Archiv für April 2008

Apr 30 2008

Zustandswechsel

Abgelegt von Konstantin Klein um 11:18 unter Inside the Beast

Versuch: Vier Tage mit gebremstem Netz: Mail - ja. Twitter - vielleicht. Guglrieder - nein. Fotos - mal sehen. Das große weite Restnetz - nein.

Mal sehen, wie sich das anfühlt. Wahrscheinlich auch nicht viel anders.

Und nochwas: Nein, die Sache hat nichts mit dem Shutdown Day (via mapu) zu tun.

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Apr 29 2008

Relativ revolutionär

Abgelegt von Konstantin Klein um 17:11 unter Politics R Us

“Heraus zum revolutionären 1. Mai!” schreien mich diverse K- und S-Gruppen per Plakat an der Bushaltestelle an. Nun verbringe ich den 1. Mai, wie ich will; als Veranstaltungstipp war die Sache aber wohl sowieso nicht gemeint.

Stattdessen betreibe ich beim Warten auf die M1 private Positionsbestimmung. Dabei geht es weniger um meine politische Einordnung - wo ich bin, ist immer oben.  Nee, ich gucke mir stattdessen an, wo die diversen K- und S-Gruppen und ihre politischen Freunde von mir aus gesehen stehen.

Eine Begriffsdefinition:

Reaktion war im 19. Jahrhundert der Sammelbegriff für diejenigen Kräfte, die sich der Fortführung der Französischen Revolution und der Übernahme ihrer Ideen (Bürgerliches Gesetzbuch, Parlamentarismus, Grundrechte und Verfassung, Republik usw.) in anderen Ländern widersetzten.

Seitdem ist Reaktion die Bezeichnung für antidemokratische und gegen den gesellschaftlichen Fortschritt eingestellte Kräfte bzw. eine Haltung, die rückwärtsgewandt ist. Die Rückwärtsgewandtheit setzt dabei eine lineare Geschichtsbetrachtung im Sinne des Fortschritts voraus. Was Fortschritt sei, ist in der Politik strittig, und insofern enthält die Bezeichnung „Reaktion“ eine subjektive Wertung. Konsensfähig erscheint aber die Position, dass derjenige, der hinter die Prinzipien der Französischen Revolution Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (liberté, égalité, fraternité) zurückgehen will, reaktionär sei. (Quelle: Wikipedia.org)

Aha. Reaktionär ist also jemand, der antidemokratisch und gegen den gesellschaftlichen Fortschritt eingestellt ist, und dessen Haltung rückwärts gewandt ist. D’accord?

Das ist der Moment, an dem ich an die vielen in deutschen Regionalparlamenten versammelte Volksvertreter und die von ihnen Vertretenen denken, die meinen und auch sagen, dass früher alles besser gewesen sei, damals, im letzten Jahrhundert, wahlweise erste oder zweite Hälfte.

Irgendwie nützt sich der revolutionäre Aspekt einer Idee im Laufe der Geschichte ein wenig ab.

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Apr 29 2008

Betrifft: News

Abgelegt von Konstantin Klein um 11:45 unter Net Life, Reality Check

Süddeutsche. taz. Tagesspiegel. Wieder Süddeutsche. Nochmal Tagesspiegel. Washington Post. Berliner Zeitung. Dazu SPIEGEL. Zeitlang auch die Woche. Stern schon lange nicht mehr (OK, beim Zahnarzt, aber widerwillig!). Dazu Fachblätter und Publikumszeitschriften, immer mindestens zwei davon pro Woche.

Im ersten Praktikum habe ich gelernt, dass Zeitunglesen für Journalisten Teil des Berufs ist. Und die ersten 25 Jahre meines Berufslebens als Journalist (obwohl: seit drei Jahren arbeite ich nur noch an IT-Projekten, aber immerhin in einem Medienbetrieb) hatte ich immer meine Hauptzeitung abonniert (s.o.), jeden Morgen im Briefkasten, im Falle der Post in der Garageneinfahrt, jeden Abend gelesen, regelmäßig entsorgt. Zusätzliche Zeitungen las ich in der Redaktion, am Bahnhof, am Flughafen. Zeitungsverbraucher, ich.

Ja, wie lange noch, eigentlich? Mal ganz abgesehen von den Millionen unschuldiger Quadratmeter Wald, die ich allein meinem Zeitungshunger opfern ließ (Quatsch, Zeitungen bestehen überwiegend aus Recyclingpapier) - ich bemerke eine Veränderung meines Nachrichtenkonsums, und nicht nur, weil ich journalistisch weniger aktiv bin - was sich, dies nur als Drohung, übrigens jederzeit rückgängig machen ließe.

Den SPIEGEL lese ich seit einem halben Jahr als PDF, was anstrengender ist als die Lektüre des Papierspiegels. Aber nach Ablauf des Jahresabos könnte es sein, dass ich den Spiegel aufgrund seines, sagen wir: veränderten Relevanzgehalts nur noch bei Bedarf, am Kiosk, kaufe, sprich: vor langen Bahnfahrten oder Flügen, oder wenn die Werbung bei SpON mich davon überzeugt.

Die Berliner Zeitung… nun ja, die lese ich quasi noch aus Nostalgie, eben weil man als Journalist eine Zeitung zu lesen hat. Und warum nicht die Berliner? An meine ehemalige Lokalzeitung (die übrigens auch mit veränderten Lesegewohnheiten zu kämpfen hat) kommt ohnehin kaum ein deutsches Blatt heran.

Der news junkie in mir verhungert aber nicht in der Zwischenzeit (hat ja auch keiner, der mich kennt, ernsthaft gedacht, wa?): Zur mehrmalstäglichen Lektüre öffne ich den Guglrieder, in dem die Netzangebote der old media einen zunehmenden Anteil einnehmen (denn Weblogs sind eben kein vollwertiger Journalismusersatz!), und konsumiere meine nach meinen thematischen Präferenzen zusammengestellte Online-Zeitung. Für die halbamtliche Grundversorgung sorgen Tagesschau und Tagesthemen, live am Abend, oder am nächsten Morgen auf iPod oder Nokia. Und Podcasts: Video mag ja the Radio Star gekillt haben (obwohl ich viel mehr die Formatheinis verdächtige, Radio so unhörbar gemacht zu haben), aber dank Podcasting höre ich jetzt wieder mehr und zufriedener Radio.

Und denke ich, wertes Publikum, deshalb daran, meinen Medienkonsum ganz vom Toten Holz zu befreien (zumal es in Berlin wirklich schwer ist, eine durchgehend lesenswerte Zeitung zu halten). Und bin damit schon wieder mal voll im Trend.

Oder nicht? (”Nationale Initiative Printmedien”?? Na, denn macht mal schön…)

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Apr 29 2008

Good Old Obama, Clinton, McCain

Abgelegt von Konstantin Klein um 00:44 unter Politics R Us

Spätestens jetzt sind Politiker, im vorliegenden Falle die drei, die sich um die nächste US-präsidentschaft kloppen, nach allen, wirklich allen Kriterien zu beurteilen. Pop Photo zeigt, wie der Kandidat der Republikaner, John McCain, und die beiden demokratischen Kandidaturkandidaten Hillary Rodham Clinton und Barack Obama in vier Jahren aussehen. (Artikel nur verlinkt, weil die Rechtelage für die Fotos, ach, die Rechtelage…!)

Photoshopnutzer werden darauf hingewiesen, wie sie es - mit den Fotos der/das Angebeteten beispielsweise - selbst nachmachen können:

  • Used the Burn and Dodge tools to deepen wrinkles and paint in age spots.
  • Cloned the eyebrows and moved them lower.
  • Used the Liquify filter to hollow out cheeks, make jowls, thin out lips, and enlarge ears and noses.
  • For Clinton and Obama, brought in forehead wrinkles from separate photos and used the Match Color tool to blend them in.
  • For Obama, painted in gray hair on top of his current hair; for Clinton, desaturated with the Sponge tool to make her grayer.

Das ist die eine Methode, Politiker alt aussehen zu lassen. Die andere: sie wählen. Denn auch George Bush d.J. ist in den letzten Jahren sichtbar gealtert. Und nicht nur er.

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Apr 27 2008

…und Sonntag am Wasser.

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:13 unter On the Road

Heiterkeit approaching

Und die Funkknipse ist immer dabei. Serenity now!

(Einerseits ein Zitat aus einer Seinfeld-Folge, andererseits eine mehr oder weniger genaue Übersetzung des Schiffsnamens. Der Kahn heißt “Heiterkeit“.)

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Apr 26 2008

Samstag am Wasser

Abgelegt von Konstantin Klein um 18:15 unter On the Road

Vor der Praxis auf dem Wasser steht die Theorie - am Wasser. Auch gut.

Ach ja: Obiges ist das, was flickr ein “long photo” nennt - dauert etwas, ist schön (oder auch nicht), und die Handlung kann auch vernachlässigenswert sein.

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Apr 26 2008

Berliner Hauspost

Abgelegt von Konstantin Klein um 01:40 unter Politics R Us

Sehr geehrte Berliner Landespolitik,

jetzt den Flughafen Tempelhof dichtmachen zu müssen (vom wirtschaftlichen Sinn mal abgesehen), weil einem vor Jahren keine bessere Begründung für den Aus- oder besser Neubau des Flughafens Schönefeld eingefallen ist, ist schon ein Armutszeugnis. Ein politisches wie intellektuelles.

Sehr geehrter Herr Wowereit,

sich schon vor Beginn der Volksabstimmung nicht an deren Ergebnis gebunden zu fühlen, zeigt zumindest mir, aber vielleicht auch noch dem einen oder anderen Mitberliner, was Sie von basisdemokratischen Elementen und denen, die sie ausüben wollen, halten: nämlich nichts. Zumindest in meinem Fall kann ich Ihnen schon vor Beginn der nächsten Abstimmung (=Wahl zum Abgeordnetenhaus) versprechen, dass ich mich anlässlich dieser Wahl daran erinnern werde.

Sehr geehrte Linke,

zuerst für den Flughafen zu sein, um dann dagegen zu sein, um dann für Volksabstimmungen zu sein, auch (oder gerade wenn?) sie eine Mehrheit für den Flughafen erbringen… aber lassen wir das. Ist dumm gelaufen, nicht, Linke?

Sehr geehrte Herren Klein, Kantel und alle anderen,

schon dass Westerwelle für den Weiterbetrieb in T’hof ist, sollte Ihnen allen Grund genug sein, dagegen zu sein. Aber seit wann lassen wir uns von Westerwelle beeinflussen?

Sehr geehrter Herr Pflüger,

so leid mir das tut: Reschpeckt. Politische Glanzleistung, alle anderen wie die Deppen dastehen zu lassen. Da wollen wir schon mal vergessen, dass Sie durchaus nicht immer der Verfechter der Basisdemokratie als solcher waren und es vermutlich auch bald nicht mehr sein werden. In diesem Fall haben Sie die anderen einfach sauber an der Nase herum- oder schlicht vorgeführt.

Liebe Mitberlinerinnen, liebe Mitberliner,

Scheiß drauf. Am Sonntag gehen wir volksabstimmen, und damit gut. Wird Zeit, dass die ganzen Plakate wieder verschwinden.

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Apr 24 2008

Meet the Press

Abgelegt von Konstantin Klein um 07:25 unter Culture Vulture

Gerade eben in meiner Mail gefunden: eine Kurzcharakteristik der US-amerikanischen Presselandschaft. Zwar kommt die Liste aus einer eher medienkritischen Ecke, in der man alle Medien außer vielleicht das Fox Network für vom Bösen ferngesteuert hält, aber grinsen musste ich doch:

  1. The Wall Street Journal is read by the people who run the country.
  2. The Washington Post is read by people who think they run the country.
  3. The New York Times is read by people who think they should run the country and who are very good at crossword puzzles.
  4. USA Today is read by people who think they ought to run the country but don’t really understand The New York Times. They do, however, like their statistics shown in pie charts.
  5. The Los Angeles Times is read by people who wouldn’t mind running the country — if they could find the time — and if they didn’t have to leave Southern California to do it.
  6. The Boston Globe is read by people whose parents used to run the country and did a poor job of it, thank you very much.
  7. The New York Daily News is read by people who aren’t too sure who’s running the country and don’t really care as long as they can get a seat on the train.
  8. The New York Post is read by people who don’t care who is running the country as long as they do something really scandalous, preferably while intoxicated.
  9. The Miami Herald is read by people who are running another country but need the baseball scores.
  10. The San Francisco Chronicle is read by people who aren’t sure if there is a country or that anyone is running it; but if so, they oppose all that they stand for. There are occasional exceptions if the leaders are handicapped minority feminist atheist dwarfs who also happen to be illegal aliens from any other country, or galaxy, provided of course, that they are not Republicans.
  11. The National Enquirer is read by people trapped in line at the grocery store.
  12. The Minneapolis Star Tribune is read by people who have recently caught a fish and need something in which to wrap it.

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Apr 24 2008

DotMesh

Abgelegt von Konstantin Klein um 00:24 unter Net Life, Tech Nation

Eine gesunde Mischung aus Fach-, Halb- und Nichtwissen ist es, die diese Seiten und auch ihre Vorgänger seit dem Herbst 2000 befeuert. Und mit dieser Mischung lese ich interessiert Äußerungen wie diese (”ungefähr 5 Stunden ago”):

Staue mich im Bus durch München und lese erstaunt die Berichte über Microsoft Mesh.

Hier also kein Stau, kein Bus und - s.o. - bis gerade eben auch kein besonders großes Interesse an LiveMesh. Eine Veranstaltung, von Microsoft mit großem Trara inszeniert und bisher auch nur für Microsoft-Betriebssysteme verfügbar - so what?

Bis gerade eben, eben. Da las ich doch in dem mir zunehmend ans elektrische Herz gewachsene Machinist Blog (obacht, kommerzielle Veranstaltung!) die goldenen Worte:

What the hell is Microsoft’s Live Mesh?

Ja, what indeed?

Autor Farhad Manjoo listet auf, was er an Informationen zu Live Mesh sammeln, finden und erjagen konnte: Online-Anwendungen, cross-platform (zumindest, solange die Plattform Windows heißt, kicher), voll mit Web-Standards, sharing is caring, Applaus, Herrschaften etc.

Vielleicht ein bisschen hinterhältig, dass er Microsoft selbst zitiert:

Live Mesh is a “software-plus-services” platform and experience from Microsoft that enables PCs and other devices to “come alive” by making them aware of each other through the Internet, enabling individuals and organizations to manage, access, and share their files and applications seamlessly on the Web and across their world of devices.

Ah, so, ja. Also eigentlich keine Ahnung, was Live Mesh nun wirklich kann und soll. Oder, in Fanjoos Worten:

[...] we’ll have to see whether Microsoft delivers on its cross-platform talk, and whether developers will flock to create Mesh-enabled programs that would make it truly useful.

One has reason to be dubious that Microsoft will do all that.

OK. Soweit der Fachmann. Der fachlich vorgebildete Halblaie (s.o.) erinnert sich in diesem Zusammenhang an das Jahr 2000 (oder so), als ein aufgeregter Steve Ballmer, damals noch zweiter Mann hinter Bill Gates, sich alle Mühe machte, das neue Microsoft-Framework .NET allgemein verständlich zu machen - und scheiterte. Auch damals war offensichtlich selbst in der Microsoft-Chefetage nicht jedem klar, was das neue Produkt eigentlich sollte. (”Verwirrung: Im Zuge des Marketings wird nach Microsofts Gewohnheit versucht, alle anstehenden Neuentwicklungen unter einen, den .NET-Begriff, zu fassen, wodurch selbst Fachleute einschließlich Microsoft-Mitarbeiter nicht mehr verstehen, worum es eigentlich geht.” - Wikipedia.org)

Vielleicht sollte man Live Mesh noch eine Weile von außen betrachten. Fällt mir nicht schwer, so ganz ohne Internet Explorer und Active-X-Plugins.

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Apr 23 2008

Beschleunigte Hausmitteilung

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:25 unter Inside the Beast

Gerade im Guglrieder “Behold WordPress, Destroyer of CPUs” gelesen, ein dramatisches Stück darüber, dass WordPress serienmäßig keine Cache-Funktion hat und bei entsprechendem Ansturm leicht in die Knie geht.

Mangels Ansturm wird das an dieser Stelle nicht passieren; aber ich habe tatsächlich schon bemerkt, dass meine virtuelle SuSE manchmal arg schnarchig bluelectrische Inhalte serviert. Das alte WP-cache-Plugin, das John Gruber in seinem oben verlinkten Artikel bewirbt, funktioniert nur leider mit WP 2.5 nicht, weshalb ich jetzt WP-Supercache installiert habe.

Äh, ja, mir ist bewusst, dass es auch andere Blogtools gäbe, dankesehr.

Guess what? Mir kommts tatsächlich schneller vor. Und bitte ich deshalb jetzt darum, mir zu sagen, wenn der Supercache Funktionen wie die Kommentiererei für nicht eingeloggte Mitleser schwierig macht.

Und wenn ich jetzt überhaupt nichts höre, kann das zweierlei bedeuten. Entweder ist alles in Ordnung, oder Supercache macht Kommentare ganz und gar unmöglich. Grintz.

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