Mai 11 2008

Schwankungen

Abgelegt von Konstantin Klein um 22:37 unter Net Life

Ist ja nicht ganz neu, dass ich mir über die journalistische, Kunst- oder Sonstwas-Form des Weblogschreibens (vulgo Bloggens) Gedanken mache. Ist auch jetzt wieder so, ausgerechnet jetzt, wenn diese Seiten hier, auch durch die bereits verlinkten Gedanken aus dem Takt gebracht, wieder in diesen ihren Takt gefunden haben. Die Technik läuft, mit dem Layout bin ich zufrieden, Leser gibt es auch wieder, und wenn ich mir bluelectric.org angucke, denke ich, dass es gut ist.

Not that there’s anything wrong with that. (J. Seinfeld)

Wenn da nicht das tumblen wäre. Es klingt nur so, als habe es etwas mit “tumb” zu tun, ist in Wahrheit aber Bloggen auf Speed, Weblog für die mit der kurzen Aufmerksamkeitsspanne. Und mit Tools wie tumblr.com oder soup.io ist es nur noch einfach, schnell netcrumbs im Netz zu verbreiten.

Was mich irritiert: Hier findet konventionelles Blogging statt, solide, hoffentlich nicht langweilig, aber im Grunde genau das, was man an dieser Stelle bald acht Jahre nach dem ersten Eintrag erwarten darf. Dort fliegen die Netzfetzen. Weitgehend unbeobachtet, wie mir die Trackerzahlen verraten, aber spannender, weil schneller, roher, direkter.

Was mich noch mehr irritiert: Der Erste hat schon komplett auf tumbling umgestellt.

Blogged mit Flock Browser

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3 Kommentare zu “Schwankungen”

  1. joerg am 12. Mai 2008 um 00:10

    (Oops, hatte doch glatt “Das Erste” gelesen und gedacht, ARD hat eine neue Online-Strategie!)
    Zur Klärung der Irritation kann ich nicht viele beitragen, fürchte ich.
    Naja, ich versuchs mal: erstens hab ich auf njt auch schon länger mehr getumblet als gebloggt (was immer das genau bedeuten mag) und das geht eben mit tumblr besser. Back to basics, reduce to the max, und so.
    Außerdem habe ich zur gleichen Zeit auch meinen FirstLife-Wohnsitz geändert und so wie manche Frauen (oh oh, Minenfeld!) angeblich größere Veränderungen ihrer Lebensumstände gerne mit größeren Veränderungen an ihrer Frisur begleiten … naja, was soll ich sagen, an meiner Frisur geht hat nicht viel zu verändern ;-)
    Und letztens: mit tumblr KANN man ja auch ganz normale Blogpostings schreiben, wenn man wollte. Disqus noch eingebaut und schon hätte man wieder ein ganz konventionelles Blog (minus tags, trackbacks und den ganzen Schmarrn). Wiederrum: warum sollte man etwas konventionelles wollen?

  2. Konstantin am 12. Mai 2008 um 11:58

    Wesentlich ist, glaube ich, vor allem die Art, wie einfach einem das Tumbln von beiden o.a. Anbietern gemacht wird. Beide sammeln auch anderswo ein, soup.io sogar beim tumblr, und beide bieten eine eng begrenzte Sammlung von Posting-Typen an, die per Bookmarklet (jedenfalls in einem anständigen Browser) oder per Web-Interface ganz schnell abgesetzt werden können.

    Suche und/oder Kommentare müssen nicht sein, stören aber auch nicht wirklich, denn die Netzfetzen rufen weder das eine noch das andere wirklich hervor. Sprich: Wenn einer suchen oder kommentieren will, kann ers. Zur tumble-Kultur gehört beides eher nicht.

  3. [...] Macher von soup.io, dem Tumblelog-Anbieter, den ich nicht nutze. zitieren da, na, wen? Richtig: mich. Es klingt nur so, als habe [tumblelogging] etwas mit “tumb” zu tun, ist in Wahrheit aber [...]

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