlüsseln der Dateien zwingen wollen. So weit, so Gehöft.

Nun ist B. aber allem Anschein nach kein unbescholtener Bürger, dessen Dateien die Strafverfolgungsbehörden nichts angehen. B. wurde vielmehr festgenommen, weil er bei einer Grenzkontrolle einem Beamten erlaubt hat, das Dateiverzeichnis anzusehen, und weil dieser Beamte dabei Dateinamen entdeckte, die auf schwerste Kinderpornografie schließen lassen.

Im Fall B geht es also zur Abwechslung nicht um wildgewordene Heimatschützer, sondern um Ermittler, die es mit jemand zu tun haben, der eines besonders widerwärtigen Verbrechens schuldig sein könnte.

In his ruling, Niedermeier said forcing Boucher to enter his password would be like asking him to reveal the combination to a safe. The government can force a person to give up the key to a safe because a key is physical, not in a person’s mind. But a person cannot be compelled to give up a safe combination because that would “convey the contents of one’s mind,” which is a “testimonial” act protected by the Fifth Amendment, Niedermeier said.

Das FBI hat gegen das Urteil von Richter Niedermeier Berufung eingelegt, und der Fall wird nun kontrovers diskutiert. Hat B. - wie jeder andere in den USA - ein Recht darauf, seine Dateien geheim zu halten, oder hat die Gesellschaft ein Recht darauf, dass sich ein mutmaßlicher Kinderpornograf selbst belastet?

B. selbst behauptet, er sehe sich zwar gerne mal einen Erwachsenenporno an, wolle aber mit Kinderpornos nichts zu tun haben. Und er sei sich einfach nicht sicher, ob er die verdächtigen Dateien nicht aus Versehen heruntergeladen habe, wolle sie aber aus Angst vor einem Urteil jetzt auch nicht entschlüsseln.

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Jan 15 2008

Standortbestimmung

Abgelegt von Konstantin Klein um 00:59 unter Politics R Us

Mein politischer Standort, wenn ich in den USA wählen dürfte

So. Wenn ich also in den USA wahlberechtigt wäre, bestünde eine gewisse Chance, dass meine Stimme bei den kommenden Präsidentschaftswahlen Barack Obama gehören würde. Sagt der Electoral Compass (Bluelectoral??), nachdem er mir eine ganze Reihe mehr oder weniger indiskrete Fragen über meine politische Einstellung gestellt hat. Ich muss zugeben, dass ich versucht habe, mit widersprüchlichen Aussagen den Kompass ins Kreiseln zu bringen - aber wer hat denn nicht den einen oder anderen Widerspruch in seiner politischen Gedankenlandschaft? Trotzdem hat mich gewundert, dass ich mit meinen Antworten so nahe an Obamas Programmen sein soll; er schien mir durchaus nicht mein favorite next president zu sein.

Obama-Gegner könnten jetzt argumentieren, dass es politische Wirrköpfe sind, die für ihn stimmen. Egal, ich darf ja sowieso nicht. (via Papascott, der wählen darf und laut Kompass ähnlich wählen würde)

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