Sep 21 2008

Ei, Ei. Die ersten Tage.

Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern? Jetzt gehöre ich also auch zu den Besitzern eines Jesus Phones, bin reingefallen auf den lifestyle-Sog der lifestyle-Firma, die auch meinen Schreibtisch und meine Gehörgänge dominiert. Und wer ist schuld daran - mal abgesehen von meiner Schwäche für gut entworfenes Technikspielzeug?

Ausgerechnet mein bisheriger Provider, der sich nicht dazu durchringen kann, das mobile Internet als zukunftsträchtig anzusehen, und deshalb UMTS nur in Ballungsgebieten, HDSPA vorerst aber gar nicht anbietet. Das mag für die angepeilte Zielgruppe ja richtig sein; für einen, der durchschnittlich telefoniert, sich aber auf (den gar nicht so seltenen) Reisen nicht jedesmal auf die Hotschpott-Suche machen will, ist das enttäuschend.

Und so bin ich nun doch beim Bösen Provider™ gelandet. Der Tarif entspricht komischerweise dem bisherigen Billigtarif plus den Optionen, die ich mir auch dort schon gewünscht hätte, und ich habe ein iPhone.

Hier die Erfahrungen der ersten Tage, die ich nur deshalb aufschreibe, weil sie sich ein wenig von dem unterscheiden, was ich bei anderen lese:

  • Die Batterie macht tatsächlich relativ schnell schlapp, allerdings nur dann, wenn ich stundenlang mit dem iPhone herumspiele. Das ist anfangs nun mal so; später, wenn die permanente WLAN-Suche und die GPS-Funktionen erst einmal abgeschaltet sind und das verspielte Surfen einer normalen Nutzung gewichen ist, hält die Batterie auch nach längeren Telefonaten, und bei aktivierter UMTS-Nutzung, bis in die Nacht durch, bevor sie an das Ladegerät muss. Liegt wahrscheinlich daran, dass Telefonieren (Bildschirmbeleuchtung aus, Datendienst auf GPRS heruntergefahren, beides offenbar automatisch) längst nicht soviel Strom verbraucht wie die Surferei.
  • Safari stürzt eindeutig zu oft ab. Punkt.
  • Die eingebaute Kamera ist nur für schnelle Dokumentation brauchbar. Für etwas schönere Bilder (s.u.) werde ich mein Nokia behalten und mit einer Multi-SIM ausstatten, so dass ich es weiter nutzen kann.
  • Bisher gibt es (zumindest ohne Jailbreak) keine Möglichkeit, das iPhone als Funkmodem für Notebooks zu verwenden. Auch dafür werde ich mein Nokia behalten und zumindest auf Reisen mitnehmen.
  • Die Tonqualität finde ich - im Gegensatz zu anderen iPhonisten - gar nicht schlecht. Offensichtlich war ich da bisher nicht verwöhnt.
  • Verbindungsabbrüche? Nö.
  • Die Bedien-Oberfläche und der Bedienkomfort - wow. Da kommt Nokias Symbian nicht mit. ’nuff said.

Tscha. Und so mogelt sich der Böse Provider™, der gleichzeitig Exklusivpartner von Apple und der Provider mit dem bestausgebauten (alles ist relativ!) Netz ist, doch wieder in meine Tasche. Sue me.

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4 Kommentare zu “Ei, Ei. Die ersten Tage.”

  1. ninjaturkey am 22. September 2008 um 08:22

    Hehe - auch Du hättest den Holländern für ein paar bunte Glasperlen die Insel Manhattan verkauft. Willkommen im Club ;-)

  2. Konstantin am 22. September 2008 um 09:00

    Mehr ist sie (die Insel) doch seit dem Bankencrash auch gar nicht mehr wert, oder?

  3. Sven am 24. September 2008 um 15:05

    Du musst dein Nokia nicht mitschleppen. Du bekommst vom Bösen Provider für eine einmalige Gebühr (30 EUR, wenn ich mich recht entsinne) eine zweite SIM Karte, mit der du dein iPhone-Datenkontingent dann auch am Laptop verballern kannst. Frag mal nach bei den Bösen. Statt dem Nokia brauchst du dann nur noch so ein kleines USB-UMTS Stickerl.

  4. Konstantin am 24. September 2008 um 16:03

    Die MultiSIM steht schon auf meinem Einkaufszettel, allerdings erst für Oktober. Da verlangt der Böse Provider nämlich die € 30 (richtig erinnert!) pro ZusatzSIM ausnahmsweise nicht.

    Das Nokia werde ich aber auch weiterhin mitschleppen, wenn es sich ergibt; es versteht sich nicht nur mit dem MacBook (per WiFi oder Bluetooth) gut, sondern auch mit dem Auto-Navi, und es macht erheblich bessere Bilder als das iPhone.

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