Aug 25 2008
Und noch ein Nachtrag…
Nur ein paar Tage nach dem Crash von Madrid stürzt wieder ein Flugzeug kurz nach dem Start ab - und schafft es auf die hinteren Plätze der Nachrichtensendungen. Die Unterschiede:
- Itek Air (obskure Regionallinie) ist nicht Spanair (vielbeschäftigter Urlaubscarrier)
- 68 Tote sind nicht 154 Tote
- Vermutlich waren keine Deutschen (oder auch nur Europäer) an Bord.
Und niemand redet darüber, dass die Boeing 737 ein altes und damit potentiell gefährliches Fluggerät sei. Brennpunkte sind auch nicht in Sicht. Aber vielleicht reicht ja auch ein spektakulärer Absturz, um unser wöchentliches Interesse an derartigen Katastrophen zu befriedigen.
Offenbar ist es für Redaktionen gerade bei Flugzeugunglücken schwer, den richtigen Weg zwischen Hysterie und Desinteresse zu finden.
Und damit ist es dann auch gut, was dieses Thema angeht.
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Slightly off-topic: Als nach 9/11 jemand die Information in die Runde warf, wieviel mehr Kinder täglich(!) an Hunger sterben als bei den Terroranschlägen war ich einigermaßen geschockt. Und zwar weniger über diese Information, denn die ist dem einigermaßen informierten Mensch ja durchaus nicht fremd, sondern über meine eigene Fähigkeit, sie auszublenden. Nicht nur, dass es über die tägliche Katastrophe keine Brennpunkte und breaking-news-Dauerzustände gibt, man wundert sich auch nicht täglich darüber, dass das so ist. Sollte man aber vielleicht wenigstens ab und zu.
(Übrigens, das mit der Hervorhebung deutscher Opfer bei Unglücksfällen regt mich übrigens schon immer auf und wer ich auch nie verstehen.)