Archiv für Mai 2008

Mai 31 2008

Wenn Disclaimer Amok laufen

Abgelegt von Konstantin Klein um 09:58 unter Net Life

Kleine Sau, bei Bedarf durch Klein-Bloggersdorf zu treiben:

Blog-Kette.de (linkt Euch doch selbst!™) übernimmt, gegen Anmeldung oder, wie ich glaube, auch schon mal ohne Kenntnis des jeweiligen Betreibers, Inhalte aus anderen Weblogs und ordnet sie auf der eigenen Seite neu an. Zwar behauptet man:

Vor der Aufnahme wurde die Genehmigung der jeweiligen Boggern eingeholt.

…nur kann ich mir das im Falle des Freundes aus Neukölln gar nicht so recht vorstellen. Aber man kann sich ja irren.

Ein kommerzielles Interesse kann ich (noch) nicht erkennen, denn auf den Kettenseiten gibt es (noch) keine Werbung.

So weit, so Gehöft (Insterburg & Co.).

Was jedoch die Legitimität oder eben Illegitimität (oder sogar Illegalität) von “Deutschlands größtem Blog Projekt” - nur echt mit dem Deppen Leer Zeichen!™ - sofort ins Lächerliche umkippen lässt, ist, na was wohl: richtig, der Disclaimer:

Blog-Kette.de enthält keine eigenen Inhalte. Es werden lediglich Inhalte anderer Blogs importiert. Wir distanzieren uns ausdrücklich von diesen Inhalten & Bildern, da wir keinen Einfluss darauf haben! Sollten diese Inhalte oder Bilder gegen Rechte oder Gesetze verstoßen so ist nur der jeweilige Blogbetreiber haftbar.

Öhm.

Also, wenn Euch fremde Inhalte so unheimlich sind, liebe Leute von der Dingsbums-Agentur in Taufkirchen bei München, dass Ihr Euch davon sofort und ausschließlich distanzieren müsst…

…ja , dann sammelt sie doch einfach nicht und stellt sie auch nicht auf Eure doch irgendwie überflüssige Seite!

Update am Montag: Die Blogkette hatte tatsächlich gefragt, und Jörg K. hatte tatsächlich seine Zustimmung gegeben - unter anderem, weil die Kette tatsächlich ein nichtkommerzielles Unternehmen ist. I stand corrected. Was aber an der Qualität des Disclaimers nicht wirklich was ändert.

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Mai 29 2008

Bilanz einer experimentellen Woche

Abgelegt von Konstantin Klein um 01:12 unter Net Life, Reality Check

The next big thing ist nach wie vor zum Greifen nah, aber nicht zum Be-Greifen, und schon gar nicht zur ganz persönlichen Umsetzung: so fühle ich mich nach einer Woche Paradigmenwechsel in dieser Ecke des Netzes. Von einem Ausrutscher abgesehen, habe ich die letzten sieben Tage zur Micro-Woche ernannt und das auch durchgehalten; eine Woche lang fanden meine Web-Blurbs nur in der Kurzform statt, im Tumblr und in der ganz kurzen Form von 140 characters or less.

Hier meine Bilanz, die ganz persönliche:

Tumblelogging ist eine gänzlich andere Form des Web-Publishing, die ich außerordentlich reizvoll finde. Ich bleibe dabei:

Es klingt nur so, als habe [tumblelogging] etwas mit “tumb” zu tun, ist in Wahrheit aber Bloggen auf Speed, Weblog für die mit der kurzen Aufmerksamkeitsspanne. …
Dort fliegen die Netzfetzen. Weitgehend unbeobachtet, wie mir die Trackerzahlen verraten, aber spannender, weil schneller, roher, direkter.

Das ist die eine Sache. Die andere ist, dass tumblr.bluelectric.org, wie es sich schlussendlich betrieben hat, nie zur Konkurrenz oder gar zum Nachfolger eines “klassischen” Weblogs (eine Formulierung, wie sie auch nur einem Alten Zausel™ glatt über die schrumpeligen, sabbernden Lippen gehen kann!) wurde. Denn hier, auf dieser Seite, die Sie gerade ansehen, betreibe ich schon so etwas wie Einmann-Journalismus, mit ausformulierten Texten und manchmal sogar ausgereiften Gedanken. Drüben, im Tumblr, fand eher ein Remix des Webs statt, wie ich es in meinem Alltag zu Gesicht bekommen habe.

Im Grunde, auch wenn Christian Neukirchens Anarchaia als erstes Tumblelog gilt, ist die Tumblerei schon etwas älter - ein gewisser Schockwellenreiter macht seit mehr als acht Jahren nichts anderes, als Netzfetzen zu sammeln und als Collage wieder ins Netz zu stellen (längere Reportagen über Neukölln, Gartenbau oder Hundesport bestätigen als Ausnahmen nur die Regel!).

Und die Technik, die tumblr.com, soup.io & Co. anbieten, implementieren des Schockwellenreiters Arbeitsweise in einer leicht bedienbaren Oberfläche.

Die Kurzform, die ich auch schon als Web für die mit der kurzen Aufmerksamkeitsspanne verspottet habe, ist eben nicht the next big thing, sondern eher another thing, possibly big. Aussichtsreichste Kandidatin für diese Bezeichnung ist nach wie vor die Vernetzung des Netzes, das, was man schon nicht mehr als social web oder gar web 2.0 bezeichnen möchte, ohne sich hinterher den Mund mit Seife auswaschen zu wollen.

Weshalb ich diese beiden Schlussfolgerungen aus der Woche mitnehme:

  1. Tumblelogging ist zu reizvoll, um es bleibenzulassen; findet es eben künftig, wie schon knapp die letzten beiden Monate, neben der konventionellen Bloggerei statt. Es kann aber sein, dass durch diese Aufgabenteilung die Kurzform von diesen Seiten noch mehr verschwindet und die Langform zur Regel wird.
  2. Damit aber der interessierte Leser (doch, den gibt es irgendwo da draußen, ich weiß es!) nichts versäumt, hat er die Möglichkeit, über den Combo-Feed beide Seiten und noch etwas mehr zu verfolgen. Dieser Feed (den es schon länger gibt) wird seit ein paar Tagen von einer Yahoo-Pipe gespeist, die dieses und jenes aus dem Netz sammelt, filtert, neu sortiert und präsentiert. Und die gerade unter Twitters Schluckauf leidet und deshalb meine Tweets vorübergehend aus dem Tumblr holt. Und ich verliere allmählich den Überblick.
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Mai 29 2008

Picnik im U-Bahnhof

Abgelegt von Konstantin Klein um 00:44 unter Culture Vulture, Net Life

Night Service

Ich bin doch für jeden Quatsch zu haben. Seit einiger Zeit bietet flickr für jedes Foto die Option an, es online zu bearbeiten. Ein Klick auf den entsprechenden Link öffnet das Foto im sogenannten Picnik-Modus, und man kann zumindest die gröbsten Schweinereien herauskorrigieren - auch wenn sich das weitgehend auf der Rote-Augen-Ebene abspielt.

Und jetzt zu dem Quatsch, für den ich lt. ersten Satz zu haben bin: Für $24,95/Jahr gibt es auch eine Pro-Mitgliedschaft bei Picnik, und da findet das Spielkind in mir alle möglichen Filter und andere Manipulationsmöglichkeiten. Und es beginnt zu spielen, online, und speichert das Ergebnis direkt im Flickr-Account (andere - amerikanische - Bilderdienste wie Picasaweb werden ebenfalls unterstützt).

Zum Vergleich: Hier findet sich das Original - im Vergleich zum Spielergebnis oben doch ein wenig bläßlich, nichwa?

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Mai 27 2008

Unterbrechung der Unterbrechung

Abgelegt von Konstantin Klein um 04:41 unter Reality Check

(Mal sehen, ob es überhaupt jemand auffällt…)

An alle, die einem gerne weismachen wollen, dass so ein guter, alter Brief doch besser ist als E-Mail:

  • Briefe sind so binär wie E-Mail: eine Ladung (Tinte, Farbe etc.) ändert den Zustand des Trägermediums (meist Papier) von weiß (= 0) auf schwarz (= 1); die Verteilung der Ladungen, vom Empfänger korrekt geparst, ergibt den Sinn der Nachricht - oder auch keinen.
  • Briefe nutzen charsets, genau wie E-Mail: bei E-Mail gibt es z.B. ISO-8859-1, UTF-8 etc., bei Briefen leserlich, getippt, hingeschmiert etc.
  • Briefe können mit Meta-Informationen aufgehübscht werden (edles Trägermedium, Parfum etc.); E-Mail kennt HTML im Mail-Body. Beidem ist ggf. mit Misstrauen zu begegnen.
  • E-Mail nimmt oft verschlungene Wege, um zuverlässig anzukommen. Papierpost nimmt oft verschlungene Wege, warum auch immer.
  • Spam… OK. Briefe haben doch einen Vorteil gegenüber E-Mail.

Wer hätte das denn ahnen sollen?

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Mai 22 2008

Micro-Woche

Abgelegt von Konstantin Klein um 08:24 unter Net Life, Reality Check

Auf tollkühne und menschenverachtende Versuche lässt man sich bei der ZEIT ein: “Unplugged: Eine Woche ohne Internet - ein Selbstversuch” heißt die, naja, Glosse. Dabei weiß unsereins doch aus eigener Erfahrung, dass es viel schwerer für das Netz ist, eine Woche ohne uns auszukommen, weshalb wir, aus der Verantwortung des Netzbürgers heraus etc. blabla…

Aber zu irgendetwas sind auch die Ideen von ZEIT-Glossenautoren gut, und deshalb versuche ich mal, nein, nicht eine Woche ohne Netz auszukommen; dass das geht, habe ich mir und der Welt schon wiederholt bewiesen. Nein, der Versuch bezieht sich auf die zuletzt rasend beliebten Microformate, also Twitter, Tumblr, Friend- und andere Microfeeds.

Konsumieren lassen sich diese Formate ja extrem leicht - kein Wunder bei der ständig sinkenden Aufmerksamkeitsspanne der Menschheit. Aber reichen Microformate auch dem Micropublisher?

Hier und hier werde ich es versuchen (die Feeds dazu finden sich hier und hier - verfolgen lässt sich die Sache aber auch hier). Und hier, also an der Stelle, an der Sie das lesen, wird sich bis zum Ende des Monats voraussichtlich nichts tun - natürlich streng im Dienste der Wahrheitsfindung.

Wir sehen uns also drüben, auf der anderen Seite des Micro Gap - oder im Juni!

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Mai 20 2008

Programmhinweis

Abgelegt von Konstantin Klein um 09:00 unter Net Life

Bov Bjerg beschäftigt sich für die Netzeitung (die ich offensichtlich schon länger nicht mehr angesehen habe, oder ist der grüne Seitenkopf etwas ganz neues?) in der heutigen Weblog-Kolumne “Wenn Obama zum Flaschenbier greift” mit zwei wesentlichen Themen: mit dem möglichen Gegenkandidaten für den Republikaner John McCain und mit dem Journalismus der Zukunft am Beispiel einer dunklen Rauchwolke über Berlin. In diesem zweiten Teil der Kolumne wird eine Diskussion erweitert und zusammengefasst, die hier begonnen wurde.

Nun schaut Euch doch mal die Keuzberger an wie die grillen können. (pro25.de)

Nur über den Ausdruck “Altblogger” müssen wir noch einmal reden, gelle. Ich persönlich ziehe ja “Alter Zausel™” vor.

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Mai 18 2008

Mish-Mesh, mal wieder

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:53 unter Net Life

So. Jetzt bastele ich seit Freitag hin und wieder mit Yahoo! Pipes herum und verdrahte. wie deren claim lautet, das Netz neu. Um zur Abwechslung mal ehrlich zu sein, verdrahte ich nur bluelectric neu und versuche, mir einen lifestream zu basteln, der die Dinge so darstellt, wie ich sie dargestellt haben will, bin dabei aber schon ein gutes Stück vorwärts gekommen. Das Geheimnis: Yahoo Pipes sind weniger komplex als die eigene verschrobene Denkweise; wenn man ihnen Schritt für Schritt den Weg vorgibt, tun sie schon das, was man von ihnen will.

Und gleichzeitig gucke ich mir die verschiedenen Formen des lifegestreamten Netzes an, von FriendFeed über SocialThing! (immer noch nicht weitergekommen) bis zu Lifestream.fm und stelle fest, dass sich Inhalte vielleicht neu mixen lassen, aber im Lifestream immer noch die gleichen Inhalte sind, gut oder schlecht, vernetzt oder nicht.

Und ich gucke mir auch die zwei Seiten von bluelectric an und bin völlig ratlos: einerseits das mit Unterbrechungen seit bald acht Jahren geführte Weblog (ja, liebe Kinder, vor acht Jahren gab es auch schon halbwegs brauchbare Computer), auf der anderen Seite das Genre des Tumblelogs, das ich im vorliegenden, noch nicht einmal acht Wochen dauernden Falle formal (danke an Paul Giacherio!), generell aber vor allem inhaltlich (danke an das gesamte hier vorbeikommende Netz für die kurzen Gastauftritte!) hochspannend finde - wobei ich nur nicht weiß, ob ich mit dieser Einschätzung nicht furchtbar alleine dastehe.

Die Macher von soup.io, dem Tumblelog-Anbieter, den ich nicht nutze. zitieren da, na, wen? Richtig: mich.

Es klingt nur so, als habe [tumblelogging] etwas mit “tumb” zu tun, ist in Wahrheit aber Bloggen auf Speed, Weblog für die mit der kurzen Aufmerksamkeitsspanne. …
Dort fliegen die Netzfetzen. Weitgehend unbeobachtet, wie mir die Trackerzahlen verraten, aber spannender, weil schneller, roher, direkter.

Und das ist, was mich an der Tumbelei so fasziniert: weniger Autorenleistung als gewohnt, umso mehr Remix des Netzes. Und in dieser Hinsicht kann das ganze lifegestreamte Netz nicht wirklich mithalten - dort geht es bisher vor allem um die Konsolidierung von Netzäußerungen. Der Remix ist spannender. Finde ich. Jedenfalls.

Und vielleicht lassen sich Lifestreams, Remix und die gestreamten, gemixten Inhalte ja zu etwas verknüpfen, was dem Leser noch ein aufrichtiges “Wow!” entlockt. Ich bin gespannt.

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Mai 15 2008

bluelectric for your iPhone

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:58 unter Inside the Beast

Scharfe Sache, das:

bluelectric for the iPhone

Bei SnapiTumblr gefunden (ja, auch in tumblr-Logs findet sich Findenswertes!): das WordPress-Plugin WPtouch, das aus einem WordPress-Theme eine iPhone/IPod Touch-taugliche Version der WordPress-Site im stimmigen iPhone-Layout erstellt. Ziemlich irre.

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Mai 15 2008

Brechende Nachrichten

Abgelegt von Konstantin Klein um 02:08 unter Reality Check

Es kommt ja seit meinem Wechsel von der redaktionellen auf die technische Seite eines Medienbetriebs nicht mehr so häufig vor, dass ich mich direkt mit der Gewinnung, Aufbereitung und Verbreitung von breaking news beschäftige, aber gestern abend war es mal wieder so weit:

Rauch über dem AlexanderplatzEs war Tagesschauzeit und eigentlich kurz vor Feierabend, als ich aus dem Fenster meines Büros blickte und nebenstehendes sah: eine dicke schwarze Rauchwolke über - so sah es zumindest aus Blickrichtung Wedding aus - der Mitte/Ost der Stadt. Nun bin ich seit dem 11. September 2001, den ich in Washington DC im dortigen Studio meines damaligen wie heutigen Arbeitgebers verbrachte, ein wenig empfindlich gegen dicke Rauchwolken über Innenstädten, dachte deshalb mehr oder weniger laut “Scheiße”, bis mir einfiel, dass ich trotz offener Fenster keine Explosion gehört hatte. Meine erste öffentliche Reaktion danach: eine kurze Nachricht im Twitter.

Dann griff ich zur Digiknipse, machte Bilder und schickte sie einerseits zu flickr, andererseits zum Tumblr und machte mich dann an das, was mir von früher als “Recherche” im Kopf geblieben war. Da ich kein Lokalreporter war oder bin und ein lokales Ereignis, als das sich der Brand in einem Kreuzberger Papierlager letztendlich herausstellte, meinen Arbeitgeber dank seines Programmauftrags nicht interessiert, hielt ich mich an Sekundärquellen, statt die Feuerwehr- oder Polizeipressestellen zu belämmern, und erfuhr rasch, was sich am unteren Ende der Rauchwolke wirklich tat: zum Glück nichts, was Menschen in großer oder auch nur kleiner Zahl direkt bedrohte, sondern nur ein Brand, wie er - mit weniger Rauchentwicklung - öfter in dieser Stadt vorkommt.

Womit die Sache für mich erledigt war; Ich postete noch schnell die vorläufige Auflösung des Rätsels um die Rauchwolke bei tumblr, flickr und Twitter (OK, allmählich sind diese Namen doch etwas zu albern!) und setzte den Abend wie geplant anderweitig fort.

Und finde ich jetzt, kurz vor dem Schlafengehen, hier eine trotz des Domainnamens (”Pixelroiber”) absolut ordnungsgemäße, weil CC-konforme Verwendung eines der Bilder und einen Tweet von Jochen Hoff:

Dieser Brand ist nicht wirklich relevant, aber ist euch klar, dass so der Onlinejournalismus der Zukunft aussehen wird? Jeder zeigt es.

Aha. Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht genau weiß, ob der Autor das jetzt positiv oder negativ meint: Wieso eigentlich “der Zukunft?” Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang sofort wieder an den 11. September vor siebeneinhalb Jahren. Damals hatte zwar noch nicht jeder eine Digiknipse, flickr war noch in weiter Ferne, und auch Weblogs waren noch eine Seltenheit, aber schon damals fand ein Teil der Berichterstattung “von unten” im Netz statt, machten auch Amateurbilder rasch ihren Weg ins Netz und in die etablierten Medien.

Seither wurden die Mittel immer leichter verfügbar, und die Einstiegsschwelle für den Onlinejournalismus der Gegenwart - und nicht erst der Zukunft - ist heute so niedrig wie nie: Meine Bilder stammen aus meiner Handy-Kamera und sehen trotz Digital-Zoom noch halbwegs passabel aus. Und sie waren zwei Minuten nach der Aufnahme im Netz zu sehen.

Was ich dann vor dem Verlassen des Büros noch gesehen und inzwischen nachverfolgt habe, ist folgendes:

  1. Ein Ereignis wird wahrgenommen und veröffentlicht - zunächst noch ohne weitere Informationen.
  2. Diese Informationen werden von anderer Seite (im vorliegenden Fall der lokalen Presse) gesammelt und ins Netz gestellt.
  3. Um zumindest die grundlegenden Fragen (Was? Wann? Wo? Bin ich betroffen?) zu beantworten, werden diese Informationen mit den ersten Bildern verknüpft - unter dem Vorbehalt der Frische.
  4. Im Laufe des Abends übernehmen die Lokaljournalisten mehr und mehr die Sache, recherchieren, ersetzen die ersten Bilder durch bessere, mit ruhigerer Hand und aus der Nähe geschossene, und machen aus breaking news eine Geschichte.

Ist doch eigentlich alles so gelaufen, wie man es sich wünschen kann. Der Amateurjournalist, als den ich mich hier durchaus ansehe, da ich mir selbst nicht den Auftrag erteilen mochte, die Geschichte eines Brandes noch am Abend näher zu recherchieren, sorgt für die frühen Bilder und die Information zumindest eines begrenzten Leserkreises. Die Profis übernehmen dann die Knochenarbeit, das Ereignis so zu covern, wie es das verdient hat.

Aber: Wenn nicht rasch klar gewesen wäre, dass es sich nur um einen Brand wie viele andere gehandelt hätte, hätte ich die Sache auch durch den Abend verfolgt. Soviel ist vom Profijournalismus schon noch in meinen Adern.

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Mai 13 2008

The Chicken

Abgelegt von Konstantin Klein um 15:58 unter Sad and Beautiful

Immer wieder schön, einen Sachverhalt aus verschiedenen Sichtweisen zu betrachten. Hier (gerade per Email eingetroffen) die Statements verschiedener US-Persönlichkeiten zum Thema “Why did the chicken cross the road?”

BARACK OBAMA: The chicken crossed the road because it was time for a CHANGE! The chicken wanted CHANGE!
JOHN MC CAIN: My friends, that chicken crossed the road because he recognized the need to engage in cooperation and dialogue with all the chickens on the other side of the road.
HILLARY CLINTON: When I was First Lady, I personally helped that little chicken to cross the road. This experience makes me uniquely qualified to ensure — right from Day One! — that every chicken in this country gets the chance it deserves to cross the road. But then, this really isn’t about me…….
DR. PHIL (US-Fernsehratgeber - d.Red.): The problem we have here is that this chicken won’t realize that he must first deal with the problem on ‘THIS’ side of the road before it goes after the problem on the ‘OTHER SIDE’ of the road. What we need to do is help him realize how stupid he’s acting by not taking on his ‘CURRENT’ problems before adding ‘NEW’ problems.
OPRAH WINFREY: Well, I understand that the chicken is having problems, which is why he wants to cross this road so bad. So instead of having the chicken learn from his mistakes and take falls, which is a part of life, I’m going to give this chicken a car so that he can just drive across the road and not live his life like the rest of the chickens.
GEORGE W. BUSH: We don’t really care why the chicken crossed theroad. We just want to know if the chicken is on our side of the road or not. The chicken is either against us or for us. There is no middle ground here.
COLIN POWELL: Now to the left of the screen, you can clearly see the satellite image of the chicken crossing the road…
ANDERSON COOPER - CNN: We have reason to believe there is a chicken, but we have not yet been allowed to have access to the other side of the road.
JOHN KERRY: Although I voted to let the chicken cross the road, I am now against it! It was the wrong road to cross, and I was misled about the chicken’s intentions. I am not for it now, and will remain against it.
NANCY GRACE: That chicken crossed the road because he’s GUILTY! You can see it in his eyes and the way he walks.
PAT BUCHANAN: To steal the job of a decent, hardworking American.
MARTHA STEWART: No one called me to warn me which way that chicken was going. I had a standing order at the Farmer’s Market to sell my eggs when the price dropped to a certain level. No little bird gave me any insider information.
DR SEUSS (US-Kinderbuchautor - d.Red.): Did the chicken cross the road? Did he cross it with a toad? Yes, the chicken crossed the road, but why it crossed I’ve not been told.
ERNEST HEMINGWAY: To die in the rain. Alone.
JERRY FALWELL (US-Fernsehprediger - d.Red.): Because the chicken was gay! Can’t you people see the plain truth? That’s why they call it the ‘other side.’ Yes, my friends that chicken is gay. And if you eat that chicken, you will become gay, too. I say we boycott all chickens until we sort out this abomination that the liberal media white washes with seemingly harmless phrases like ‘the other side.’ That chicken should not be crossing the road. It’s as plain and as simple as that.
GRANDPA: In my day we didn’t ask why the chicken crossed the road. Somebody told us the chicken crossed the road, and that was good enough.
BARBARA WALTERS: Isn’t that interesting? In a few moments, we will be listening to the chicken tell, for the first time, the heart warming story of how it experienced a serious case of molting and went on to accomplish its life long dream of crossing the road.
ARISTOTLE: It is the nature of chickens to cross the road.
JOHN LENNON: Imagine all the chickens in the world crossing roads
BILL GATES: I have just released eChicken2008, which will not only cross roads, but will lay eggs, file your important documents, and balance your checkbook. Internet Explorer is an integral part of eChicken. This new platform is much more stable and will never cra…#@&&^(C% ………reboot.
ALBERT EINSTEIN: Did the chicken really cross the road or did the road move beneath the chicken?
BILL CLINTON: I did not cross the road with THAT chicken!…… What is your definition of chicken?
AL GORE: I invented the chicken!
COLONEL SANDERS (Kentucky Fried Chicken - d.Red.): Did I miss one?
DICK CHENEY: Where’s my gun?
AL SHARPTON: Why are all the chickens white?…… We need some black chickens!

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