Archiv für die Rubrik 'Tech Nation'

Nov 09 2008

Alles live

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:35 unter Net Life, Tech Nation

Multitasking: Latte Macchiato brauen, “Der Kommissar” gucken und über Lifestreams bloggen. Genauer: über meinen. Das können normalerweise nur Frauen. Ich teile mir meine Aufmerksamkeitsspanne dagegen gerne mit dem Kater. Der hat auch keine nennenswerte.

Zunächst: Wer braucht überhaupt Lifestreams?

Niemand. Genausowenig, wie jemand ein Weblog braucht, oder einen Facebook-Account, oder einen bei Twitter. Kommissar Keller hat seine Fälle auch ohne diesen neumodischen Kram gelöst.

Nun bin ich nicht Kommissar Keller, und spätestens seit meiner GTD-Erforschung der letzten Woche komme ich zunehmend zu der Ansicht, dass auch Twitter-Accounts zu was nütze sind; Weblogs sind es sowieso, und Lifestreams sind es - für eine digital zersplitterte Existenz wie mich - auch.

Gehostete Lösungen wie lifestream.fm, aber auch der Feed der eigenen Aktivitäten bei Friendfeed sind da für einen Bastler wie yours truly nur die zweitbeste Lösung. Ist eben gehostet, nicht unter der eigenen Kontrolle, bla bla.

(Zwischenbemerkung: Das ist Twitter auch nicht, aber meine eigene laconi.ca-Installation darf noch etwas warten.)

Mit Sweetcron habe ich das Problem jetzt behoben: unter lifestream.bluelectric.org sammelt jetzt eine Art von Metablog-Engine (Meta-Blogengine? Metablogengine? Metablo-gengine Egal…) alle 15 Minuten meine Netzaktivitäten oder den lack thereof ein und stellt ihn auf einer Seite dar. Das ganze geschieht noch sehr einfach gestylt, aber das Verpassen eines eigenen Layouts ist bei einem derart simpel gestrickten Layout nur eine Frage der Aufmerk… Wo war ich stehengeblieben?

Sweetcron braucht PHP5 und MySQL4. Gibts noch nicht bei allen Massenhostern, ist aber auch kein komplett exotisches Setup mehr. Als nächstes braucht Sweetcron die URLs der diversen Netzaccounts, also Weblog, Twitter, delicious etc. Bei vielen Diensten reicht sogar schon die Angabe des Haupt-URL, und Sweetcron liest sich den RSS-Feed von selbst aus.

Den Download-Link für Sweetcron gibt es nur gegen Angabe einer gültigen Mailadresse; die Installationsanleitungen sind etwas knapp gefasst, aber schließlich geht dann doch alles glatt.

Und schließlich muss Sweetcron in regelmäßigen Abständen angeschubst werden, sich im Netz nach Neuigkeiten auf den eingegebenen Accounts umzusehen. Das geschieht entweder per “Pseudo-Cron”, d.h. Sweetcron lässt sich von einem Besucher, aber höchstens einmal pro halbe Stunde, zur Arbeit antreiben, oder per “True Cron”, also durch einen Cronjob, einen vom Server selbstständig in bestimmten Abständen ausgeführten Befehl. Mein Server bietet mir sowas an (auch wenn die Hilfe gleich null und die bereitgestellte Maschine zum Erstellen von Crontabs etwas zickig ist - mache ich es eben künftig mit der Hand); wer nicht so glücklich ist, kann sich seine Cronjobs bei einem Dienst wie Webcron kaufen.

Man kann es natürlich auch lassen und lieber dem Kommissar beim Mörderfangen zugucken.

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Nov 06 2008

GTD - Getting Things Done

Abgelegt von Konstantin Klein um 08:15 unter Net Life, Service Point, Tech Nation

Hinweis: Dies ist der vierte und letzte Teil einer kurzen Reihe über meine Versuche, mein berufliches und auch sonst Leben besser zu strukturieren. Die hier vorgestellten Produkte und Dienste sind vielleicht nicht die besten von allen; ich komme aber am besten damit zurecht.

Volles Programm für diesen Beitrag: vier Kandidaten und ein Überraschungsgast - da hilft nur GTD-Software. Also anschnallen, rauchen einstellen, Tische hochklappen - here we go:

Sandy ist eine virtuelle Sekretärin. Sie sitzt in niemandes Vorzimmer, und sie geht auch nicht ans Telefon. Sie kommuniziert aber via E-Mail und - topaktuell - via Twitter mit ihren Chefs, und, für einen webbasierten GTD-Dienst wenig überraschend, natürlich lassen sich die ihr anvertrauten Termine und Aufgaben auch über ein Webinterface abfragen und verwalten.  Mit ihrer Art, zu kommunizieren, hat Sandy - zu deren Vätern und Müttern auch Blosxom-Autor Rael Dornfest gehört - eine meiner Hauptforderung an eine brauchbare GTD-Lösung schon erfüllt: Sie ist da, wo ich während der Arbeit auch bin - immer in der Nähe meiner Mailbox und meines Twitter-Clients. Über die comic(sans)hafte Anmutung von Sandys Emails kann man streiten, und außer Erinnerungen an Ereignisse und Aufgaben verschickt Sandy nichts, aber die Direktheit, mit der man mit Sandy interagiert, ist von bemerkenswerter Effizienz.

Remember the Milk ist ebenfalls webbasiert, aber von ganz anderem Kaliber. Aufgaben können getaggt werden (OK, das kann Sandy auch), können mit Metadaten bis hin zum geotagging versehen werden, können freigegeben werden oder auch nicht, können priorisiert werden oder auch nicht, können in ein Zeitbudget einsortiert werden. Remember the Milk lässt sich nicht nur über die hauseigene Website nutzen, sondern auch - mittels verschiedener Plugins oder Clients - in einer Reihe von weiteren Umgebungen nutzen, vom eigenen GMail-Account bis zu Blackberry und iPhone. Erinnerungen schickt RTM, wie wir Fachleute (höh!) sagen, per Mail, SMS oder IM - und steht damit ebenfalls direkt auf meiner Aufmerksamkeitsschwelle.

Kommen wir zu den Desktop-Helfern beim Selbstorganisieren. Hier bin ich wieder ein wenig auf die Mac-Welt konzentriert - unter anderem, weil ich Windows nur im Dienst nutze und dort mit Lotus Notes zufrieden genug bin, um nicht nach einer anderen Lösung zu suchen und sie im Laden durchzusetzen (haben schon ganz andere versucht, das!). Windows-Nutzer können ja im überüberübernächsten Absatz weiterlesen.

OmniFocus

OmniFocus

OmniFocus ist ein Schwergewicht unter den GTD-Programmen für den Mac. Es stammt aus dem Hause Omni, das uns auch Outliner, Zeichenprogramme und den Mac-Browser OmniWeb gebracht hat. OmniFocus teilt die Welt ein in Projekte, Aufgaben und Kontexte, wobei ein Projekt aus mehreren Aufgaben bestehen kann und ein Kontext sowohl thematisch (”Steuererklärung”), örtlich (”zuhause”), technisch (”auf meinem Mac”) als auch persönlich (”Klaus”) gemeint sein kann. Das klingt abstrakt und ist es anfangs auch. Leben lässt sich damit allerdings gut.

OmniFocus gibt es für den Mac-Desktop und für das iPhone - und synchronisiert wird das ganze via, ahem, MobileMe, andere WebDAV-Dienste oder sogar über eine gemeinsame Freigabe. Anstehende Aufgaben drängen sich in den Vordergrund, erledigte Aufgaben werden abgehakt und archiviert. So stelle ich mit GTD vor.

Oder so ähnlich. Auftritt Things. Obwohl…

Things

Things

Things aus dem Hause Cultured Software aus Stuttgart (woher sonst?) geht noch ein, zwei Schritte weiter - im nächsten Jahr. Auf der MacExpo am 6. Januar soll die Desktop-Applikation Things offiziell veröffentlicht werden - was jetzt schon auf meinem Mac arbeitet, ist, wenn wir ehrlich sind, noch nicht einmal Beta. Sie nennen es “Preview”, und als solches sollte man es auch sehen.

Immerhin: Auch Things kennt Projekte und Aufgaben, und zusätzlich kennt es Bereiche und Personen, macht die abstrakten “Kontexte” von OmniFocus also leichter be-greifbar. Anstehende Termine melden beide übrigens über ihre Dock- bzw. iPhone-Icons - wie ein Mailprogramm also auch. Noch aufdringlicher ginge es sicher, ist aber nicht nötig.

Ach ja, und einen iPhone-Client für Things gibt es auch, und es gibt ihn schon jetzt, und er macht einen fertigen Eindruck. Synchronisiert wird die Arbeitsflut zwischen Desktop und iPhone übrigens über WiFi - mit einer Ad-hoc-Verbindung. Und ich hatte immer gedacht, das sei eine eher theoretische Geschichte.

Ich sehe der endgültigen Version von Things jedenfalls gespannt entgegen - und dass Things nur etwas mehr als halb soviel kostet wie OmniFocus (50 statt 80 US-Dollar), wird dem Erfolg des Programms sicher nicht schaden. Mit dem Preview zu arbeiten, macht allerdings nur partiellen Spaß.

Womit wir diese Reihe mit einer kurzen Bewertung abschließen könnten - wenn da nicht noch ein Überraschungsgast wäre: Evernote, schon gestern an dieser Stelle vorgestellt, lässt sich nämlich - surprise! - ebenfalls als GTD-Tool einsetzen. An jede Notiz kann man ein Kästchen kleben, das man dann, wenn die Notiz erledigt ist, mit einem Häkchen, na? Richtig: abhaken kann. Zwar ist das mit dem automatischen Erinnern per Mail oder hunderttausend andere Dienste noch nicht mit eingebaut, aber dafür erlaubt Evernote, anders als Sandy oder Remember the Milk es tun, die so abzuhakenden Notizen in Ebenen zu verwalten, unterstützt also (mehr oder weniger) das Konzept mit Projekten und Aufgaben. Denn das ist, was ich an Remember the Milk (noch) vermisse: Ich kann zwar Aufgaben erfassen und verwalten, aber nicht unter Projekt-Überschriften zusammenfassen.

Was also werde ich nutzen, um meine Projekte und Aufgaben künftig ein wenig besser zu organisieren? (Hinweis: Dies ist die Frage, die mein Fazit einleitet!) Die Antwort habe ich mir hier, hinter den Kulissen von bluelectric.org, schon in den letzten Tagen gegeben. Denn diese kurze Reihe, die Ideen und die Gliederung dafür habe ich gleichermaßen mit Things und mit Evernote verwaltet. Und diese beiden sind bis auf weiteres derzeit die Tools meiner Wahl, zusammen mit WebDAV und den Apple-eigenen Kalendern und Mail-Programmen.

Klarstellung, zwei Tage später: Von den Desktop/iPhone-Anwendungen leuchtet mir Things mehr ein als OmniFocus - vielleicht auch, weil es jünger ist. Als einer, der grundsätzlich gerne in der Wolke arbeitet, hat aber auch Remember the Milk seine Wirkung auf mich.  Am liebsten wäre mir eine Kombi aus der Funktionsvielfalt von RTM und der Multiplattform-Strategie von Evernote (Windows-, Mac- und iPhone-Client plus eine brauchbare Webversion) - aber das gibt es wohl noch nicht.

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Nov 05 2008

GTD - Teile und herrsche!

Abgelegt von Konstantin Klein um 08:15 unter Net Life, Service Point, Tech Nation

Hinweis: Dies ist der dritte Teil einer kurzen Reihe über meine Versuche, mein berufliches und auch sonst Leben besser zu strukturieren. Die hier vorgestellten Produkte und Dienste sind vielleicht nicht die besten von allen; ich komme aber am besten damit zurecht.

Heute können wir es kurz machen:

sind die beiden Stichwörter, die mir zum Thema “Dateien und Notizen teilen” einfallen. Was das mit GTD zu tun hat? Zu meiner Arbeitsweise gehört es, Dateien mal hier, mal dort zu brauchen - Dateien, die in der Größe gerne mal über die üblichen Limits für Mailboxen (10 oder 20 MB ist normal, fürchte ich) hinausgehen. Und USB-Sticks stecke ich eher ungern in fremde Rechner.

WebDAV also. Mit WebDAV ist es möglich, entfernte Laufwerke vorübergehend in das Dateisystem des eigenen Rechners einzubinden, egal, ob es eine Windows-Kiste, eine Linux-Büchse oder ein Mac ist. Zusätzlich lassen sich WebDAV-Ordner - je nach dem Angebot des Providers - auch per Browser öffnen, mit Passwort schützen, nur zeitweise freigeben etc.

Zu den WebDAV-Anbietern in diesem unseren Lande gehört beispielsweise GMX. Dort heißt die Sache zwar Media Center, und auch die WebDAV-Fähigkeit des Angebotes wird nicht gerade ganz groß herausgestellt. Es funktioniert trotzdem.

Mein WebDAV-Provider of choice ist, ahem, MobileMe, der Webdienst der Firma Apple. Dort habe ich ohnehin die Mail-Accounts der Familie versammelt, und dort führe ich auch, wie schon angedeutet, meinen Terminkalender - warum also nicht auch Dateien dort speichern und ggf. teilen? Außerdem sorgt MobileMe für mehr Ruhe in meinem Leben - die dort so genannte iDisk ist eher gemächlich…

Und damit kommen wir zum eigentlichen Star des heutigen Morgens: Ladies and Gentlemen, would you please give a warm welcome to… Evernote!

Evernote auf dem Mac

Evernote auf dem Mac

Evernote ist ein Dienst, der Notizen im Netz speichert und auf vielen, wenn auch nicht allen möglichen Plattformen bereithält.

Das klingt nun ungefähr so spannend wie die Produktbeschreibung für Post-Its. Aber erstens sind Post-Its in ihrer Einfachkeit ebenso nützlich wie genial, und zweitens ist Evernote doch noch ein wenig spannnender.

An die Notizen lassen sich Dateien anhängen - wobei die Auswahl (bisher?) auf Mediendateien beschränkt ist, zu denen aber auch die zunehmend populären PDFs gehört (siehe meine Evernote-Sammlung). Sie lassen sich taggen, mit weiteren Metadaten versehen, veröffentlichen oder eben auch nicht, sie lassen sich mit Mail verschicken und automatisch aus einem überwachten Verzeichnis des eigenen Rechners erstellen, sie werden ständig auf dem Evernote-Server synchronisiert, und sie lassen sich mit einem Mac-Client ebenso erstellen und öffnen wie mit einem für das iPhone und einem für Windows. Nur Linux-Nutzer sind auf den Webclient angewiesen, den ich - ich gebe es zu - nicht sonderlich ausführlich angeguckt habe, weil ich von den OSX-, iPhone- und Windows-Anwendungen so begeistert bin.

Evernote unter Windows

Evernote unter Windows

Also wieder ein proprietärer Dienst? Ja, wieder ein proprietärer Dienst, von dessen Entwicklung in den letzten Monaten ich so beeindruckt bin, dass ich ihn jetzt für wirklich alles Mögliche nutze. Durch die enge Integration mit dem Betriebssystem nutze ich es jetzt sogar für Screenshots (die ich für das Lieblingsprojekt eines jeden ITlers, Schulungsunterlagen nämlich, ständig erstellen muss!) und bin damit wesentlich besser bedient als mit der Print Screen-Funktion von Windows.

Tscha. Ehrlich gesagt: Echte Nachteile von Evernote gibt es vielleicht; einer davon mag sogar das sein, was von der Firma selbst als großes Plus angeboten wird: Bilder werden auf Text hin gescannt, damit man sie über die Textsuche auch wiederfinden kann. Das heißt also: Der Inhalt eines fotografierten Dokumentes ist Evernote bekannt. Aber spätestens, wenn ich wegen des monatlichen Dateinaufkommens (40 MB Upload im Monat sind gratis!) zum Pro-Account upgraden muss, bin ich zahlender Kunde von Evernote und nicht mehr wehrloser Datenopferer.

Das eigentlich spannende Merkmal von Evernote hebe ich mir aber für morgen auf, wenn es heisst: GTD - die Klassiker einer relativ neuen Art von Tools.

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Nov 04 2008

GTD - Day by Day

Hinweis: Dies ist der zweite Teil einer kurzen Reihe über meine Versuche, mein berufliches und auch sonst Leben besser zu strukturieren. Die hier vorgestellten Produkte und Dienste sind vielleicht nicht die besten von allen; ich komme aber am besten damit zurecht.

Und wenn sie es noch so oft behaupten: GTD (Getting Things Done) ist nicht wirklich neu, höchstens die schicke Abkürzung ist es. Die Idee, Aufgaben und Verabredungen zu verwalten, indem man sich den Kram aufschreibt, geht zurück auf das Jahr Anno dunnemals (exakt nachgewiesen, das Datum!), und auch im Leben eines, der auszog, eben dieses Leben zu ordnen, spielen Terminkalender schon länger eine Rolle.

Eines hatten diese Terminkalender allerdings immer gemeinsam: Entweder erfuhren sie nichts von den vereinbarten Terminen (sprich: schlampig geführt), oder ihr unglücklicher Nutzer erfuhr nichts von den gespeicherten Terminen - weil der Schreibtischkalender eben genau da und nirgendwo anders war (und dann noch oft genug begraben unter Papierstapeln), weil das Notizbuch überall war, nur nicht in der eigenen Tasche, oder - einfach, aber tödlich - weil der Nutzer vergaß, nachzusehen, welchen Termin er gerade am Verpassen war.

Auftritt elektronische Terminkalender. Mit der Aufnahme der Arbeit für den jetzigen -geber trat der Lotus Organizer in mein Leben, ein auf jedem Arbeitsplatz-PC vorinstalliertes, in Design und Zuverlässigkeit hochnotpeinliches Ringbuchimitat aus den früheren 90ern, das (zumindest bei mir) zu korrupten Datenfiles neigte, und dessen eingebaute Mailschnittstelle (immerhin: Ansatz zu Kollaboration!) kein neueres Mailprogramm als Netscape 4.73 erkennen wollte. Ich denke, man sieht schon: Zwischen dem Organizer und mir war und ist keine Liebe. Da hilft es auch nicht, dass die Abteilungsleitung meint, diese Einzelplatzlösung zum Gruppen-Organizer zu machen, indem alle in die gleiche Kalenderdatei schreiben dürfen.

Nein, nein, nein. Da war es doch gut, dass Google irgendwann den Google Calendar veröffentlichte, eine AJAX-betonte Webgeschichte, die sich - im Gegensatz zu früheren, web-basierten Kalendern; hier sei nur der angeführt, den GMX 2004 anbot - leicht und flexibel bedienen ließ, und die sogar iCal unterstützte, womit das Verschicken und Annehmen von Einladungen, eine der grundlegenden Funktionen von kalendarischer Zusammenarbeit, möglich wurde. Noch schöner wurde die Sache, dass die Kalender (in der Mehrzahl) sich mit gSync, BusySync oder anderen Tools mit dem heimischen Kalender synchronisieren liessen, der sich dann dank der Mac-eigenen Maschinerie wiederum mit dem Handy-Kalender meines Nokia synchronisieren liess.

Da störte es nur peripher, dass die Synchronisierung gelegentlich in die Grütze ging und ich bis zu vier Male an unseren Hochzeitstag erinnert wurde. Immerhin besser als auch nur einmal zu wenig.

Ich schaffte es sogar, Kollegen ebenfalls vom Gebrauch des Google-Kalenders zu überzeugen. Das einzige Problem: Nun lagen Firmendaten dort, wo sie wirklich nicht liegen sollen: außerhalb der Firma (auch wenn man sich beherrschte und vertrauliche Daten nicht oder nur verrätselt eintrug). Zwar hat nie jemand gemeckert; ein gutes Gefühl war es aber nicht.

Und so landete man denn seufzend bei der inzwischen vom Arbeitgeber angebotenen Lösung: Lotus Notes. Prima Groupware-Funktionen, incl. Verfügbarkeitscheck, Erinnerungstools, Aufgabenliste - und auf jedem Arbeitsplatz am Arbeitsplatz verfügbar - incl. Webmail. Schade nur vielleicht, dass die veraltete Version auf meinem PC einem das Leben etwas sauer macht, indem sie recht umständlich zu bedienen ist…

Eine wichtige Anforderung an meine neue GTD-Welt erfüllt Notes nur bedingt: Ich will mein neu organisiertes Leben überall hin mitnehmen. Per Webclient kann ich zwar auf Notes zugreifen; einen permanenten Kalenderexport oder auch nur ein Export von Daten im .ics-Format (iCal) habe ich aber bisher noch nicht gefunden. Wenigstens versteht Notes ankommende iCal-Daten.

iCal, der OSX-Calender

iCal, der OSX-Calender

Umso zufriedener bin ich - seit dem Wechsel von Nokia zu iPhone und damit zu einer zwar proprietären, aber integrierten Umgebung - mit der Kalenderei zuhause und unterwegs.

Der OSX-hauseigene Kalender bringt im Grunde schon fast alles mit, was man für eine saubere GTD-Verwaltung braucht: Termin- ebenso wie eine einfache Aufgabenverwaltung (aber eben zu einfach für den einen oder anderen und für mich…), die Möglichkeit, mehrere Kalender zu führen (für die unterschiedlichen Farben in der Darstellung, wenn schon sonst für nix), leichtes Anlegen, Verschieben und Löschen von Terminen - und die Möglichkeit, Termine im iCal-Format zu verschicken und zu empfangen, was zwar nicht den Funktionsumfang einer voll ausgewachsenen Groupware erreicht, die gleich die Verfügbarkeit von Personen und Räumlichkeiten prüft, aber für den Hausgebrauch und innerhalb einer kleineren Organisation ausreicht.

iPhoneCal

iPhoneCal

Und die Togo-Fähigkeit? (Togo = to go, engl.)

Die ist - mittelbar, wie ich zugebe - auch gegeben. Das Apple-eigene iPhone beult inzwischen ja meine Taschen aus, und via, ahem, MobileMe synchronisieren sich der Unterwegs- und der Zuhausekalender (ahem, weil der Start des .Mac-Nachfolgers die - höhö - Mac-Ken von .Mac nicht etwa ausgebügelt, sondern zunächst verschlimmert hatte, aber es soll ja alles besser werden, und ist es auch schon).

Das schöne daran: Das iPhone habe ich - wie alle seine Vorgänger, die mich seit Einführung des D-Netzes im letzten Jahrtausend begleitet haben - so gut wie immer dabei. Und mit der Alarmfunktion des iPhone werde ich egal, wann und wo ich bin, zuverlässig daran erinnert, dass ich in 15 Minuten am anderen Ende der Stadt bei meinem nächsten Termin sein sollte.

Der Wermutstropfen heißt MobileMe. Zwar klappt das mit der Synchronisation via cloud inzwischen ganz gut (war auch nicht immer so); die Web-Ausgabe des Kalenders dagegen… Auf dem heimischen Mac, mit Firefox oder Safari, kann ich damit so leichtfüßig arbeiten wie seinerzeit mit dem Google-Kalender. Nur, dass ich die Web-Ausgabe auf dem heimischen Mac am allerwenigsten brauche. Unterweg, konkret: im Büro, auf einem Windows-Firefox und hinter einer strengen Firewall, friert mir der Kalender regelmäßig ein. Aber da habe ich ja meine Funkquatsche bei mir.

Und was nützt das dem bodenständigen Windows-Nutzer, der dies liest? Nicht viel, fürchte ich; er lebt in einer Welt, über die ich weniger und weniger weiß. Immerhin: Morgen, wenn es um Dateien- und Notizenaustausch geht, sind wir wieder plattformübergreifend und -neutral.

Stay tuned.

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Okt 27 2008

blueeelectric.org

Abgelegt von Konstantin Klein um 22:42 unter On the Road, Tech Nation

Aus diesem und jenem Grunde entsteht dieser Eintrag auf einem eeePC 900, der eine ganze Zeitlang beschäftigungslos bei mir herumgelegen hat, u.a. deshalb, weil ich mehrere Monate lang nicht den road warrior gegeben habe, sondern mich fern von Stress und Netz gehalten habe. Nun also wieder on the road und in need of a very portable computer und allen Ernstes zu faul, das heimische MacBook durch kilometerlange Flughafenkorridore zu schleifen, wenn ich es nicht wirklich brauche.

Meist brauche ich es nicht, nur so eine kleine billige Maschine zum Notizenmachen, Präsentationen abnudeln und Langeweilesurfen am Flughafen. Also habe ich den eeePC entmottet, die inzwischen aufgelaufenen Updates für das selbst draufgeknallte Ubuntu 8.04 eingespielt - und dabei das System zerschossen. (Ob der Apple-Airport hier solidarisch mit dem MacBook war und Linux sabotiert hat? Egal)

Also im zweiten Versuch ubuntu eee draufgenagelt. Und jetzt sieht die Sache so aus:

ubuntu eee auf einem eeePC 900

ubuntu eee auf einem eeePC 900

Nach Jahrzehnten des immer gleichen Desktopschemas (ob nun unter Windows, Linux oder - ja, doch - OSX) kommt man sich ein wenig wie vor einem Internet-Kiosk (auch so ein Wort, das verboten gehört, und das damit bezeichnete Dings am besten gleich mit!) vor, ferngehalten von jeglicher Konfigurationsmöglichkeit, reduziert aufs Unwesentliche.

Ist nicht so, und das ist gut so, denn selbst die eeePC-optimierte Version von Ubuntu ist offenbar nicht für jeden eeePC optimiert. Bei meinem eeePC geht das eingebaute Mikrophon zum Beispiel nicht, von dem ich allerdings auch nicht wusste, dass es eingebaut war. Also wurscht.

Problematischer dagegen, dass sich das aktive Wifi-Dingens nicht abschalten lässt, womit ein Einsatz des eeePC in seiner natürlichen Umgebung, auf dem Klapptisch in der Economy class, wegfällt. Hierzu habe ich auch einen Fix gefunden (der mir schon beim letzten, klassischen Ubuntu auf dem eeePC geholfen hat). Der hat geholfen, sort of. Zwar lässt sich jetzt das WLAN zuverlässig ab- und wieder anschalten. Aber leider bleibt die Kontrolllampe immer an. Weshalb ich jetzt zuverlässig nicht weiß, ob ich Wifi deaktiviert oder einfach nur keinen Empfang habe.

Wunderwelt der Technik. Manchmal möchte ich einfach nur arbeiten.

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Okt 25 2008

Maintenance Mode am Wochenende

Abgelegt von Konstantin Klein um 10:28 unter Inside the Beast, Tech Nation, Tumblelog

Mit ölverschmiertem Bademantel unter dem Weblog gelegen. WP-Upgrade durchgefährt - Routine. WordPress › QuickPost installiert. tumblr.bluelectric.org damit überflüssig gemacht?

Wir werden sehen.

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Okt 07 2008

LOL

Abgelegt von Konstantin Klein um 19:30 unter Culture Vulture, Tech Nation

Abt. Heimliche Laster bis 7,5 to zul. Ges.Gew.: Unter dem Motto Cat Content Forever gehöre ich zu den Fans der LOLCats und ihrer Sprache. Umso größer jetzt meine Freude und der Drang, meine Programmierkenntnisse, soweit vorhanden, aufzupolieren, als ich LOLCode entdeckte:

HAI
CAN HAS STDIO?
VISIBLE "HAI WORLD!"
KTHXBYE

Eine Sprache, in der jedes Programm mit “Hai” beginnt (”O Hai” wäre natürlich noch schöner gewesen) und mit “Kthxbye” (”OK - Thanks - Bye!”) endet - wunderbar! Noch ein Beispiel aus der englischsprachigen Wikipedia:

HAI
CAN HAS STDIO?
PLZ OPEN FILE "LOLCATS.TXT"?
AWSUM THX
VISIBLE FILE
O NOES
INVISIBLE "ERROR!"
KTHXBYE

Schön, dass es bereits Interpreter und Compiler für LOLCode gibt, schade, dass die Compiler vorerst ein wenig Microsoft-zentriert erscheinen. Dabei sind Katzen doch Linux, oder?

KTHXBYE.

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Erst ein Kommentar

Sep 21 2008

Ei, Ei. Die ersten Tage.

Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern? Jetzt gehöre ich also auch zu den Besitzern eines Jesus Phones, bin reingefallen auf den lifestyle-Sog der lifestyle-Firma, die auch meinen Schreibtisch und meine Gehörgänge dominiert. Und wer ist schuld daran - mal abgesehen von meiner Schwäche für gut entworfenes Technikspielzeug?

Ausgerechnet mein bisheriger Provider, der sich nicht dazu durchringen kann, das mobile Internet als zukunftsträchtig anzusehen, und deshalb UMTS nur in Ballungsgebieten, HDSPA vorerst aber gar nicht anbietet. Das mag für die angepeilte Zielgruppe ja richtig sein; für einen, der durchschnittlich telefoniert, sich aber auf (den gar nicht so seltenen) Reisen nicht jedesmal auf die Hotschpott-Suche machen will, ist das enttäuschend.

Und so bin ich nun doch beim Bösen Provider™ gelandet. Der Tarif entspricht komischerweise dem bisherigen Billigtarif plus den Optionen, die ich mir auch dort schon gewünscht hätte, und ich habe ein iPhone.

Hier die Erfahrungen der ersten Tage, die ich nur deshalb aufschreibe, weil sie sich ein wenig von dem unterscheiden, was ich bei anderen lese:

  • Die Batterie macht tatsächlich relativ schnell schlapp, allerdings nur dann, wenn ich stundenlang mit dem iPhone herumspiele. Das ist anfangs nun mal so; später, wenn die permanente WLAN-Suche und die GPS-Funktionen erst einmal abgeschaltet sind und das verspielte Surfen einer normalen Nutzung gewichen ist, hält die Batterie auch nach längeren Telefonaten, und bei aktivierter UMTS-Nutzung, bis in die Nacht durch, bevor sie an das Ladegerät muss. Liegt wahrscheinlich daran, dass Telefonieren (Bildschirmbeleuchtung aus, Datendienst auf GPRS heruntergefahren, beides offenbar automatisch) längst nicht soviel Strom verbraucht wie die Surferei.
  • Safari stürzt eindeutig zu oft ab. Punkt.
  • Die eingebaute Kamera ist nur für schnelle Dokumentation brauchbar. Für etwas schönere Bilder (s.u.) werde ich mein Nokia behalten und mit einer Multi-SIM ausstatten, so dass ich es weiter nutzen kann.
  • Bisher gibt es (zumindest ohne Jailbreak) keine Möglichkeit, das iPhone als Funkmodem für Notebooks zu verwenden. Auch dafür werde ich mein Nokia behalten und zumindest auf Reisen mitnehmen.
  • Die Tonqualität finde ich - im Gegensatz zu anderen iPhonisten - gar nicht schlecht. Offensichtlich war ich da bisher nicht verwöhnt.
  • Verbindungsabbrüche? Nö.
  • Die Bedien-Oberfläche und der Bedienkomfort - wow. Da kommt Nokias Symbian nicht mit. ’nuff said.

Tscha. Und so mogelt sich der Böse Provider™, der gleichzeitig Exklusivpartner von Apple und der Provider mit dem bestausgebauten (alles ist relativ!) Netz ist, doch wieder in meine Tasche. Sue me.

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Aug 26 2008

Paradigmenwechsel

Abgelegt von Konstantin Klein um 23:30 unter Reality Check, Tech Nation

Google-Kritiker, populär Guglhasser genannt, haben es ja schon immer gewusst: “Don’t be evil” ist so relativ wie die Struktur von Raum und Zeit. Aber dass G1, das erste kommerzielle, reale, anfassbare und vor allem benutzbare GoogleFon, jetzt ausgerechnet von T-Mobile vermarktet werden soll - das gibt schwer zu denken.

Haben etwas die Guglhasser recht? Ist Android, das Open-Source-Telefonbetriebssystem, das gegen Nokia (Symbian), Apple (iPhone), Microsoft (alle Windowsquatschen) antritt, eben doch nicht anders? Ist es - surprise! - auch nur ein Produkt aus der corporate world?

Oder - und das wäre ja noch viel revolutionärer - ist es doch anders, und der Rest der Funkwelt gleich mit dazu? Sollten etwa die T-Mobilisten, vom Rest der Welt unbemerkt, aufgewacht sein und ihren Sinn für Innovationen entdeckt haben (”Das Gips doch ganich!”)?? Zunächst das ApfelFon (Innovation in der Bedienoberfläche, Folge 1), dann das GuglFon (Innovation, Folge 2, und dann auch noch Open Source!)? T-Mobile als der Hotspot der Funkquatschenindustrie?

Kann donnich sein. Ich hasse Umdenkenmüssen.

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Jun 23 2008

Nicht kaputt

Strandbad CaputhAbt. Weil es geht™. Dieses Foto aus dem Strandbad Schwielowsee (See im Mittelgrund, Strandbad rechts neben dem rechten Bildrand) im brandenburgischen Caputh hat noch vor dem Hochladen zu flickr - wie jeder, der jetzt draufklickt (Halt! Hierbleiben!), feststellen kann - via Handy-GPS, Fireeagle und ZoneTag die Koordinaten des Aufnahmeortes mit auf den Weg bekommen. Und damit ist es der Welt möglich, nicht nur den Aufnahmezeitpunkt, sondern auch den Aufnahmeort aus den Metadaten des Bildes herauszulesen.

Und warum sollte man sowas machen?

Weil es geht™.

Ernsthaft: Es ist tatsächlich interessant und bestaunenswert, wie grundverschiedene Technologien und Einsatzzwecke (kann ich mich im Strandbad wirklich so leicht verlaufen, dass ich ein GPS-Handy brauche?) miteinander zum Spielen gebracht werden. Eine zweckreiche Anwendung dieses Mesh-up kann ich mir allerdings nur in Ausnahmesituationen vorstellen: Bei der Dokumentation von Situationen und Ereignissen, beispielsweise. Beim Abbilden eines Strandbades eher nicht.

Weitere Vorschläge, wozu man sowas brauchen kann?

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