Archiv für März 2008

Mrz 31 2008

Hausmitteilung

Abgelegt von Konstantin Klein um 08:21 unter Inside the Beast, On the Road

In den nächsten drei Tagen könnte es an dieser Stelle ruhig werden (wenn nicht wieder anonyme FDP-Supporter versuchen zu kommentieren). Eine berufliche Ausnahmesituation (Tagung im ländlichen Bad Soden-Salmünster) erfordert meine Aufmerksamkeit. Netz-Aktivitäten daher vermutlich eher, wenn überhaupt, in der kurzen Form hier und hier.

Und dies ist der erste Eintrag, der im Control Panel von WordPress 2.5 entsteht - fühlt sich gut an soweit.

Comments Off

Mrz 30 2008

Politik, verdrossen

Abgelegt von Konstantin Klein um 03:09 unter Politics R Us

Schon öfter, wenn nicht gar oft habe ich mich an dieser und anderen Stellen im Netz dabei erwischen lassen, gehässige Bemerkungen über den Vorsitzenden der Freien Demokratischen Partei, den Anwalt Dr. Guido Westerwelle, sowie über seine Partei als solche fallen zu lassen. Nun mag es immer für einen leichten Lacher gut sein, in irgendeinem weit hergeholten Zusammenhang “Westerwelle” zu schreiben. Mein Verhältnis zu Westerwelle und seiner Partei ist jedoch ein wenig komplizierter.

Zum einen habe ich große Schwierigkeiten, den Bedarf an einer Partei zu erkennen, deren einziger Zweck die Verteidigung der Besserverdienenden ist. Nun haben die Liberalen es schon bitter bereut, sich selbst als die Partei der B. bezeichnet zu haben, und man sollte es ihnen deshalb nicht mehr vorwerfen. Nur scheint - aus allen Äußerungen des Parteivorsitzenden glaube ich das entnehmen zu dürfen - ihnen nur die Verwendung des Begriffes “Besserverdienende” leid zu tun, nicht jedoch die Fokussierung, nein: politische Selbstbeschränkung auf die Interessen derer, die mit dem Begriff gemeint sind.

Oder anders ausgedrückt: Von einer Partei, die keine Splitterpartei sein will, erwarte ich in der täglichen politischen Arbeit einfach mehr als nur die Verteidigung des mittelständischen Besitzstandes.

Zum zweiten stört mich das fast schon krampfhafte Festhalten an der CDU als Koalitionspartner. Ich weiß nun, alt genug bin ich ja, woher dieses Verhalten kommt: Zweimal hat die FDP ihren Stammpartner gewechselt, 1969 und 1981, und wurde beide Mal übel als “Umfallerpartei” geschmäht. Aber das war im Westdeutschland der drei Parteien. Die Zeiten haben sich geändert, die Mehrheitsverhältnisse erst recht, und so ist die Festlegung auf das Dasein als Mittelstands-Kopie der Union ein wenig unflexibel zu nennen.

Immerhin hat auch die FDP das erkannt und will es nicht mehr als in Stein gehauen verstehen. Doll.

(Und unwillig gibt man ja sogar zu, dass das Verharren der FDP auf ihrem Dasein als Mini-Union mit eingeschränktem Themenbereich letztendlich nur von Konsequenz und Treue zur eigenen Marke zeugt, so überholt beides sein mag.)

Drittens - aber das ist wohl einfach das Schicksal einer Oppositionspartei, die außer Öffentlichkeits- im Grunde wenig Arbeit zu leisten hat - nervt mich das schachterlteufelhafte Auftauchen des Dr. Westerwelle immer dann, wenn ihn keiner gefragt hat.

Und viertens finde ich es einfach schade, dass in der politischen Welt der heutigen FDP Thomas Dehler, Theodor Heuss, Burkhard Hirsch und Gerhart Baum eine weitaus geringere Rolle spielen als die Herren Kubicki, Westerwelle und Niebel. Aber dieser. sagen wir: Formatwandel im Laufe der Zeit (das war doch noch freundlich formuliert, oder?) beschränkt sich leider nicht auf die FDP. Womit wir schon fast wieder beim Thema meines letzten Politik-Rants wären.

(Disclaimer: Ich war in den siebziger Jahren - u.a. wegen Burkhard Hirsch und Gerhart Baum und deren Politik - selbst Mitglied der FDP und habe den Rechtsschwenk unter Hans-Dietrich Genscher und Otto Graf Lambsdorff nie so recht verwunden. Und deshalb werden Dr. Westerwelle und seine Freunde es bei mir immer schwer haben.)

Tags: , , ,

5 Kommentare

Mrz 29 2008

Success!

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:03 unter Inside the Beast

Der Upgrade auf die neue WordPress-Version 2.5 verlief reibungslos, und auch alle Plugins scheinen problemarm damit zurechtzukommen. Damit ist die Viertelstunde Stress (denn Stress ist es doch immer wieder, zumal Version 2.5 so ihre Probleme hatte und vielleicht auch noch hat) erfolgreich rumgebracht. Man reiche mir ein Schweißtüchlein.

Ach ja, hier werkelt derzeit die englische Version von WP, da die deutsche möglicherweise noch nicht fertig ist (schwer festzustellen - der Download-Server ist völlig überlastet). Dies kann, sollte aber nicht, im öffentlichen Bereich zu einer vorübergehenden Zweisprachigkeit führen. Aber warum soll sich WP da besser verhalten als der stolze Autor dieses?

Ebent.

Tags: ,

Comments Off

Mrz 27 2008

Beck, nochmal!

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:45 unter Politics R Us

Ich habe jeden Grund, Statistiken zu misstrauen. Mein Statistik II-Schein ist der schlagende Beweis dafür, dass Statistik nicht… aber lassen wir das. Und da kommt die Berliner Zeitung heute (OK, ich könnte die Zeitung vom Donnerstag auch früher lesen, nicht erst um Viertel vor Freitag) mit einem ganzen Artikel voller Ergebnisse von Meinungsumfragen. Wenn es dabei nicht ausgerechnet um die Lage der SPD Indula (IN Diesem Unseren LAnde) ginge, hätte ich demonstrativ weggeguckt - s.o.

Die Aussicht der SPD auf Wahlsiege ist noch einmal dramatisch gesunken. In keinem der 16 Bundesländer wäre die SPD noch stärkste Kraft, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. In 14 Ländern würden die Sozialdemokraten laut der jüngsten Forsa-Umfrage von der Union überholt, in Brandenburg und Sachsen-Anhalt von der Linkspartei…

…schreibt Damir Fras und erläutert dann das ganze Elend der deutschen Sozialdemokratie.

Ich hasse es, Recht zu behalten (gar nicht wahr: ich genieße es geradezu), aber irgendwie fühle ich mich in einer kurzen und aus der Hüfte abgefeuerten Polemik bestätigt: Die SPD schafft es doch immer wieder, ihre geheime Regierungsunwilligkeit auszuleben - im konkreten Fall mit Hilfe ihres ungeklärten Verhältnisses zu der Partei, die sich Die Linke nennt.

Ich weiß, man könnte es auch gelebte Demokratie nennen (und viele Spezialdemokraten im Herzen werden es auch tun), einen derart schmerzhaften Prozeß in aller Öffentlichkeit zu durchleben. Man könnte aber auch einmal, ein einziges Mal, über den Tellerrand des eigenen Parteibuchs (aua, ein Bild!) hinausgucken, betrübt feststellen, dass man in einem derzeit eher konservativ gestimmten Land lebt und dann ohne jede Mühe darauf kommen, dass eine derartige Diskussion beim Wahlvolk nur dann mehrheitlich positiv vermerkt wird, wenn an ihrem Ende eine Entscheidung gegen die Partei von Lafontaine und Gysi steht.

Und jetzt steht die SPD da mit ihren 20+ Prozent, braucht demnächst einen Kanzlerkandidaten ungefähr so dringend wie die FDP und hat nur die sprechende Hecke, weil sich kein anderer mehr für diesen Job findet.

So leicht sollten die Sozis Frau M. die Wiederwahl nun auch wieder nicht machen, wollen sie meine Hochachtung nicht komplett verspielen.

Blogged mit Flock Browser

Tags: , , ,

Comments Off

Mrz 27 2008

Hart, aber wahr

Abgelegt von Konstantin Klein um 13:22 unter Net Life, Reality Check

My Soup

Dieser Analyse, nicht mehr zu finden bei soup.bluelectric.org, ist nichts hinzuzufügen. Und warum das alles? Weil tumblr humblt. Meine Aufmerksamkeits- bzw. Loyalitätsspanne geht rapide gegen Null.

Der Soup-Account ist schon wieder gelöscht neu angelegt, denn im Grunde ist es nichts anderes als Tumblr.com so kann ich blauelektrische Inhalte remixen, und es findet sich auch für den Remix Kundschaft. Was das Rumschrauben unter der Haube angeht, bietet Soup weniger; dafür lässt es - und das ist ein großer Pluspunkt im ganzen Zweinull-Gewese - Menschen auch ohne Anmeldung mitspielen und angemeldete Menschen ihren Account auch wieder spurlos löschen.

Schade, dass sich der zweite Pluspunkt dann sofort gegen meinen Soup-Account richtete nicht ganz so sauber aussieht darstellt wie gedacht: Nach dem Wiederanlegen des Accounts unter gleichem Namen waren die alten Beiträge alle noch da…

Technorati Tags , ,

Comments Off

Mrz 25 2008

The Race

Abgelegt von Konstantin Klein um 17:17 unter Reality Check

Bis heute, wahrscheinlich auch noch bis morgen oder übermorgen, habe ich mich, Ostern hin oder her, dem EiPhone verweigert. Nicht Misstrauen gegenüber den Produkten aus dem Hause Apple hat mich dazu bewegt, auch nicht das Wissen, dass ein Telefon vor allem zum Telefonieren da sein soll; ich finde die Tarife schlicht zu teuer, die sich die Telekom dazu ausgedacht hat.

Also hatte ich mir das iPhone ohne Phone gekauft, den iPod Touch, und ihn als sehr nettes Surfbrett für unterwegs kennengelernt. Zum Telefonieren und um unterwegs auch ohne WLAN ins Netz zu gehen hatte ich mein treues Sony Ericsson, und gut war.

Bis letzte Woche. Seither habe ich ein Nobelhenndie aus dem Hause Nokia, hergestellt weder im Ruhrgebiet noch in Rumänien, sondern in Finnland (ja, ich habe sofort nachgeguckt!): das N95 8GB, Telefon, Surfstation, Musik- und Filmplayer und was nicht noch alles. Im Grunde ein iPhone plus (über das plus sprechen wir gleich). Und schon ist es Zeit für einen Vergleichstest. iPod Touch 16 GB ohne Jailbreak gegen Nokia N95 8GB!

Beide verbinden sich, so vorhanden, via WLAN mit dem Internetz. Ohne WLAN ist der iPod eben nur ein iPod; das Nokia kann auch UMTS und - anders als mein Datenflatrate-Anbieter - auch HSDPA (letzteres soll E-Plus aber in diesem Jahr auch noch lernen). Der iPod ist - mit zwei Ausnahmetasten - komplett über den Touchscreen zu steuern; das Nokia hat zwar einen großen, klaren Bildschirm, ist aber nur über die Navigationstasten sowie über die numerische Tastatur (Bildschirm nach oben schieben) bzw. die Steuertasten für den Medienplayer (Bildschirm nach unten schieben) zu steuern.

Vergleichstest 1Die Oberfläche: Da ist Apple nicht viel vorzumachen, also hat Nokia sich auf seine Symbian-Oberfläche S60 zurückgezogen. Erst beim Fotografieren ist mir jedoch aufgefallen, um wieviel strahlender der iPod strahlt. Bis dahin ist mir der Bildschirm des Nokia ebenfalls sehr hell und klar vorgekommen. So kann man sich täuschen.

Das Nokia hat zwei bis drei Menuebenen, durch die man sich durchklicken muss, um weniger populäre Programme zu erreichen. Für mich als erstmaligen Nutzer eines sogenannten smart phones (wer ist hier smart?) sind einige Funktionen schon sehr gut versteckt. Aber es ist schließlich Ostern. Den iPod habe ich schon länger, und deshalb kenne mich besser damit aus. Dennoch: Dieser Punkt geht deutlich nach Kalifornien.

In Sachen Messaging ist das Nokia als Telefon dem iPod als Nicht-iPhone naturgemäß voraus: SMS, MMS, Voice-Nachrichten gehören für Telefone eben zum Standard, für iPods nicht. Die Mail-Clients beider Geräte können mit meinem GMail-Account via IMAP perfekt umgehen; das Nokia hat dazu auch noch den Google-eigenen Java-Client bekommen, der den GMail-spezifischen Workflow mit conversations und labels noch besser unterstützt. Auf dem iPod  kann ich das gleiche über den eingebauten Safari betreiben.

Vergleichstest 3Stichwort Browser: Hier treten zwei Versionen des KHTML-Nachfolgers Webkit gegeneinander an: Apples Safari gegen die Nokia-Implementation von WebKit. Das Bild beweist es: der iPod touch schlägt das Nokia hier um Längen, weil Safari auf dem iPod einfach eleganter zoomt. Mehr ist dazu kaum zu sagen.

Nun kann das Nokia auch noch mit anderen Browsern arbeiten. Testweise hatte ich für einige Stunden Opera Mobile installiert; der Norwegerbrowser für smart phones nervte aber durch Abstürze (nanu?), und das Nokia-Betriebssystem nervte durch eine “Zurück”-Taste, die eben nicht die des Browsers war, sondern aus dem Opera-Fenster zurück ins Hauptmenu schaltete, Vielleicht sollte ich auch noch den Java-Browser Opera Mini ausprobieren, mit dem ich auf kleineren Henndie-Displays gute Erfahrungen gemacht hatte. Vielleicht aber auch nicht. Nur gut, dass der iPod so schlank ist - kann ich ihn eben zusätzlich zum eher knuffigen Nokia mitnehmen; bei vorhandenem WLAN habe ich dann die Wahl.

Ja, und jetzt zu den Feinheiten. Der iPod hat Zugang zu Apples ITMS, das Nokia hat Zugang zu einem Nokia-Musikladen. Da ich schon lange zufriedener Kunde von Apple bin, wird Nokia hier vorerst keinen Punkt machen können, und das N95 wird bis auf weiteres nicht mein primärer Musikquell. Mal sehen, wer zuerst Spielfilme anbietet - das Nokia kommt serienmäßig mit “Spiderman 3″, der iPod hat noch gar keine Filme.

Vergleichstest 2Und schließlich die Frage: Wo bin ich eigentlich? Der iPod beantwortet mir die Frage mit Google-Maps; mangels Verbindung in die Außenwelt muß ich aber meinen Aufenthaltsort schon kennen, bevor mir der iPod die Umgebung zeigt. Hier ist das Nokia klar im Vorteil: mit einem eingebauten GPS-Empfänger zeigt es mir - zumindest im Freien - an, wo ich wirklich bin. Der kleine Unterschied in der Anzeige (l.) besteht darin, dass Google meine Hausnummer auf der falschen Straßenseite ansiedelt, während das GPS-Modul des Nokia genau sieht, dass ich im Garten und damit schon ganz nah an der nächsten Straße stehe.

Und hier kommen wir zu den Features, mit denen das N95 den Punkterückstand gegenüber den iPod Touch nicht nur aufholt, sondern den iPod weit hinter sich lässt: Anständige 5-Megapixel-Kamera. Upload der gemachten Bilder im Hintergrund zu flickr. Ein Twitter-Client. Eine sehr viel üppigere Akku-Laufzeit. Ach ja, ein Telefon. Ein UMTS/Bluetooth-Modem für Laptop, Autonavi, Freisprecheinrichtung.

Vielleicht hätte ich ja doch ein iPhone…?

Och nö. Nehme ich künftig eben beide mit, und gut ist. Für Musik und Video sowie für meinen Terminkalender (Sync über den heimischen Mac!) bleibt der iPod zuständig, für die Kommunikation das Nokia.

Blogged mit Flock Browser

Tags: , , ,

Comments Off

Mrz 24 2008

Obwohl…

Abgelegt von Konstantin Klein um 15:10 unter Reality Check

Ein bißchen Frühling

Auf den Blickwinkel kommt es an.

Und für eine Funkquatschen-Kamera sieht der abgebildete Frühling ja nahezu überzeugend aus. Nahezu.

Comments Off

Mrz 24 2008

Schnarch

Abgelegt von Konstantin Klein um 15:01 unter Inside the Beast

Winter am 24. März

Feiertag. Kalt. Untermotiviert. Ergo: Katzencontent.

Comments Off

Mrz 21 2008

Elvis has Left the Building…

Abgelegt von Konstantin Klein um 16:55 unter Reality Check

…und die Conversation has Left the Blogosphere, schreibt Sarah Perez in ReadWriteWeb und meint damit, dass Zweinull-Lifestreams wie FriendFeed, auch hier im Einsatz seit einem knappen Monat, der Blogosphere (das ist international für Klein-Bloggersdorf!) den Gesprächsstoff wegnehmen.

People still comment, but in a lot of cases, those comments aren’t on found on the blog itself. So the question is, has the conversation become diluted among all the different services and applications? Or is it just adding layers to the original topic? And most importantly, how can you keep up?

Die Antwort auf die letzte Frage gab Josh Catone an gleicher Stelle schon am 29. Februar: 35 Ways to Stream Your Life sollten eigentlich ausreichen.

Im thematisch schon festgelegten Lifestream Blog wird man noch deutlicher:

These services are increasing our distractions and thus reducing the time we spend commenting on blog posts. It’s so much easier to quip on bits of data with your friends as a captive audience while still adding your voice to the stream.

Bleibt die Frage, die schon den einen oder anderen - zum Glück nicht wirklich - ans Aufhören denken lässt: Werden die Lifestreams das Leben aus Klein-Bloggersdorf abziehen? Werden Blogschreiber künftig (wieder…) alleine vor sich hinbrabbeln, während ihre Leser sich in den nächsten Kneipe treffen und drüber reden?

Durchaus möglich, meine ich - jedenfalls wenn sich in Klein.Bloggersdorf (ab sofort nur noch echt mit dem Idiotenpunkt an der Stelle des Bindestriches - was so ein Tippfehler alles bewirkt…) selbst nichts ändert.

Genau das ist, was ich vor einigen Tagen unter einer suchmaschinenoptimierten Überschrift gemeint habe: Die (zumindest hier) vergeblich betriebene Suche nach The Next Big Thing nach den Weblogs ist längst zu Ende. Jetzt geht es darum, die ungewaschenen Massen nicht etwa vom Weiterziehen zur nächsten Laberstelle abzuhalten, sondern das, was sich dort tut, in der einen oder anderen Art wieder in das eigene Weblog einzubinden, um das Medium Weblog nicht bedeutungslos werden zu lassen. Die auch lange - übrigens auch von mir - angefeindeten Trackbacks boten genau diese Möglichkeit, als die Diskussion weg vom eigenen Weblog hin zu einem anderen wanderte. Jetzt brauchen wir etwas Ähnliches, um die Conversation in der Blogosphere zu halten, selbst wenn sie schon anderswo stattfindet.

RSS scheint mir übrigens als Basis dafür ganz gut geeignet zu sein.

Was wir derzeit beobachten, bzw. woran wir derzeit teilhaben, ist The Next Big Thing. Die Online-Gesellschaft fragmentiert sich und vernetzt sich gleichzeitig in einer nicht gekannten Weise. Wer mit dabei ist, konfektioniert sich seine Aufmerksamkeit im Netz neu; jeder schafft seine eigene Umgebung: das Netz als Sammlung privater Mikrokosmen. Und Weblogs, sofern sie vernetzt sind bzw werden, spielen darin natürlich eine Rolle als einer von vielen Kanälen zur Selbst-Äußerung. Wer jetzt noch über Weblogs vs. Old Media nachdenkt, hat ein überholtes Bild von Weblogs und packt sie somit in die selbe Kategorie wie die oft und gerne kritisierten Old media.

Zum Schluss, weil auch das Wetter so grausig ist, noch ein Verweis auf die Gedanken eines pessimistischen Beobachters, der uns alle schon vor dem Attention Crash sieht:

We are reaching a point where the number of inputs we have as individuals is beginning to exceed what we are capable as humans of managing. The demands for our attention are becoming so great, and the problem so widespread, that it will cause people to crash and curtail these drains. Human attention does not obey Moore’s Law.

Ich sag’s ja: Am Ende schafft sich jeder sein privates Universum.

Blogged with the Flock Browser

Tags: , , ,

6 Kommentare

Mrz 21 2008

Der Korri

Abgelegt von Konstantin Klein um 00:18 unter Reality Check

Aus der Abteilung: Vorsicht! Opa erzählt vom Krieg!

Speziell beim Lesen von Berichten über den US-amerikanischen (immer noch Vor-)Wahlkampf, zu lesen in diesem und jenem bundesdeutschen Online-Medium, fällt mir immer wieder die Selbstsicherheit auf, mit der da Behauptungen über die politische Stimmung im Lande jenseits des Teiches aufgestellt werden, die sogar mir als einem, der seit mehr als vier Jahren nicht mehr dort lebt, unwahrscheinlich vorkommen. Und früher oder später kommt dann auch die Gegenbehauptung, ebenfalls selbstsicher bis zum Anschlag vorgebracht.

Ich bin nun der letzte, der die Uraltdiskussion über Qualitätsjournalismus wieder aufwärmen würde.Aber ich glaube schon, zu wissen, wo solche selbstbewussten Berichte herkommen. Vom Schreibtisch eines Kollegen nämlich, der entweder gar nicht oder noch nicht sehr lange im Berichtsgebiet lebt.

Die Sache ist nämlich so - und da spreche ich aus Erfahrung: Ein guter Teil - nee, eigentlich der nicht gute Teil - der Auslandsberichterstattung eines Mediums findet am Schreibtisch der Heimatredaktion statt und basiert vor allem aus Agenturmeldungen und oft schlecht übersetzten Artikeln aus Medien im Berichtsgebiet.

Und der Rest? Stammt zwar von Korrespondenten im Berichtsgebiet, ist aber trotzdem nicht immer von Sachkenntnis durchdrungen. Um nämlich wirklich zu verstehen, wie ein Land, seine Regierung und seine Bewohner ticken, sollte man mehr als nur ein paar Monate in diesem Land gearbeitet und gelebt haben. Ich habe siebeneinhalb Jahre in Washington, DC gearbeitet, und im Nachhinein betrachtet, war ich - wenn ich den Inhalt meiner Arbeit ehrlich bewerte - die ersten zwei bis drei Jahre ein gut bezahlter (naja, mehr oder weniger gut…) Praktikant. Das lag nicht daran, dass ich als Journalist schlecht gewesen wäre, faul oder einfach nur gefräßig. Aber die Stimmung in einem Lande lässt sich nun einmal nicht nur durch Meinungsumfragen, Zeitungslektüre und Politikerreden und durch Gespräche mit den Kollegen aus der alten Heimat eruieren, sondern nur durch langes und intensives Leben im Berichtsgebiet.

Die Sache hat jedoch eine Macke: Wer als Korrespondent zu lange in einem fremden Land lebt, verliert die journalistische Distanz zu diesem Land - weshalb Korrespondenten oft schon nach drei Jahren wieder ausgetauscht werden. Drei Jahre - das ist meine Erfahrung - ist eindeutig zu kurz; die zwanzig oder mehr Jahre, die einige Kollegen schon als Korrespondenten auf dem Buckel haben, sind aber möglicherweise wieder zu lang.

Was ich damit sagen möchte: Wundert Euch bloß nicht, wenn der amerikanische Wähler sich dann doch für den Konservativen entscheidet, weil ihm das ganze Wechsel-Geschrei der Demokraten mehr verängstigt als anfeuert. Es hilft weder Clinton noch Obama, dass europäische Korrespondenten sie politisch und menschlich sympathisch finden und ihnen alle möglichen Siegchancern zuschreiben.

Es hilft aber natürlich auch nicht, wenn Clinton und Obama ihre Kräfte im Wahlkampf gegeneinander verschleißen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Blogged with the Flock Browser

Tags: , , ,

Comments Off

Nächste »