Archiv für die Rubrik 'Reality Check'

Jul 02 2008

Wiedersehen

Abgelegt von Konstantin Klein um 18:38 unter Reality Check

Ende eines Arbeitstages: Um 17:00 Uhr ins Café im Erdgeschoss, dort mit einem alten Freund verabredet. Nach buchstäblich Jahren des Nichtkontaktes war man sich - of all places - bei Facebook über den Weg gelaufen, was für alte Zausel™ knapp unter und ein Stück weit über 50 Jahre nicht ganz selbstverständlich ist. Hingesetzt, Kaffee getrunken, einen gemeinsamen Freund aus alten Tagen, der im selben Haus arbeitet, dazugewunken. Und eben nicht nur über die alten Zeiten geredet. Das wäre zu einfach - und zu unspannend. Wie es ist, zusammen um halb vier Uhr (morgens!) in einem leeren Funkhaus zu arbeiten, weiß man schließlich seit mehr als zwanzig Jahren.

Dabei waren die alten Zeiten an sich spannend genug gewesen - die Zeiten seither aber auch. Der eine ist spät Vater geworden, der andere genießt schon das Großvaterdasein, die Falten im Gesicht sind tiefer geworden, die Haare grau, das Lachen entspannter und irgendwie weiser. Und so redet man eine unheimlich dichte Stunde über das gemeinsame Jungsein, übers Älterwerden, darüber, wie das Leben irgendwann mal wichtiger wurde als die Karriere, darüber, wie das Leben im (auch nicht mehr ganz) neuen Jahrtausend ist, über vergeigte und sich noch bietende Chancen, über gemeinsame Freunde und gemeinsame Gegner, über World of Warcraft, Literatur in der Originalsprache und Altgriechisch an der Schule.

Und dann geht man auseinander, hat gerade mal einen Kaffee getrunken und eine ausnehmend angenehme Stunde verbracht. Telefonnummern sind ausgetauscht, Mailadressen ebenso - bis bald, Rik! Und danke für den Kaffee!

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Jun 25 2008

U+1E9E

Abgelegt von Konstantin Klein um 11:05 unter Culture Vulture, Reality Check

Es hat uns (eigentlich nicht wirklich) soooo gefehlt, jetzt ist es da:

Unicode 1E9E - das Große ß (mangels Umsetzung in den gängigen Webfonts nicht anders darstellbar)!

dpa berichtet gerade (es ist immer gut, ein Redaktionssystem vor der Nase zu haben), dass das Deutsche Institut für Normung DIN, die Erfinder von DIN A4 und anderen nützlichen Sachen, und die International Standards Organization ISO sich geeinigt haben, das Versal-ß in die Unicode-Zeichensätze aufzunehmen.

Die Rechtschreibregeln sind davon zunächst nicht betroffen. Sie sehen vor, dass das ß weiterhin in Großschreibweise als SS dargestellt wird. Obwohl dies der Logik der Groß- und Kleinschreibung widerspricht, wollten die internationalen Normungsgremien nicht daran rütteln und haben sich - wie zu hören ist nach kontroverser Diskussion - aus der deutschen Rechtschreibung lieber diplomatisch herausgehalten.

Na, dann ißt ja alles in Ördning.

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Jun 24 2008

Gewissensfrage

Abgelegt von Konstantin Klein um 00:50 unter Reality Check

Liebe Leserinnen und Leser,

im Grunde können Sie die folgenden Zeilen gerade mal ignorieren. Für Sie wäre es gewonnene Zeit, und für mich wäre es weniger peinlich, weil dann nicht ganz so offensichtlich würde, auf welch hohem Niveau hier gejammert wird.

Noch da? Na gut, anschnallen und das Rauchen einstellen, here we go:

Das iPhone mal wieder. Nach allem, was wir wissen, eine Geldschneidemaschine erster Sorte, ein Leifschteil-Accessoire, ein must-have und gerade deshalb etwas, das man als bewusster Verbraucher aus vollem Herzen bäh findet.

Disclaimer, zwischendurch und zur Erholung: Schreiber dieses wohnt in einem Haushalt mit fünf Mac und ebensovielen iPods verschiedener Machart, verteilt auf drei Personen (das Katz muss ohne Mac und iPod auskommen). Schreiber dieses ist also durchaus anfällig für Produkte des Hauses Apple und auch bereit, dafür Geld auszugeben. Diese Bereitschaft erstreckt sich aber nicht soweit, dass ich mich für alles übern Tisch ziehen ließe.

Beweis: Sowohl in Sachen Festnetz wie auch beim Mobilgequatsche bevorzuge ich reichlich unglamouröse Billiganbieter und bin - im Gegensatz zu vielen anderen - mit beiden Anbietern, ihren Tarifen und Angeboten sehr zufrieden.

Must-haves gibts also nicht. Stattdessen liegt neben mir ein auch nicht ganz billiges Jesus-Phone der finnischen Machart, mit erstaunlich guter Kamera, guter UMTS/Bluetooth-Modemfunktion für unterwegs und sonst so ziemlich allem, was das iPhone auch hat, minus glamour, minus usability. In diesen Fächern macht keiner dem iPhone was vor. Sisso.

Tscha. Sprechen also schon drei Argumente gegen eine Anschaffung: Die Geldschneiderei. Das bereits angeschaffte teure Ersatzhandy (allerdings bei weitem nicht so teuer wie das iPhone plus die Zusatzkosten durch vorzeitigen Vertrags- bzw. Anbieterwechsel). Und der schon grundsätzlich unsympathische, im Lichte jüngerer Ereignisse jedoch völlig indiskutabel gewordene Dienstanbieter; ich meine, grundsätzliches Misstrauen gegenüber Datensammlern ist das eine, aber ein so offensichtlich skrupelloser Umgang mit Daten, die, als ich das letzte Mal nachguckte, noch unter dem Schutz des Grundgesetzes (!) standen, ist das andere.

Dafür spricht, dass das iPhone wohl wirklich den Standard für Mobiltelefone der Zukunft setzt.

Reicht aber angesichts der Gegenargumente nicht aus. Ergo: Sehnsüchtiges Jammern auf hohem Niveau. Vergessen wirs. Weiter im ausgedruckten Programm.

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Jun 19 2008

Geständnis

Abgelegt von Konstantin Klein um 22:54 unter Reality Check

OK, OK, ich gebe es zu. Auch ich gucke Fußball. Zufrieden?

Ist immer so eine zweischneidige Sache, so ein Fußballspiel. Einerseits kann ich einem guten Spiel durchaus etwas abgewinnen (obwohl ich zu der kleinen Minderheit InDULa gehöre, die auch mit einem Football-Spiel etwas anfangen können), die sich an eleganten Spielzügen oder auch der puren Kraft eines Torschusses aus großer Distanz freuen können. Andererseits geht mir das Gedöns drumherum ein wenig auf den Keks, angefangen beim Gegröhle in Nachbars Garten bis hin zu Schlandfahnen und Feuerwerksgeballer in einem Vorrundenspiel (hat mir auch nach dem gewonnenen Viertelfinale nicht so ganz eingeleuchtet).

Und doch erinnere ich mich, im Stadion selbst herumge-ola-t zu haben, gejubelt und gegrunzt und was nicht alles, Massenhysterie hin, Gemeinschaftserlebnis her.

Zweischneidig eben.

Dafür haben wir morgen im Büro wieder was, um den Tag gesprächsweise anzufangen. Distribuierte Gemeinschaft, jeder vor seiner Breitbildglotze. Zirkusspiele der Moderne, zum Glück (meist) unblutig. I werd narrisch.

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Jun 17 2008

Feier-Igel

Abgelegt von Konstantin Klein um 16:47 unter Net Life, Reality Check

Einen der am weitesten am Ziel vorbeigehenden tags dieser Woche, wenn nicht des ganzen Vierteljahres liefert Yahoos geheimnisvoller fire eagle, ein Lokalisierungsdienst der anderen - und zur Abwechslung vielleicht auch mal nützlichen - Art.

Wer nämlich eine Beta-Einladung erhalten hat, bekommt nach dem Login den Satz “Share your location online!” schwarz auf orange entgegengehalten. Und was auf brightkite oder auch good ol’ plazes (Gruß nach Mitte!) zutrifft, nämlich die zweifelhafte Möglichkeit, anderen mehr oder weniger automatisiert mitzuteilen, wo man sich gerade aufhält, ist in meinen Augen eben nicht der Sinn und Zweck des Feierigels.

Gut, fire eagle sammelt von allen möglichen Diensten, auch den gerade angegebenen, Informationen darüber, wo sich der Kunde jeweils befindet. Aber entweder bin ich zu doof, es zu finden, oder der Dienst bietet wirklich keinen Aufenthaltsfeed an (den man ja auch nicht braucht, weil es erstens schon andere Dienste gibt und zweitens ich es mir schon oft vorgenommen habe, einen Herrn -ix oder y irgendwo zu konfrontieren - rein freundschaftlich, versteht sich - es dann aber doch nie geschafft habe).

Stattdessen bietet der Feierigel an, den aktuellen Aufenthaltsort des Benutzers einem anderen Dienst zur Verfügung zu stellen. Und schon erwische ich mich dabei, mitten in P’Berg auf der Straße die Wikipedia-Einträge zu Einrichtungen, Bauwerken und sonstigen Dingen in meiner unmittelbaren Umgebung zu lesen.

Und das finde ich neu, verspielt und ein bißchen genial.

Anmerkung: Liebe Datenschützer, die Gefahr, die von derartigen oder auch ganz anderen social services ausgeht, kann man ganz einfach umgehen, indem man sie nicht nutzt. Wird keiner gezwungen.

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Jun 17 2008

Ossi-Bär, die Geografie und die Geschichte

Abgelegt von Konstantin Klein um 12:17 unter Reality Check

Wir zitieren die Netzeitung:

55 Jahre sind eine lange Zeit und haben aus Sicht vieler Politiker zu einem Vergessen an den ersten Aufstand gegen die Regierung der DDR geführt. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) etwa forderte in der «Märkischen Oderzeitung», einen Platz nach dem 17. Juni 1953 zu benennen.

Ach ja. Dass es in Berlin schon ziemlich lange eine ebenso lange “Straße des 17. Juni” gibt, hat der Bundestagsvizepräsident (vom Satiremagazin Titanic einstmals “Ossi-Bär” getauft) wohl übersehen - wohl, weil sie westlich des Brandenburger Tors liegt.

Es sei «sinnvoll, dieses Gedenken zu lokalisieren», zumal die Zeitzeugen langsam ausstürben, sagte er.

Wie wirkungsvoll solche Gedenkstraßennamen sind, lässt sich daran erkennen, dass vor 1989 viele den 17. Juni für den Tag hielten, an dem zum ersten Mal auf der gleichnamigen Straße ein Flohmarkt stattfand. Oder so.

Er betonte, das Datum dürfe nicht aus dem Gedächtnis gelöscht werden. Thierse mahnte gleichzeitig, Vorurteile gegen Ostdeutsche abzubauen: «Man sollte auch lernen, dass in diesem östlichen Teil Deutschlands nicht nur Menschen gelebt haben, die feige und unterwürfig waren, sondern dass es da auch viel Mut gegeben hat», sagte Thierse.

Und Thierse sollte lernen, dass es InDULa im Jahr 2008 schon eine ganze Reihe Menschen gibt, die eben nicht mehr in den von ihm zitierten Kategorien denken. Doch, doch.

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Jun 05 2008

Wg. Hillary

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:58 unter Politics R Us, Reality Check

Hätte mich auch gewundert. Senator Clinton of New York ist nicht der Typ, die Nummer zwei für irgendjemand zu spielen. Es ist ihr schon schwer genug gefallen, zu ihren Zeiten im Weißen Haus im richtigen Moment die Klappe zu halten (etwas, was sie mir bei aller Nervensägenhaftigkeit durchaus sympathisch machte), und damals war nicht sie gewählt, sondern ihr holder Mann. Diesmal geht’s um eine Wahl, diesmal wäre der president in question ein junger, unerfahrener Schnösel - jedenfalls wenn man nach Sen. Clintons bisheriger Wahlkampfrhetorik geht. Und so einem den Stellvertreter zu machen…?

Soweit die naheliegenden Gedanken. Im Zeitalter B.B.II (before Bush II) hätte das auch noch so eingeleuchtet und funktioniert. Im Zeitalter nach Bush - und darüber reden wir, wenn wir über eine potentielle Präsidentschaft Obama reden (und ich kann es mir immer noch nicht vorstellen, dass meine Wahl-Landsleute von 1996 bis 2003 nach acht Jahren Bush II einen solchen Linksruck zusammenwählen, dass nicht Sen. McCain der nächste Präsident wird, aber das nur nebenbei) - im Zeitalter nach Bush aber ist, Darth Dick Cheney sei Dank, sowieso alles anders. Darth Dick Cheney hat bewiesen, dass der Vizepräsidentenjob eben nicht auf Abwesenheitsstellvertretung, das Erfinden des Internets und das Eröffnen von Museen und Kleingartenanlagen beschränkt sein muss, sondern - wenn man den zahlreichen Büchern glaubt, die ich derzeit zur US-amerikanischen Politik lese - prima dazu verwendet werden kann, einen Präsidenten mehr oder weniger direkt fernzusteuern.

Und das wäre etwas, das ich auch Sen. Clinton zutrauen würde - mit für die Betroffenen weniger desaströsen Ergebnissen, aber im Grunde doch ganz ähnlich.

Weshalb ich auch dem derzeitigen Dementi (s.o.) noch nicht bis ins Letzte glauben kann.

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Mai 29 2008

Bilanz einer experimentellen Woche

Abgelegt von Konstantin Klein um 01:12 unter Net Life, Reality Check

The next big thing ist nach wie vor zum Greifen nah, aber nicht zum Be-Greifen, und schon gar nicht zur ganz persönlichen Umsetzung: so fühle ich mich nach einer Woche Paradigmenwechsel in dieser Ecke des Netzes. Von einem Ausrutscher abgesehen, habe ich die letzten sieben Tage zur Micro-Woche ernannt und das auch durchgehalten; eine Woche lang fanden meine Web-Blurbs nur in der Kurzform statt, im Tumblr und in der ganz kurzen Form von 140 characters or less.

Hier meine Bilanz, die ganz persönliche:

Tumblelogging ist eine gänzlich andere Form des Web-Publishing, die ich außerordentlich reizvoll finde. Ich bleibe dabei:

Es klingt nur so, als habe [tumblelogging] etwas mit “tumb” zu tun, ist in Wahrheit aber Bloggen auf Speed, Weblog für die mit der kurzen Aufmerksamkeitsspanne. …
Dort fliegen die Netzfetzen. Weitgehend unbeobachtet, wie mir die Trackerzahlen verraten, aber spannender, weil schneller, roher, direkter.

Das ist die eine Sache. Die andere ist, dass tumblr.bluelectric.org, wie es sich schlussendlich betrieben hat, nie zur Konkurrenz oder gar zum Nachfolger eines “klassischen” Weblogs (eine Formulierung, wie sie auch nur einem Alten Zausel™ glatt über die schrumpeligen, sabbernden Lippen gehen kann!) wurde. Denn hier, auf dieser Seite, die Sie gerade ansehen, betreibe ich schon so etwas wie Einmann-Journalismus, mit ausformulierten Texten und manchmal sogar ausgereiften Gedanken. Drüben, im Tumblr, fand eher ein Remix des Webs statt, wie ich es in meinem Alltag zu Gesicht bekommen habe.

Im Grunde, auch wenn Christian Neukirchens Anarchaia als erstes Tumblelog gilt, ist die Tumblerei schon etwas älter - ein gewisser Schockwellenreiter macht seit mehr als acht Jahren nichts anderes, als Netzfetzen zu sammeln und als Collage wieder ins Netz zu stellen (längere Reportagen über Neukölln, Gartenbau oder Hundesport bestätigen als Ausnahmen nur die Regel!).

Und die Technik, die tumblr.com, soup.io & Co. anbieten, implementieren des Schockwellenreiters Arbeitsweise in einer leicht bedienbaren Oberfläche.

Die Kurzform, die ich auch schon als Web für die mit der kurzen Aufmerksamkeitsspanne verspottet habe, ist eben nicht the next big thing, sondern eher another thing, possibly big. Aussichtsreichste Kandidatin für diese Bezeichnung ist nach wie vor die Vernetzung des Netzes, das, was man schon nicht mehr als social web oder gar web 2.0 bezeichnen möchte, ohne sich hinterher den Mund mit Seife auswaschen zu wollen.

Weshalb ich diese beiden Schlussfolgerungen aus der Woche mitnehme:

  1. Tumblelogging ist zu reizvoll, um es bleibenzulassen; findet es eben künftig, wie schon knapp die letzten beiden Monate, neben der konventionellen Bloggerei statt. Es kann aber sein, dass durch diese Aufgabenteilung die Kurzform von diesen Seiten noch mehr verschwindet und die Langform zur Regel wird.
  2. Damit aber der interessierte Leser (doch, den gibt es irgendwo da draußen, ich weiß es!) nichts versäumt, hat er die Möglichkeit, über den Combo-Feed beide Seiten und noch etwas mehr zu verfolgen. Dieser Feed (den es schon länger gibt) wird seit ein paar Tagen von einer Yahoo-Pipe gespeist, die dieses und jenes aus dem Netz sammelt, filtert, neu sortiert und präsentiert. Und die gerade unter Twitters Schluckauf leidet und deshalb meine Tweets vorübergehend aus dem Tumblr holt. Und ich verliere allmählich den Überblick.
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Mai 27 2008

Unterbrechung der Unterbrechung

Abgelegt von Konstantin Klein um 04:41 unter Reality Check

(Mal sehen, ob es überhaupt jemand auffällt…)

An alle, die einem gerne weismachen wollen, dass so ein guter, alter Brief doch besser ist als E-Mail:

  • Briefe sind so binär wie E-Mail: eine Ladung (Tinte, Farbe etc.) ändert den Zustand des Trägermediums (meist Papier) von weiß (= 0) auf schwarz (= 1); die Verteilung der Ladungen, vom Empfänger korrekt geparst, ergibt den Sinn der Nachricht - oder auch keinen.
  • Briefe nutzen charsets, genau wie E-Mail: bei E-Mail gibt es z.B. ISO-8859-1, UTF-8 etc., bei Briefen leserlich, getippt, hingeschmiert etc.
  • Briefe können mit Meta-Informationen aufgehübscht werden (edles Trägermedium, Parfum etc.); E-Mail kennt HTML im Mail-Body. Beidem ist ggf. mit Misstrauen zu begegnen.
  • E-Mail nimmt oft verschlungene Wege, um zuverlässig anzukommen. Papierpost nimmt oft verschlungene Wege, warum auch immer.
  • Spam… OK. Briefe haben doch einen Vorteil gegenüber E-Mail.

Wer hätte das denn ahnen sollen?

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Mai 22 2008

Micro-Woche

Abgelegt von Konstantin Klein um 08:24 unter Net Life, Reality Check

Auf tollkühne und menschenverachtende Versuche lässt man sich bei der ZEIT ein: “Unplugged: Eine Woche ohne Internet - ein Selbstversuch” heißt die, naja, Glosse. Dabei weiß unsereins doch aus eigener Erfahrung, dass es viel schwerer für das Netz ist, eine Woche ohne uns auszukommen, weshalb wir, aus der Verantwortung des Netzbürgers heraus etc. blabla…

Aber zu irgendetwas sind auch die Ideen von ZEIT-Glossenautoren gut, und deshalb versuche ich mal, nein, nicht eine Woche ohne Netz auszukommen; dass das geht, habe ich mir und der Welt schon wiederholt bewiesen. Nein, der Versuch bezieht sich auf die zuletzt rasend beliebten Microformate, also Twitter, Tumblr, Friend- und andere Microfeeds.

Konsumieren lassen sich diese Formate ja extrem leicht - kein Wunder bei der ständig sinkenden Aufmerksamkeitsspanne der Menschheit. Aber reichen Microformate auch dem Micropublisher?

Hier und hier werde ich es versuchen (die Feeds dazu finden sich hier und hier - verfolgen lässt sich die Sache aber auch hier). Und hier, also an der Stelle, an der Sie das lesen, wird sich bis zum Ende des Monats voraussichtlich nichts tun - natürlich streng im Dienste der Wahrheitsfindung.

Wir sehen uns also drüben, auf der anderen Seite des Micro Gap - oder im Juni!

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