• Net Life, Tech Nation

    Veröffentlicht am
    5. Januar 2008

    Von Konstantin Klein

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    Abt. Software, ohne die die Menschheit auch ganz gut zurechtgekommen ist: Ich weiß gar nicht mehr, wie ich davon erfahren hatte, aber seit ein paar Tagen teste ich Mailplane, einen dieser Versuche, einen Webservice als Desktop-Applikation darzustellen. “Einer dieser Versuche”, denn daran versuchen sich inzwischen mehrere Menschen, darunter auch die der Mozilla Labs, die mit Prism die Grundlage für sogenannte Site Specific Browsers schaffen will. Ein anderer Versuch ist Fluid, im Grunde nichts anderes als Prism, aber für den Mac, während Prism erst mal für Windows in der Mache ist.

    Site Specific Browsers - genau das ist es: ein Browserfenster, das nicht wie ein Browserfenster aussieht, sondern den betriebssystemspezifischen Fensterrahmen um eine Webanwendung (wie z.B. Webmail) bereitstellt, sprich: Webmail mit drei bunten Knöpfen oben links (Mac) oder rechts (Rest der Welt).

    Mailplane als SSB für Googles GMail-Service geht da etwas weiter - mit einer umfangreichen und konfigurierbaren Toolbar voller Knöppskes, mit denen man die Arbeit mit GMail noch etwas schneller und glatter gestalten kann. Die Idee hat was (weshalb ich das ganze Dings überhaupt getestet habe), und es lässt sich mit Mailplane auch ganz prima arbeiten.

    Zwei, drei Haken hat die Sache aber: Die meisten Funktionen, die ich in der Toolbar versammelt habe, funktionieren nur, wenn die Keyboard Shortcuts in GMail aktiviert sind; ich nehme mal an, hinter den Knöppskes sitzen genau diese Shortcuts. Die aber, so konterintuitiv sie sind (”Irgendwas müssen Nerds ja können” - F. Schwenzel), kann sich selbst ein bonehead wie ich irgendwann mal merken, und schon brauche ich die Knöppskes nicht mehr, sondern nutze die Shortcuts direkt, in Mailplane oder im Browserfenster, egal.

    Und dann brauche ich für GMail eigentlich gar keinen extra gestrickten Client. Wenn ich wirklich ein eigenes Fenster für die Mail öffnen will, mache ich Apples Mail.app auf, mit der ich dank IMAP den gleichen Zugriff auf meinen gesamten Mailstapel auf den Googleservern habe - und noch ein paar Funktionen mehr (GnuPG- und S/MIME-Verschlüsselung, beispielsweise).

    Mailplane lässt mich also ein bisschen ratlos zurück. Die einzige Funktion, die ich bisher entdecken konnte, und die über die der Weboberflächen hinausgeht (die aber wiederum in Mail.app auch enthalten ist), ist die automatische Größenanpassung beim Einfügen von Fottos als attachments. Aber vielleicht finde ich ja noch einen Grund für Mailplane.

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    Dieser Eintrag wurde am 5. Januar 2008 um 01:23 veröffentlicht und unter Net Life, Tech Nation abgelegt. Sie können der Diskussion unter RSS 2.0 folgen. Sie können kommentieren, oder einen Trackback von Ihrer Seite schicken.
  • 2 Kommentare

    Lesen, was andere zu sagen hatten.

    1. ja, genau die gleichen Gedanken mach ich mir auch. Zum Einen ist es ganz nett, ein extra Programm für email zu haben, aber die zusätzlichen Features, die Mailplane bietet, nutze ich irgendwie nicht. Außerdem schmeiß ich Mail doch sehr häufig an, um die mails auch offline zur Verfügung zu haben…

      PS: Für GPG und S/MIME Verschlüsselung in GMail gibt es auch Browser-Plugins.

    2. Das mit den Plugins ist so eine Sache. Ich nutze normalerweise Camino, der Plugins nicht unterstützt, und derzeit - in einem Anfall von Wagemut - Firefox 3.0b, der Plugins noch nicht unterstützt.

      Erschwerend kommt allerdingsbums hinzu, dass ich trotz jahrelanger Missionierungsversuche so gut wie keinen Mitmenschen davon überzeugen konnte, dass E-Mail-Verschlüsselung etwas Gutes und dabei einfach zu Bewerkstelligendes sei. Also verschlüssele ich eben auch nicht.

      Pah!

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