Öffentlich. Rechtlich.

4. April 2008 - 2 Kommentare

Interessante Thesen, die ich im rp08-Umfeld finde: Forderungen für eine zeitgemäße Netzpolitik von netzpolitik.org. Beispiele:

1. Öffentlich geförderte Informationen müssen den Bürgern unter offene Lizenzen bereitgestellt werden!

2. Wir wollen die Inhalte des Öffentlich-Rechtlichen Systems auch im Netz nutzen, denn schliesslich finanzieren wir sie!

Das bedeutet:
- Zugang zu den Archiven
- Inhalte selbstbestimmt schauen, wann und wo wir wollen
- das Recht, die Inhalte zu Remixen
- Bereitstellung in Offenen Standards…

Wie immer, ist die Sache nicht ganz so einfach – denn auch öffentlich finanzierte Medien haben nur begrenzt die Rechte an dem, was sie da verbreiten, da sie ihre Inhalte ebenso auf dem freien Markt einkaufen wie die privaten, und sich Rechte wie eine CC-Lizenz oft schlicht nicht leisten können. Aber für bestimmte Materialien (Eigendrehs) sollte man derartige Forderungen durchaus in Betracht ziehen können – auch wenn dabei ca. 80% allen materials wegfällt, weil z.B. GEMA-geschützte Musik verwendet wurde.

Muß leider los zur Arbeit, weshalb ich mich mit den restlichen Thesen erst später beschäftigen kann.

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2 Antworten auf “Öffentlich. Rechtlich.”

  • Boris sagt:

    Entspräche das nicht dem amerikanischen “public domain”? Was wir ja hierzulande nicht kennen?

    Es wäre durchaus wünschenswert und eigentlich nur ganz natürliches Recht.

  • Konstantin sagt:

    Stimmt. Aber “public” wie in “public domain” hat mit “öffentlich” wie in “öffentlich-rechtlich” erst mal nichts zu tun. Das Öffentlich-rechtliche bezieht sich einfach nur auf die rechtliche Grundlage der Anstalten (”ö/r” im Gegensatz zum “bürgerlichen Recht”, wie es beispielsweise in einer GbR vorkommt), nicht auf das Copyright.

    Und da auch die Ö/Rs für ihre Senderechte zahlen, haben sie nun mal nicht alle Rechte an dem Material in ihren Archiven. Es ist sogar so, dass die Mediatheken von ARD und ZDF auf urheberrechtlich sehr dünnem Eis stehen. Die Forderungen von netzpolitik.org – ohne sie jetzt im Einzelnen diskutieren oder sogar verwerfen zu wollen – fußen daher auf falschen Annahmen. Wenn der Autor meint, er habe die Inhalte (mit)finanziert, dann stimmt das eben nicht allgemein. Und wenn die Anstalten alle Rechte kaufen müssten, die auch für die Fünftverwertung im Netz oder sogar eine CC-Lizenz nötig wären, dann müssten die Gebühren und die Werbeeinnahmen sich mal eben vervielfachen lassen.

    Und das wird schwer.

Was ist das?

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